Wer war dieser Weber?
Weber – ein Künstler, viele Eutiner Spuren
Komponist, Reisender, Schriftsteller, Beobachter – Carl Maria von Weber jenseits der bekannten Rollen.
Komponist, Reisender, Schriftsteller, Beobachter – Carl Maria von Weber jenseits der bekannten Rollen.

Zu Webers Zeiten reisten Nachrichten mit der Postkutsche, heute über Social Media. So ändern sich die Wege, auf denen Geschichten unterwegs sind. Beiträge, Bilder und Fundstücke finden nach und nach ihren Weg aus Eutin in die digitale Welt. Wir erzählen sie weiterhin mal poetisch, mal verschmitzt, manchmal mit einem Augenzwinkern. Keine strenge Wissenschaft also und keine gelehrte Biografie, sondern kleine Geschichten aus Klang, Erinnerung und Fantasie.
Als stille Beobachter begleiten wir unseren Meister durch seine Geburtsstadt Eutin und zu jenen Orten, die bis heute von ihm erzählen.
Wir sind Oberon und Puck,
König der Elfen und dienender Geist.
Nicht jede Geschichte lässt sich im Archiv nachschlagen. Einige stehen zwischen den Zeilen alter Bücher, andere hängen im Abendlicht über dem Eutiner See. Dokumente und Zuegnisse wahrer Begebenheiten ruhen im Stadtarchiv. So real, wie das Geburtshaus, wo alles begann.
Manches hier ist erfunden, manches bewusst weitererzählt. Und hin und wieder meldet sich auch der Meister selbst zu Wort. Nicht immer unter seinem eigenen Namen. Darum stellen wir Euch unseren Künstler zunächst auf besondere Weise vor – gemeinsam mit seinem Team aus Namen, Pseudonymen und Gesichtern.
Weber ist dabei natürlich nicht mit wechselnden Gesichtern unter verschiedenen Namen durch die Lande gereist. Aus den vielen erhaltenen Weber-Portraits haben wir jedem Namen und jedem Pseudonym ein scheinbar passendes Gesicht zugeordnet. Ein kleines Feenspiel …
Demnächt hier weitere Portraits.
Der LeichtmütigeLust entfloh und hin ist hin …
Lust entfloh und hin ist hin!
Blanda will mich nicht mehr lieben!
Ich wär ihr (so wahr ich bin!)
Noch acht Tage treu geblieben,
Kam ihr’ Hochzeit nicht zu Sinn;
Dafür hat mich Gott bewahrt!
Lebe wohl, mein Kind, ich wandre
Schon zu frischer Liebesfahrt!
Heute die und dann die andre:
Das ist so die rechte Art!
Scheiden macht mein Herz nicht schwer,
Weinen kann ich nicht noch fluchen.
Doch da kommt ein Mädchen her,
Schnell muss ich mein Glück versuchen;
Ohne Lieb’ ist alles leer!
Sprödes Kind, wirf ab dein Joch,
Lass’ von Himmelskost mich nippen;
Eh’ wir bleichen, lebe noch!
Mädchen, reiche mir die Lippen,
Denn geküsst wirst du ja doch!
Sieh, man darf sich in Genuss
Für versehnte Träume rächen.
Lass der Seelen Genius
Aus dem Schlag der Herzen sprechen;
Doppelsprache ist der Kuss!
Ah, du magst mich nicht? Nun gut!
Mag ich’s auch nicht gern ertragen,
Halt’ ich doch mir frischen Mut;
Morgen will ich wieder fragen,
Hast vielleicht dann wärmer Blut.
Wer wie ich, mein Lieb’, gesinnt,
Kann nur liebend selig werden!
Fahr’ ich einst zum Himmel, Kind,
Frag’ ich gleich den Herrn der Erden,
Ob die Engel weiblich sind!
Wenn er etwa „Nein!“ nun spricht,
Sag’ ich keck und voll Vertrauen:
„Herr, dein Reich gefällt mir nicht;
Denn ein Himmel ohne Frauen
Ist die Sonne ohne Licht.“
Hebt die Treue hoch empor,
Quälend Glück will ich euch schenken.
Schwatzt nur mir Moral nicht vor;
Bei der Liebe will ich denken,
Wenn ich den Verstand verlor.
Alle Wesen huld’gen ihr;
Liebe ist das Herz vom Leben,
Nur durch Liebe sind wir hier;
Liebe will ich wieder geben,
Mädchen alle, kommt zu mir!
Friedrich Wilhelm Gubitz (1786-1870)
Der SchwermütigeSel’ge Zeiten sah ich prangen …
Sel’ge Zeiten sah ich prangen,
Und den Erdball glaubt’ ich mein
Als mich Lauras Blick befangen,
Unschuldklar wie Heil’genschein.
Als der Lippen Siegel sprangen,
Herrschte Gott nicht mehr allein,
Denn der Liebe Klänge schwangen
Siegend mich zum Himmel ein.
Ach, die Wonnen all’ verklangen!
Ewig kann nicht Frühling sein!
Traum und Treue sind vergangen,
Ausgelöscht der Heil’genschein!
Fern von ihr muss ich verbangen,
Von der Welt ist nichts mehr mein;
Glühend fasset all’ Verlangen
Nur der Hoffnung Leichenstein.
Doch zum Todesengel drangen
Meines Herzens Öd’ und Pein,
Liebend bald von Erd’ umfangen
Wird der Himmel wieder mein.
Friedrich Wilhelm Gubitz (1786-1870)
Der LiebwütigeVerraten Verschmähet!
„Verraten! Verschmähet!
Wer drängte mich aus?
Auf, Diener, umspähet
Heut’ Abend ihr Haus;
Und wagt zur Megäre
Ein Einz’ger den Blick,
So fragt: wer er wäre?
Und brecht ihm’s Genick!“
Don Marco trieb Alle
Recht wachsam zu sein,
Dann stürmt’ ihn die Galle
Bergauf und talein.
Er fluchte nun trabend
Hinein in die Luft
Und passte am Abend
Noch selbst auf den Schuft.
Mit Hast spionieret
Das Dienervolk stumm;
