PETER SCHMOLL
und seine Nachbarn
Eine frühe Eutiner Weber-Episode …
Hat Carl Maria von Weber die Ouvertüre zu seiner komischen Oper Peter Schmoll und seine Nachbarn 1802 in Eutin vorgestellt – oder zumindest eine musikalische Kostprobe gereicht? Der Gedanke ist reizvoll… – Der fünfzehnjährige Weber hatte seine Oper gerade in Salzburg vollendet, als er gemeinsam mit seinem Vater zu einer „musikalischen Reise“ nach Norddeutschland aufbrach. Im Haus des musikliebenden Kanzleirats Stricker in der Pfaffenstraße soll am zweiten Abend ein Hauskonzert stattgefunden haben. Carl Maria habe dabei unter anderem die Ouvertüre zu Peter Schmoll gespielt. – So jedenfalls erzählt es die Eutiner Überlieferung, Carl Maria von Weber und Eutin aus dem Jahr 1951. Unabhängig vom historischen Wahrheitsgehalt der Überlieferung ist Peter Schmoll und seine Nachbarn bis heute nur fragmentarisch greifbar, da die ursprünglichen Sprechtexte als verschollen gelten.

Denk- und Arbeitsraum
Schmoll 2027 macht Webers frühes Musiktheater als heutigen Experimentierraum erfahrbar. Ist das Werk besser geeignet für szenische Lesungen, für konzertante Versionen, kammermusikalische Singspiele oder gar für szenische Umsetzungen auf kleinen und großen Bühnen? Vier Themen-Module mit Leitfragen-Checklisten, Stärken- Schwächen-Analysen, Fragen zu eigenen Beobachtungen und Skalen zur Einschätzung helfen, Antworten zu finden.
Edutainment: Marginalien, durchgängig am Rand jeder Buchseite, bieten Platz für Notizen, Kommentare oder Anmerkungen. Eine Übersicht im Anhang zeigt, welche Romanstellen in die editorische Rekonstruktion eingeflossen sind. Peter Schmoll und seine Nachbarn neu lesen – und als musiktheatrale Premiere wiederentdecken.
Weber-Oper
lesen und hören
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„Peter Schmoll 2027“ verbindet Rekonstruktion und Neubearbeitung nach der Romanvorlage von Carl Gottlob Cramer (1799 in zwei Bänden erschienen). Das neue Textbuch mit Hörbeispielen soll Webers Frühwerk als schlüssiges Musiktheater neu erfahrbar machen und an den ersten Besuch seiner Geburtsstadt Eutin erinnern.
In 2027 steht ein 100-jähriges Jubiläum an.
Die Peter-Schmoll-Premiere vom 18. November 1927 am Stadttheater Lübeck.
Die Abbildung des Theaterzettels aus dem Stadtarchiv Lübeck finde Sie unten im Tabulator „Rekonstruktion“.
Libretto Premiere
Noch ist der Vorhang nicht ganz geöffnet – doch die Libretto-Premiere rückt näher.
Das Libretto zum Lesen und Hören erscheint im Laufe des Weber-Jubiläumsjahres 2026.
Vorab stehen eine erste Leseprobe und 60-Sekunden-Hörbeispiele bereit.
Eine Singspiel voller Herz, Humor – und unglaublicher Verwechslungen
In „Peter Schmoll und seine Nachbarn“ treffen Menschen aufeinander, die in Folge der Französischen Revolution untergetaucht sind, ihre Namen geändert haben und nicht wissen, wer ihnen gegenübersteht – obwohl ihre Vergangenheit eng miteinander verwoben ist.
Mitten hinein platzt eine zarte Liebe zwischen Minette und Carl, zwei jungen Menschen, die sich als Kinder kannten und jetzt nicht wiedererkennen. Ein geheimnisvoller Greis, ein Eremit, ein panischer Kaufmann und ein überforderter Diener sorgen für überraschende Wendungen.
Was als verzweifeltes Versteckspiel beginnt, endet als warmherzige Wiedervereinigung:
Eine Oper über Identität, Mut, Freundschaft – und die Kraft der Liebe, die trotz aller Masken ihren Weg findet.