Don Marco begieret
Die Türen rings um.
Wie schleichend und sinnig
Im Dämmern er wallt,
Gebieten recht innig
Sechs Fäuste ihm: „Halt!“
„Wer sind Sie?“ nach Regel
Klingt dies zum Gezerr.
„Ihr Lümmel, ihr Flegel!
Ich bin euer Herr!“
Und wie ihn am Toben
Die Diener erkannt,
Spricht Clara von oben:
„Das ist ja charmant!
„Die Eifersucht hordet
Schon Söldner heran—
Der Argwohn ermordet,
Was Liebe gewann!
Drum hab’ ich vernünftig
Den Leichtsinn bereut!
Nun quälen Sie künftig
Sich selber gescheut!“
Nichts halfen Sonette
Von Gram und von Grab.
Da riss er vom Brette
Die Flinte herab;
Er jagte mit Rasen
Zum Walde hinaus,
Und schoss einen Hasen
Zum lärmenden Schmaus.
Friedrich Wilhelm Gubitz (1786-1870)
Der GleichmütigeNun, ich bin befreit!
Nun, ich bin befreit!
Wie behäglich!
Mir ist Zärtlichkeit
Unerträglich;
Treibt sie Keine lau,
Werd’ ich ohne Frau
Ruhig alt und grau.
Hätt’ sie wohl gemocht
So bei Festen;
Plumperpuddings kocht
Sie am besten.
Doch die Lust ward matt,
Denn am Ende hatt’
Ich die Puddings satt.
Sie gefiel mir gut
So beim Wandern;
Und weil man gern tut,
Wie die Andern,
Bot ich mich zum Mann,
Und sie nahm es an,
Eh’ ich mich besann.
Doch das gab ein Joch
Und ein Laufen!
Was nach Ausland roch,
Musst’ ich kaufen,
Und tagaus, tagein,
Und bei Mondenschein,
Auch noch zärtlich sein!
Ohne Ruh und Rast
Musst’ ich küssen.
Das ist Höllenlast,
Küssen müssen!
Drum recht eisig hart
Hab’ ich sie genarrt,
Bis mein Wunsch mir ward.
Aus dem Hause warf
Sie mich gestern,
Und beliebte scharf
Noch zu lästern;
„Hätt’ ich nicht viel Geld,
Wär ich Schüsselheld
Gar nichts nutz der Welt!“
Doch mich macht der Hieb
Nimmer grämlich,
Denn die Liebe lieb’
Ich bequemlich;
Treibt sie Keine lau,
Werd’ ich ohne Frau
Ruhig alt und grau!
Friedrich Wilhelm Gubitz (1786-1870)
Carl Maria von Weber dachte Musik nicht nur in Tönen.
In seinem Liederzyklus „Die vier Temperamente bei dem Verlust der Geliebten“, op. 46 gestaltet Carl Maria von Weber vier menschliche Grundhaltungen als musikalische Figuren: den Leichtmütigen, den Schwermütigen, den Liebewütigen und den Gleichmütigen. Jede dieser Figuren klingt anders – bewegt sich anders – fühlt sich anders an.
Zur gleichen Zeit entwickelt der in Eutin wirkende Maler Johann Heinrich Wilhelm Tischbein eigene Studien zum menschlichen Charakter. In seinem Buch „Eselsgeschichte oder der Schwachmatikus und seine vier Brüder“ treten sie als Typen auf: Sanguinikus, Cholerikus, Melancholikus und Phlegmatikus. Tischbein macht sichtbar, was Weber hörbar macht. Seine Zeichnungen sind im Ostholstein-Museum zu sehen; im Schloss Eutin begegnen uns zudem vier Gemälde mit Szenen aus der klassischen Mythologie (unter anderem Odysseus), in denen gegensätzliche Charaktere unmittelbar aufeinandertreffen.
Zwischen beiden entsteht eine spannende Verbindung: Tischbein formt Charaktere im Bild, Weber gestaltet Temperamente im Klang. Die typgerechte Wortwahl der „Vier Temperamente“ von Friedrich Wilhelm Gubitz schlägt dabei eine Brücke – zwischen musikalischem Ausdruck und menschlichem Verhalten. So beginnt ein Spiel zwischen Hören, Sehen und Erkennen, in dem uns auch Johann Heinrich Voß mit seiner Homer-Übersetzung sowie Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller mit ihrer Temperamentenrose begegnen.
Oberon und Puck führen diesen Reigen im „Weber-Kompass“ weiter – als Einladung zum Ausprobieren, Vergleichen und Weiterdenken. Folgen Sie den Klängen, entdecken Sie Farben und finden Sie Ihre eigenen Verbindungen.
In „Carl Maria von Weber erleben: Ein Hörbegleiter“ führt Joseph Morgan die Leser durch die vielen Meisterwerke von Webers Schaffen und bietet Einblicke, indem er entscheidende Momente im Leben des Komponisten mit Webers Musik verknüpft, die maßgeblich prägte. Morgan erweckt den musikalischen Charakter von Webers wichtigsten Kompositionen zum Leben, von seinen populärsten Werken wie dem Programmwerk „Aufforderung zum Tanz“ über seine majestätischen Solostücke bis hin zu seinem bahnbrechenden Liederzyklus „Die Temperamente beim Verlust der Geliebten“. Morgan verknüpft dabei stets biografische, politische, ästhetische und historische Aspekte, um unser Verständnis von Webers kompositorischem Genie zu vertiefen. „Carl Maria von Weber erleben“ beschreibt nicht nur das kompositorische Genie dieser Persönlichkeit der Romantik, sondern auch seine Leistungen als Dirigent, Musikdirektor und Kritiker, der seine musikalischen Kollegen auf der Bühne und in den Werken maßgeblich unterstützte.
(Quelle: Auszüge aus der Buchbeschreibung des Verlags, frei übersetzt)
https://www.bloomsbury.com/uk/experiencing-carl-maria-von-weber-9781442255562/

So beschreibt Carl Maria von Weber des Tonkünstlers Traum:
Voll Zufriedenheit über eine vormittags glücklich geendete Symphonie und ein vortreffliches Mittagsmahl entschlummerte ich und sah mich im Traum plötzlich in den Konzertsaal versetzt, wo alle Instrumente belebt große Assemblée unter dem Vorsitz der gefühlvollen und mit naiver Naseweisheit erfüllten Oboe hielten. … Alles war seelenvergnügt, als auf einmal der grämliche Kontrabass, von einem Paar verwandter Violoncelle begleitet, zur Tür hereinstürmte und sich so voll Unmut auf den da stehenden Direktionsstuhl warf, dass das Klavier und alle anwesenden Geigeninstrumente vor Schrecken unwillkürlich miterklangen.
Farben sehen und Instrumente hören?
Weiter in Tab 2!
Klangfarben sehen und hören …
Mehr im Laufe des Jubiläumjahrs.
Voll Zufriedenheit über eine vormittags glücklich geendete Symphonie und ein vortreffliches Mittagsmahl entschlummerte ich und sah mich im Traum plötzlich in den Konzertsaal versetzt, wo alle Instrumente belebt große Assemblée unter dem Vorsitz der gefühlvollen und mit naiver Naseweisheit erfüllten Oboe hielten.
Rechts hatte sich eine Partie aus einer Viole d’amour, Bassethorn, Viola da gamba und Flûte douce arrangiert, die über die verflossenen guten alten Zeiten klagetönten; links hielt die Dame Oboe Zirkel mit jungen und alten Klarinetten und Flöten, mit und ohne unzählige Modeklappen. In der Mitte war das galante Klavier, von einigen süßen Violinen, die sich nach Pleyel und Girowetz gebildet hatten, umgeben.
Die Trompeten und Hörner zechten in einer Ecke, und die Pikkoloflöten und Flageolettchen durchschrien den Saal mit ihren naiven, kindlichen Einfällen, von denen Madame Oboe durchaus behauptete, es sei ächt Jean-Paul’sche Anlage, durch Pestalozzi zur höchsten Natürlichkeit erhoben, in ihren Tönen.
Alles war seelenvergnügt, als auf einmal der grämliche Kontrabass, von einem Paar verwandter Violoncelle begleitet, zur Tür hereinstürmte und sich so voll Unmut auf den da stehenden Direktionsstuhl warf, dass das Klavier und alle anwesenden Geigeninstrumente vor Schrecken unwillkürlich miterklangen.
Kontrabass:
„Nein! Da sollte einen ja der Teufel holen, wenn täglich solche Kompositionen vorkämen! Da komme ich eben aus der Probe einer Symphonie eines unserer neuesten Komponisten; und obwohl ich, wie bekannt, eine ziemlich starke und kräftige Natur habe, so konnte ich es doch kaum mehr aushalten, und binnen fünf Minuten wäre mir unausbleiblich der Stimmstock gefallen und die Saiten meines Lebens gerissen. Hat man mich nicht wie einen Geißbock springen und wüten lassen? Habe ich mich nicht zur Violine umwandeln sollen, um die Nicht-Ideen des Herrn Komponisten zu executieren, so will ich zur Tanzgeige werden und mein Brot mit Müllerschen und Kauerschen Tanzdarstellungen verdienen!“
Erstes Violoncell:
„Allerdings haben cher père recht; ich bin auch so fatiguiert, dass ich mich seit den Cherubinischen Opern keines solchen échauffements erinnere.“
Alle Instrumente:
„Erzählen Sie, erzählen Sie!“
Zweites Violoncell:
„Erzählen lässt sich so etwas kaum und eigentlich wohl noch weniger hören; denn nach den Begriffen, die mir mein göttlicher Meister Romberg eingeflößt hat, ist freilich die von uns eben executierte Symphonie ein musikalisches Ungeheuer, wo weder auf die Natur irgendeines Instrumentes, noch auf Ausführung eines Gedankens, noch auf irgendeinen andern Zweck als den des neu und originell Scheinenwollens hingearbeitet wäre. Man lässt uns gleich der Violine in die Höhe klettern…“
Erstes Violoncell (unterbricht):
„Als ob wir das nicht ebenso gut könnten!“
Eine zweite Violine:
„Ein jeder bleibe in seinen Schranken.“
Bratsche:
„Ja – denn ich stehe ja auch noch zwischen Ihnen, und was bliebe denn mir übrig?“
Erstes Violoncell:
„Ach, von Ihnen ist ja gar nicht mehr die Rede. Sie fluten nur noch mit uns im Unisono oder sind des Schauder- und Spannungserregens wegen, wie z. B. im Wasserträger, da; aber was den schönen Gesang betrifft…“
Erste Oboe:
„Da kann sich doch wohl mit mir niemand messen.“
Erste Klarinette:
„Erlauben, Madame, dass wir auch unsere Talente erwähnen.“
Erste Flöte:
„Ja – für Märsche und auf Hochzeiten.“
Erstes Fagott:
„Wer kommt dem göttlichen Tenore näher als ich?“
Erstes Horn:
„Sie werden sich doch nicht einbilden, so viel Zartheit und Kraft verbinden zu wollen wie ich?“
Klavier:
„Und was ist all dies gegen die Fülle der Harmonie, die ich umfasse? Wo ihr alle nur Teile eines Ganzen seid, bin ich selbstständig, und…“
Alle Instrumente (schreien zugleich):
„Ach, schweigen Sie! Sie können ja nicht einmal einen Ton aushalten!“
Erste Oboe:
„Kein Portamento!“
Zwei Flageolettchen:
„Da hat Mama recht!“
Zweites Violoncello:
„Da kann kein ordentlicher Ton zum Klingen kommen in diesem Lärm!“
Trompeten und Pauken (fallen fortissimo ein):
„Stille! Wir wollen auch reden. Was wäre die ganze Komposition ohne unseren Effekt? Wenn wir nicht knallen, applaudiert kein Mensch!“
Flöte:
„Gemeine Seelen reißt der Lärm dahin – das Hohe wohnt im Lispeln.“
Erste Violine:
„Und wenn ich euch nicht führte, was würde aus euch allen?“
Kontrabass (aufspringend):
„Meine doch – ich halte das Ganze! Und ohne mich ist nichts!“
Alle Instrumente (zugleich schreiend):
„Ich allein bin die Seele! Ohne mich – nichts!“
Auf einmal trat der Kalkant in den Saal, und erschrocken fuhren die Instrumente auseinander, denn sie kannten seine gewaltige Hand, die sie zusammenpackte und den Proben entgegentrug.
Kalkant:
„Wartet, rebelliert ihr schon wieder? Wartet! Gleich wird die Sinfonia eroica von Beethoven aufgelegt, und wer dann noch ein Glied oder eine Klappe rühren kann, der melde sich!“
Alle:
„Ach, nur das nicht!“
Bratsche:
„Lieber eine italienische Oper; da kann man doch zuweilen dabei nicken.“
Kalkant:
„Larifari! Man wird euch schon lehren! Glaubt ihr, dass in unseren aufgeklärten Zeiten, wo man über alle Verhältnisse hinwegvoltigiert, euretwegen ein Komponist seinem göttlichen, riesenhaften Ideen-Schwunge entsagen wird? Gott bewahre! Es ist nicht mehr von Klarheit und Deutlichkeit, Haltung der Leidenschaft, wie die alten Künstler Gluck, Händel und Mozart wähnten, die Rede.
Nein – hört das Rezept der neuesten Symphonie, das ich soeben aus Wien erhalten habe, und urteilt danach:
Erstens: ein langsames Tempo, voll kurzer, abgerissener Ideen, wo keine mit der anderen Zusammenhang haben darf; alle Viertelstunden drei oder vier Noten – das spannt! Dann ein dumpfer Paukenwirbel und mysteriöse Bratschensätze, alles mit der gehörigen Portion Generalpausen und Halte geschmückt. Endlich, nachdem der Zuhörer vor lauter Spannung auf das Allegro verzichtet hat, ein wütendes Tempo, in welchem aber hauptsächlich dafür gesorgt sein muss, dass kein Hauptgedanke hervortritt und dem Zuhörer desto mehr selbst zu suchen übrig bleibt. Übergänge von einem Ton in den andern dürfen nicht fehlen; man braucht sich aber deswegen nicht zu genieren – man braucht z. B. wie Pär in der Leonore nur einen Lauf durch die halben Töne zu machen und auf dem Ton, in den man will, stehen zu bleiben – so ist die Modulation fertig.
Überhaupt vermeide man alles Geregelte, denn die Regel fesselt nur das Genie.“
Da riss plötzlich eine Saite an der über mir hängenden Gitarre, und ich erwachte voll Schrecken, indem ich durch meinen Traum auf dem Wege war, ein großer Komponist im neuesten Genre oder — ein Narr zu werden.
Dank dir, freundliche Begleiterin des Gesanges, für deine Aufmerksamkeit. Ich eilte schnell zu meiner eben vollendeten Arbeit, fand sie nicht nach dem Rezepte des gelehrten Kalkanten und ging, beruhigt und den Himmel im Busen vor Erwartung, in die Aufführung des Don Juan.