Ideal für Neugierige, Neueinsteiger*innen und alle, die Geschichten mögen, in denen Menschen sich verlieren – und am Ende umso tiefer wiederfinden.
„Eine erste musikalisch vollständige Talentprobe stellt die 1803 uraufgeführte Oper Peter Schmoll und seine Nachbarn dar. Während sich die Ouvertüre (die erste in der Reihe der „typischen“ Weber-Ouvertüren) bis heute als lebendiges und effektvolles Konzertstück gehalten hat, hat das Werk als Ganzes nur seltene Wiederbelebungsversuche erlebt. Das erscheint ein wenig unverständlich; muss man denn ein Opernpublikum immer nur mit großen, bekannten Stücken locken? Findet denn nicht auch etwa Mozarts Jugendoper Bastien und Bastienne ihre Liebhaber? Man sollte daher ruhig einmal wieder versuchen, auch Peter Schmoll einem breiteren Publikum nahezubringen.“
Quelle:
Die vergessenen Werke – Webers unbekannte Opern
in Programmheft Eutiner Sommerspiele 1968, S. 18f.
Gerald Mertens
Chefredaktion das Orchester
Die vorliegende Fassung von Peter Schmoll und seine Nachbarn ist eine Werkstatt-Rekonstruktion. Sie versteht sich als dramaturgischer Entwurf – als Anstoß, ein selten gespieltes Frühwerk Carl Maria von Webers in seiner ursprünglichen Spielbarkeit neu erfahrbar zu machen.
Die gesprochenen Dialoge gelten als verschollen. Frühere Aufführungen griffen daher wiederholt tief in Struktur, Nummernfolge, Figurenkonstellation und Handlung ein. Diese Bearbeitung wählt einen anderen Weg: Auf Grundlage der Romanvorlage, der überlieferten Gesangstexte und der originalen musikalischen Abfolge wurde das Werk wie ein dramaturgisches Puzzle neu zusammengesetzt. Ziel war es, Liedtexte und erzählerische Prosa zu einer schlüssigen Bühnendramaturgie zu verbinden, ohne die musikalische Substanz zu verändern.
Die Rekonstruktion erhebt keinen Anspruch auf Endgültigkeit. Sie ist als Arbeitsgrundlage gedacht – offen für Kürzungen, Erweiterungen, szenische Umdeutungen oder neue Akzentsetzungen. Gerade im Frühwerk liegt die Chance, Strukturen sichtbar zu machen, die in späteren Opern weiterentwickelt wurden: Identität und Verstellung, gesellschaftliche Rollenbilder, Besitz und Moral, komische Brechung als Schutzmechanismus.
Die anschließenden Kapitel zur Inszenier und Werkstatt-Module sind als Denk- und Arbeitsfelder konzipiert. Sie dienen der Öffnung: für Analyse, Diskussion, Probenarbeit oder thematische Spielzeitplanung. Das Werk soll erneut befragt werden. Diese Fassung ist ein Aufschlag – eine Einladung, Peter Schmoll wieder als spielbares Musiktheater zu denken und eigenständig weiterzuentwickeln.
Auch private Leserinnen und Leser lade ich ein, Figuren, Handlung und musikalische Dramaturgie aktiv nachzuvollziehen und weiterzudenken. Die Module sollen es ermöglichen, historische Stoffe konstruktiv-kreativ mit heutigen Fragen zu verbinden – die Oper aufzunehmen und sich ein eigenes Urteil zu erarbeiten
Frühere Neufassungen
Laut der Carl Maria von Weber Gesamtausgabe entstanden zwischen 1927 und 1963 – soweit bekannt – sechs Neufassungen, die das Problem
der verlorenen Dialogtexte jeweils auf unterschiedliche Weise zu lösen versuchten. In einigen Neuauffassungen griff man wiederholt in die Partitur ein: Gesangsnummern wurden umgestellt, gekürzt oder ganz gestrichen. Die erste Neufassung in fünf Bildern mit Dialogen in Versform erarbeitete der Lübecker Opernregisseur Carl Eggert. Die Premiere fand am 18. November 1927 im Stadttheater Lübeck statt – ihr hundertjähriges Jubiläum fällt somit auf das Jahr 2027. Am einflussreichsten wurde die Fassung von Willy Werner Göttig (1963), der erneut Prosadialoge bevorzugte.

Quelle: Archiv der Hansestadt Lübeck 04.04-1/7 – Theaterbehörde/Bühnen der Hansestadt Lübeck Nr. 294
Die 20 Nummernfolgen hat Götting erheblich verändert: 1, 11, 3, 7, 5, 6, 8, 17, 18, 4, 9, 10, 13, 16, 15, 12, 19, 2, 14, 20. In dessen Bearbeitung wurde Peter Schmoll einen Bruder namens Martin zugeschrieben. Peter Schmoll und seine Nachbarn – eine Figur, die im Roman nicht vorkommt. Auch die Gesangstexte wurden verändert. Minette ist im Roman anfangs 15 Jahre alt und am Ende des zweiten Bands angekommen 21 Jahre. Als Minette Carl das erste Mal nach ihrer Trennung wiedersieht und beide sich nicht wiedererkennen, verliebt sich Minette sofort in Carl Sie ist zu diesem Zeitpunkt 18 Jahre alt. Möglicher Kritik vorbeugend richtet sich Romanverfasser Cramer im Buch direkt an Rezensenten und erklärt Minettes spontane Verliebtheit.
Rekonstruktion nach dem gleichnamigen Roman
Der Roman Peter Schmoll und seine Nachbarn umfasst sechs Perioden: Die erste reicht bis 1791, die sechste endet 1797. Über seine literarische Bedeutung gehen die Urteile auseinander:
- Vorwort des Klavierauszugs (1963):
Der Roman habe 1800 zwar eine zweite Auflage erlebt, besitze aber „keinen besonderen literarischen Wert“
(nach der Gesamtausgabe Webers, Reihe 2, Bd. I, S. XII/XIII). - Gerald Mertens (Spielzeitheft der Eutiner Festspiele, 1986):
„Es war ein damals sehr populärer Roman.“ - Christoph Schwandt, Carl Maria von Weber in seiner Zeit (Schott, 2014, S. 44):
Cramers Romane seien beliebt gewesen, und Peter Schmoll habe „rasch weitere Auflagen“ erlebt. „Carl Marias drittes Bühnenwerk war also eine Oper zu einem Bestseller mit tagesaktuellem Bezug.“ - Jürgen Gauert (CD-Booklet zur Schmoll-Aufnahme, 1993):
Die Idee, den Roman als Opernstoff zu bearbeiten, stamme von Franz Anton Weber. „Cramer war zu seiner Zeit ein beliebter Bestsellerautor.“ Librettist Türke habe sich „pedantisch an die umständliche Romanvorlage“ gehalten.
Letzteres bestätigt sich weitgehend: Textfragmente des Romans wurden nahezu wörtlich in die Gesangsnummern übernommen. In der vorliegende Neufassung steht jede Nummer nachvollziehbar im Kontext des jeweiligen Romankapitels. In der Libretto-Rekonstruktion ist die gesamte Handlung der Spielbarkeit wegen auf ein Jahr reduziert.
I. Akt
Der misstrauische, aus Amsterdam geflohene Kaufmann Peter Schmoll lebt mit seiner Tochter Minette und dem treuen Diener Hans Bast zurückgezogen in einem alten Jagdhaus auf den Mauern der Bärenburg. Ein rätselhafter Brief, den er kurz vor der Flucht erhielt, lässt ihn nicht los: Andeutungsweise ist die Rede davon, dass sein engster Freund Helmers ein ähnliches Schicksal erlitten habe wie Abbé Saurin, Minettes ehemaliger Hauslehrer – doch niemand weiß, was das bedeutet.
Aus Angst vor Verfolgung hat sich Schmoll völlig eingekapselt, zählt obsessiv sein gerettetes Geld und lebt in ständiger Sorge, während Minette unter ihrer Isolation leidet.
Nicht nur Schmoll verbirgt sich: Auch andere aus seinem früheren Umfeld haben anonym in derselben Gegend Zuflucht gefunden – unter falschen Namen, verstellten Stimmen oder als Einsiedler. Alle leben inkognito, sodass selbst Menschen, die früher eng verbunden waren, einander nicht mehr erkennen. Dazu gehören auch Minette und Carl, die als Kinder miteinander spielten und sich nun, erwachsen geworden, nicht wiedererkennen.