Carl Maria von Weber 2026: Gegenüber der Opernscheune der Eutiner Festspiele.

Puck:
Gestatten Sie, dass ich meinen Meister vorstelle.
Sein Name lautet: Carl Maria Friedrich Ernst von Weber.
So steht es heute im Taufregister der Stadt Eutin geschrieben.
Auch wenn er in Eutin nicht auf den Namen Maria getauft wurde, wie manch Gelehrter schrieb.
Wer den Namen wohl später mit anderer Handschrift nachgetragen hat?
Carl – wie sein Vater ihn kurz nannte – war weit mehr als nur ein literarisch interessierter Komponist. Er gehört zu den frühen Vertretern eines neuen Künstlertypus: Musiker, Dichter und Musikschriftsteller in einer Person.
Und man sagt sogar, er sei der bedeutendste Vertreter der deutschen romantischen Oper – noch vor Richard Wagner. Zudem gilt er vielen als Begründer jener Kunst, die man später „Klangfarbencharakteristik“ nennen sollte.
Oberon:
Genug von großen Worten über den Meister, mein treuer Puck.
Denn auch ein Tonkünstler arbeitet nicht allein.
Darum darf ich Ihnen heute die Mitarbeiter unseres kleinen Redaktionsbüros vorstellen – die verschiedenen Namen, unter denen der Meister schrieb, stritt, rezensierte und gelegentlich auch sich selbst lobte.
Willkommen im Weber-Team!
Puck:
Wusstest Du übrigens, dass unser Meister als Mitglied des „Harmonischen Vereins“ Beiträge für mehrere Zeitungen schrieb? Für die Allgemeine musikalische Zeitung, für das Morgenblatt, für die Zeitung für die elegante Welt, für das Badische Magazin und sogar für die Prager Oberpostamtszeitung.
Doch nicht immer unter seinem eigenen Namen.
Manchmal hieß er Melos, manchmal Niemand – und gelegentlich auch Simon Knaster.

Puck:
Oberon, ich komme ins Grübeln.
Unser Meister heißt Carl – oder Karl –, dazu Maria, Friedrich und Ernst.
Dann nennt er sich Krautsalat, schreibt als Melos, kennzeichnet Artikel mit M., rezensiert als Simon Knaster und versteckt sich gelegentlich hinter Niemand.
Oberon:
Ja, mein lieber Puck.
Ein ganzes Redaktionsbüro in einer einzigen Person.
Puck:
Und wenn man alle Namen zusammenruft – wer antwortet dann?
Oberon:
Am Ende doch immer derselbe.
Puck:
Der Komponist aus Eutin?
Oberon:
Genau der.
Puck:
Dann weiß ich nun, wie ich ihn künftig nenne.
Oberon:
Und wie?
Puck:
Ganz einfach: Meister Weber.
Oberon:
Siehst Du – manchmal genügt ein einziger Name.

Oberon:
Hier begegnen wir dem erfahrenen Musikdirektor.
Er ist viel herumgekommen, unser Carl Maria Friedrich Ernst.
Puck:
Kapellmeister, Operndirektor, Musikdirektor – viele Ämter, viele Aufgaben.
Oberon:
Von Breslau über Prag bis nach Dresden führte ihn sein Weg durch die Theater Europas.
Puck:
Und überall brachte er Ordnung ins Orchester, Mut auf die Bühne und neue Musik in die Welt.
Oberon:
So steckt im Namen Ernst auch ein wenig von jener Verantwortung, die unser Meister als Dirigent und Theatermann trug.
Puck:
Viele Berufe also – und am Ende doch ein Meister in einer Person.

Puck:
Das also ist der literarisch interessierte Komponist aus dem Weber-Team?
Oberon:
Puck, das ist unser Meister selbst.
In der Eutiner Hofkapelle wurde er auf die Namen
Carl Friedrich Ernst getauft.
Puck:
Verstehe.
Erst drei Namen – später drei Berufe:
Komponist, Musikdramatiker und Dirigent.
Oberon:
Und vielleicht noch ein vierter:
Chronist seiner eigenen Zeit.

Oberon:
Hier begegnen wir unserem virtuosen Konzertpianisten – einem Freund des Naturhorns und der Klarinette.
Puck:
Und in fröhlicher Runde greift er auch gern zur Gitarre!
Aber sag:
Weshalb ist der Vorname unseres Meisters auf dem Eutiner Denkmal mit K geschrieben?
Oberon:
Im Taufregister wurde das C später ergänzt.
Man nimmt an, dass Vater und Sohn während ihres Aufenthalts in Eutin im Jahr 1802 – der fast vierzehn Tage dauerte – diese Frage klärten.
Puck:
Und doch wunderten sich im großen Weber-Jahr 1986 einige Eutiner Bürger über den Buchstaben auf dem Denkmal.
Wer dafür verantwortlich war, wusste niemand so genau.
Oberon:
Allerdings zeigt schon ein Foto von 1926 – aus der Zeit der großen Weber-Feier in Eutin –, dass der Name dort bereits mit K geschrieben war.
Auch Postkarten aus jener Zeit belegen diese Schreibweise.
Puck:
Vielleicht hatten also auch hier die Rechtschreibreformer ihre Finger im Spiel – so wie bei Cöln oder Göthe, deren Schreibweise sich später wandelte.
Oberon:
So bleiben am Ende zwei Möglichkeiten:
Man lässt das K, wie es einst gesetzt wurde.
Oder man ersetzt es durch ein C und entlässt das Denkmal seiner Zeitgebundenheit.
Puck:
Doch wie auch immer der Name unseres Meisters beginne – ob mit K oder mit C:
Der Klang seiner Musik bleibt derselbe.
Oberon:
Und vielleicht lächelt der Meister darüber, dass Menschen an seinem 200. Geburtstag über einen Buchstaben diskutierten, während seine Melodien längst weitergezogen sind – vom kleinen Eutin hinaus in die große Welt.
Verbindungslinien

Mitglied des "Harmonischen Vereins", Beiträge für AMZ, dem Morgenblatt, der Zeitung für die elegante Welt, Badisches Magazin, Prager Oberpostamtszeitung.

Puck:
Wie bitte? Krautsalat?
Ist das wirklich ein weiterer Name unseres Meisters?
Oberon:
Nicht ganz.
Puck:
Woher stammt nun dieser seltsame Name?
Oberon:
Schlagen wir nach bei Weber.
[Oberon schwingt sein Lilienzepter. Ein Buch erscheint.]
Es ist die Biografie "Carl Maria von Weber in seiner Zeit" von Christoph Schwandt.
[Oberon liest aus Seite 91 vor]
Die Stuttgarter Künstlerclique „Fausts Höllenfahrt“ plante einst einen „Marc Anton“ aufzuführen. Margarethe – genannt Gretchen – sollte die Titelrolle übernehmen, Weber hingegen wollte als Tenor den singenden "Krautsalat" darstellen.
Ob dieser Spaß im Jahr 1808 oder kurz danach stattfand, weiß man nicht mehr genau.
Doch sicher ist: In diesem übermütigen Kreis nannte sich Weber selbst „Krautsalat“.
Puck:
Also ein Künstlername aus guter Laune geboren.
Oberon:
Und vermutlich mit ebenso viel Humor getragen.

Oberon:
Manchmal genügte unserem Meister auch nur ein einzelner Buchstabe.
Puck:
M.
Oberon:
Kurz, knapp und geheimnisvoll.
Puck:
Doch hinter diesem kleinen Zeichen verbergen sich wiederum Rezensionen und Beiträge über das musikalische Leben der Zeit.
Oberon:
Auch dieser Schreiber gehört zum „Harmonischen Verein“ und veröffentlicht in jenen Zeitungen, die nicht nur von Künstlern gelesen werden, sondern auch von einem neugierigen Publikum.
Puck:
So wanderten Webers Gedanken unter vielen Masken durch die Blätter des Landes.

Oberon:
Wenn es um Rezensionen geht, ist Melos zur Stelle.
Puck:
Ein Kritiker mit sicherem Urteil – besonders wenn es um die Werke Carl Maria von Webers geht.
Oberon:
Was natürlich den kleinen Vorteil hat, dass er dabei oft über sich selbst schreibt.
Puck:
Aber im „Harmonischen Verein“ war das keineswegs ungewöhnlich.
Man diskutierte, schrieb, widersprach einander – und ließ die Gedanken durch mehrere Namen wandern.
Oberon:
So entstand ein lebendiger Austausch über Musik und Kunst.
Und Melos war mittendrin.