Minette begegnet in der Waldeinsamkeit dem jungen Carl, der als Oberbereiter beim Grundherrn Michelsen arbeitet und ebenfalls unter falscher Identität lebt. Eine zarte Liebe entsteht, doch beide verschweigen aus Angst ihre Herkunft und verabreden ein geheimes Zeichen.
Hans Bast bemerkt Minettes Verwandlung. Kurz darauf bittet Bauer Niklas um ein Quartier für Michelsens besten Mitarbeiter – ohne zu ahnen, dass es Carl ist. Minette überredet Bast, den jungen Mann heimlich im Haus aufzunehmen. Als es zum ersten Zusammentreffen kommt, begreift Bast langsam, was vor sich geht. Zwischen ihm und Carl entsteht Sympathie.
Carl träumt vom Pferdehandel und wird von Minette unterstützt; doch als er einem erschöpften alten Mann sein gesamtes Geld schenkt, bewundert Minette seine Güte – ein Moment, den Chor und Handlung gleichermaßen feiern.
II. Akt
Carl ist tief von der Begegnung mit dem alten Mann berührt, und Minette versucht, seine Unruhe zu mildern. Währenddessen beginnt sich Schmoll durch die Beobachtung der Reiter vor der Burg – insbesondere eines Reiters im roten Rock, nicht wissend, dass es Carl ist – langsam wieder für das Leben zu öffnen.
Minette und Carl besuchen den geheimnisvollen, fast blinden Greis, der sich schweizerisch gibt und als Einsiedler lebt. Niemand der drei ahnt, dass es Helmers ist – Carls Vater und Schmolls lang vermisster Freund. Der Greis spricht über die Missverständnisse und Gerüchte im Dorf, die zeigen, wie leicht Menschen sich falsch beurteilen – das zentrale Motiv der Oper. Am Ende segnet er Minette.
Minette möchte Carl nun ihrem Vater vorstellen. Carl legt seinen besten blauen Rock an, doch gerade dieser Anblick erschreckt den misstrauischen Schmoll, der ihn nicht erkennt und für einen Eindringling hält. Die Situation eskaliert, bis Schmoll vor Aufregung zusammenbricht.
Jetzt beginnen die Masken zu fallen.
Hans Bast und Carl holen den nahe wohnenden Eremiten, der Schmoll mit Tropfen versorgt. Dabei erkennt Schmoll den Mann verblüfft wieder: Es ist Abbé Saurin, Minettes ehemaliger Lehrer und der Verfasser des rätselhaften Briefes.
Schritt für Schritt lichten sich jetzt die Schleier des Inkognito-Lebens: Der Greis enthüllt sich als Helmers – Carls Vater und Schmolls Geschäftspartner und bester Freund. Minette und Carl erkennen ihre alte Kinderfreundschaft wieder.
Damit wird klar: Alle lebten seit Jahren als Nachbarn – ohne einander zu erkennen. Am Ende verteilt Schmoll großzügig sein gerettetes Vermögen und beschließt, Land zu kaufen, damit alle – Minette, Carl, Helmers, Bast und Saurin – künftig gemeinsam und ohne Masken leben können.
Die einst angstbesetzte Bärenburg wird zum Zuhause einer wiedergefundenen Gemeinschaft.

Peter Schmoll und seine Nachbarn
Erschienen am 10. Nov. 1993
Gerhard Markson, Philharmonisches Orchester Hagen
Label: Marco Polo, Art. Nr.: 8.223592-93, EAN: 4891030235922*
Die Originalpartitur zeigt „eine große dramatische Begabung, und für einen fünfzehnjährigen Komponisten ist es ein außergewöhnliches Werk … Peter Schmoll steht am Beginn eines Weges, der schließlich zu Oberon und Der Freischütz führt.“
*
Lesen. Hören. Vergleichen.
Hörbeispiele ergänzen das Libretto. Die Ersteinspielungen wurden freundlicherweise von NAXOS für das Libretto zur Verfügung gestellt.