Oberon:
Hier sehen Sie einen besonders bescheidenen Mitarbeiter unseres Hauses: Niemand.
Puck:
Ja, sein Name klingt beinahe wie eine höfliche Verbeugung.
Doch seine Texte sprechen eine andere Sprache.
Oberon:
Gewandt, elegant und mit einem wachen Blick für die Welt der Kunst – ganz so, als wäre er direkt aus der Zeitung für die elegante Welt hervorgetreten.
Puck:
Kein Wunder. Auch Niemand gehört zum „Harmonischen Verein“ und liefert Beiträge für mehrere der damals vielgelesenen Zeitungen.
Oberon:
Und während die Leser über seine Gedanken nachdenken, ahnen sie meist nicht, dass hier wieder einmal unser Meister selbst spricht.

Puck:
Gestatten Sie, dass ich meinen Meister vorstelle.
Sein Name lautet: Carl Maria Friedrich Ernst von Weber.
So steht es heute im Taufregister der Stadt Eutin geschrieben.
Auch wenn er in Eutin nicht auf den Namen Maria getauft wurde, wie manch Gelehrter schrieb.
Wer den Namen wohl später mit anderer Handschrift nachgetragen hat?
Carl – wie sein Vater ihn kurz nannte – war weit mehr als nur ein literarisch interessierter Komponist. Er gehört zu den frühen Vertretern eines neuen Künstlertypus: Musiker, Dichter und Musikschriftsteller in einer Person.
Und man sagt sogar, er sei der bedeutendste Vertreter der deutschen romantischen Oper – noch vor Richard Wagner. Zudem gilt er vielen als Begründer jener Kunst, die man später „Klangfarbencharakteristik“ nennen sollte.
Oberon:
Genug von großen Worten über den Meister, mein treuer Puck.
Denn auch ein Tonkünstler arbeitet nicht allein.
Darum darf ich Ihnen heute die Mitarbeiter unseres kleinen Redaktionsbüros vorstellen – die verschiedenen Namen, unter denen der Meister schrieb, stritt, rezensierte und gelegentlich auch sich selbst lobte.
Willkommen im Weber-Team!
Puck:
Wusstest Du übrigens, dass unser Meister als Mitglied des „Harmonischen Vereins“ Beiträge für mehrere Zeitungen schrieb? Für die Allgemeine musikalische Zeitung, für das Morgenblatt, für die Zeitung für die elegante Welt, für das Badische Magazin und sogar für die Prager Oberpostamtszeitung.
Doch nicht immer unter seinem eigenen Namen.
Manchmal hieß er Melos, manchmal Niemand – und gelegentlich auch Simon Knaster.

Puck:
Oberon, ich komme ins Grübeln.
Unser Meister heißt Carl – oder Karl –, dazu Maria, Friedrich und Ernst.
Dann nennt er sich Krautsalat, schreibt als Melos, kennzeichnet Artikel mit M., rezensiert als Simon Knaster und versteckt sich gelegentlich hinter Niemand.
Oberon:
Ja, mein lieber Puck.
Ein ganzes Redaktionsbüro in einer einzigen Person.
Puck:
Und wenn man alle Namen zusammenruft – wer antwortet dann?
Oberon:
Am Ende doch immer derselbe.
Puck:
Der Komponist aus Eutin?
Oberon:
Genau der.
Puck:
Dann weiß ich nun, wie ich ihn künftig nenne.
Oberon:
Und wie?
Puck:
Ganz einfach: Meister Weber.
Oberon:
Siehst Du – manchmal genügt ein einziger Name.

Oberon:
Hier begegnen wir dem erfahrenen Musikdirektor.
Er ist viel herumgekommen, unser Carl Maria Friedrich Ernst.
Puck:
Kapellmeister, Operndirektor, Musikdirektor – viele Ämter, viele Aufgaben.
Oberon:
Von Breslau über Prag bis nach Dresden führte ihn sein Weg durch die Theater Europas.
Puck:
Und überall brachte er Ordnung ins Orchester, Mut auf die Bühne und neue Musik in die Welt.
Oberon:
So steckt im Namen Ernst auch ein wenig von jener Verantwortung, die unser Meister als Dirigent und Theatermann trug.
Puck:
Viele Berufe also – und am Ende doch ein Meister in einer Person.

Puck:
Das also ist der literarisch interessierte Komponist aus dem Weber-Team?
Oberon:
Puck, das ist unser Meister selbst.
In der Eutiner Hofkapelle wurde er auf die Namen
Carl Friedrich Ernst getauft.
Puck:
Verstehe.
Erst drei Namen – später drei Berufe:
Komponist, Musikdramatiker und Dirigent.
Oberon:
Und vielleicht noch ein vierter:
Chronist seiner eigenen Zeit.

Oberon:
Hier begegnen wir unserem virtuosen Konzertpianisten – einem Freund des Naturhorns und der Klarinette.
Puck:
Und in fröhlicher Runde greift er auch gern zur Gitarre!
Aber sag:
Weshalb ist der Vorname unseres Meisters auf dem Eutiner Denkmal mit K geschrieben?
Oberon:
Im Taufregister wurde das C später ergänzt.
Man nimmt an, dass Vater und Sohn während ihres Aufenthalts in Eutin im Jahr 1802 – der fast vierzehn Tage dauerte – diese Frage klärten.
Puck:
Und doch wunderten sich im großen Weber-Jahr 1986 einige Eutiner Bürger über den Buchstaben auf dem Denkmal.
Wer dafür verantwortlich war, wusste niemand so genau.
Oberon:
Allerdings zeigt schon ein Foto von 1926 – aus der Zeit der großen Weber-Feier in Eutin –, dass der Name dort bereits mit K geschrieben war.
Auch Postkarten aus jener Zeit belegen diese Schreibweise.
Puck:
Vielleicht hatten also auch hier die Rechtschreibreformer ihre Finger im Spiel – so wie bei Cöln oder Göthe, deren Schreibweise sich später wandelte.
Oberon:
So bleiben am Ende zwei Möglichkeiten:
Man lässt das K, wie es einst gesetzt wurde.
Oder man ersetzt es durch ein C und entlässt das Denkmal seiner Zeitgebundenheit.
Puck:
Doch wie auch immer der Name unseres Meisters beginne – ob mit K oder mit C:
Der Klang seiner Musik bleibt derselbe.
Oberon:
Und vielleicht lächelt der Meister darüber, dass Menschen an seinem 200. Geburtstag über einen Buchstaben diskutierten, während seine Melodien längst weitergezogen sind – vom kleinen Eutin hinaus in die große Welt.
Verbindungslinien

Mitglied des "Harmonischen Vereins", Beiträge für AMZ, dem Morgenblatt, der Zeitung für die elegante Welt, Badisches Magazin, Prager Oberpostamtszeitung.

Puck:
Wie bitte? Krautsalat?
Ist das wirklich ein weiterer Name unseres Meisters?
Oberon:
Nicht ganz.
Puck:
Woher stammt nun dieser seltsame Name?
Oberon:
Schlagen wir nach bei Weber.
[Oberon schwingt sein Lilienzepter. Ein Buch erscheint.]
Es ist die Biografie "Carl Maria von Weber in seiner Zeit" von Christoph Schwandt.
[Oberon liest aus Seite 91 vor]
Die Stuttgarter Künstlerclique „Fausts Höllenfahrt“ plante einst einen „Marc Anton“ aufzuführen. Margarethe – genannt Gretchen – sollte die Titelrolle übernehmen, Weber hingegen wollte als Tenor den singenden "Krautsalat" darstellen.
Ob dieser Spaß im Jahr 1808 oder kurz danach stattfand, weiß man nicht mehr genau.
Doch sicher ist: In diesem übermütigen Kreis nannte sich Weber selbst „Krautsalat“.
Puck:
Also ein Künstlername aus guter Laune geboren.
Oberon:
Und vermutlich mit ebenso viel Humor getragen.

Oberon:
Manchmal genügte unserem Meister auch nur ein einzelner Buchstabe.
Puck:
M.
Oberon:
Kurz, knapp und geheimnisvoll.
Puck:
Doch hinter diesem kleinen Zeichen verbergen sich wiederum Rezensionen und Beiträge über das musikalische Leben der Zeit.
Oberon:
Auch dieser Schreiber gehört zum „Harmonischen Verein“ und veröffentlicht in jenen Zeitungen, die nicht nur von Künstlern gelesen werden, sondern auch von einem neugierigen Publikum.
Puck:
So wanderten Webers Gedanken unter vielen Masken durch die Blätter des Landes.

Oberon:
Wenn es um Rezensionen geht, ist Melos zur Stelle.
Puck:
Ein Kritiker mit sicherem Urteil – besonders wenn es um die Werke Carl Maria von Webers geht.
Oberon:
Was natürlich den kleinen Vorteil hat, dass er dabei oft über sich selbst schreibt.
Puck:
Aber im „Harmonischen Verein“ war das keineswegs ungewöhnlich.
Man diskutierte, schrieb, widersprach einander – und ließ die Gedanken durch mehrere Namen wandern.
Oberon:
So entstand ein lebendiger Austausch über Musik und Kunst.
Und Melos war mittendrin.

Oberon:
Hier sehen Sie einen besonders bescheidenen Mitarbeiter unseres Hauses: Niemand.
Puck:
Ja, sein Name klingt beinahe wie eine höfliche Verbeugung.
Doch seine Texte sprechen eine andere Sprache.
Oberon:
Gewandt, elegant und mit einem wachen Blick für die Welt der Kunst – ganz so, als wäre er direkt aus der Zeitung für die elegante Welt hervorgetreten.
Puck:
Kein Wunder. Auch Niemand gehört zum „Harmonischen Verein“ und liefert Beiträge für mehrere der damals vielgelesenen Zeitungen.
Oberon:
Und während die Leser über seine Gedanken nachdenken, ahnen sie meist nicht, dass hier wieder einmal unser Meister selbst spricht.