Empfehlung: Zur Libretto-Ausgabe Peter Schmoll 2026 Tonaufnahmen hören und vergleichen.
- Ersteinspielung mit Gerhard Markson und dem Philharmonischen Orchester Hagen vom 5. Februar 1993.
-
Zusammenspiel von Text und Musik: Hauptmerkmale des Weberschen Tonsprache sind darin zu erkennen
-
Ideales Arbeitsmittel für Studium, Dramaturgie und Inszenierungsvorbereitung
-
Peter Schmoll nicht nur lesen, sondern als Musiktheater erfahren
Beispiel (Beta-Version):
Texte der Bearbeitung von Willy Werner Götting aus dem Jahr 1963 hören und synchron dazu die Texte der Urfassung um 1801/02 von Joseph Türke im Libretto lesen (Sie sehen im Obertitel den Text Urfassung, darunter synchron die Untertitel der Ersteinspielung).
B: Hans Bast, M: Minette, S: Peter Schmoll
60-Sekunden-Hörbeispiele
Ersteinspielung 1963 mit geänderten Gesangstexten
- Das sind die schönsten Früchte der Revolution
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- https://carlmariavonweber.de/schmoll-libretto/#1778261000986-2200bc2d-ce0f
- OPER
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- Spiele, alter Esel Du
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- OPER
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- Im Rheinland eine Dirne war
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- OPER
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- Der Wüstling verschwendet der Liebe Gefühl
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- OPER
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- Die Menschen sind schon so
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- OPER
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- Wenn er nur Ruh und Ordnung hält
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- OPER
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- Hans Bast, gib Acht, Hans Bast
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- OPER
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- O Hoffnung, gütigste der Feen
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- OPER
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- Dich an dies Herz zu drücken
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- OPER
- https://carlmariavonweber.de/wp-content/uploads/audio/schmoll-mp3/Nr9-NeueNr18-Duett_01.mp3
- Der edle junge schöne Mann
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- OPER
- https://carlmariavonweber.de/wp-content/uploads/audio/schmoll-mp3/Nr10-NeueNr4-Duett_01.mp3
- Es ist das seligste Vergnügen
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- OPER
- https://carlmariavonweber.de/wp-content/uploads/audio/schmoll-mp3/Nr11-NeueNr9-Terzett-Finale1_01.mp3
- Du fröhlicher Jüngling, mit Flaumen um's KIinn
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- OPER
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- Ja! Gottes Erde ist doch so schön!
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- OPER
- https://carlmariavonweber.de/wp-content/uploads/audio/schmoll-mp3/Nr13-NeueNr13-Arie_01.mp3
- Empfanget hier des Vaters Segen
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- OPER
- https://carlmariavonweber.de/wp-content/uploads/audio/schmoll-mp3/Nr14-NeueNr16-Terzett_01.mp3
- Wie der bange Pilger zittert
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- OPER
- https://carlmariavonweber.de/wp-content/uploads/audio/schmoll-mp3/Nr15-NeueNr15_Arie_01.mp3
- Ein Lügner ist ein großer Mann
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- OPER
- https://carlmariavonweber.de/wp-content/uploads/audio/schmoll-mp3/Nr16-NeueNr12-Ariette_01.mp3
- Fort! Fort! Von hier, er ist es nicht!
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- OPER
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- Fürwahr ich bin ein kleines Tier
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- OPER
- https://carlmariavonweber.de/wp-content/uploads/audio/schmoll-mp3/Nr18-NeueNr2-Arie_01.mp3
- O großer Gott! Ich danke Dir für meines Vaters Leben
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- OPER
- https://carlmariavonweber.de/wp-content/uploads/audio/schmoll-mp3/Nr19-NeueNr14-Duett_01.mp3
- So hab ich nach schmerzlich vertrauerten Stunden
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- OPER
- https://carlmariavonweber.de/wp-content/uploads/audio/schmoll-mp3/Nr20-NeueNr20-Finale_01.mp3
- Ouvertüre
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- OPER
- https://carlmariavonweber.de/wp-content/uploads/audio/schmoll-mp3/Ouvertüre_01.mp3
Gesangstexte
Urfassung und Ersteinspielung: Hören, lesen und vergleichen.
Gesangstexte
Linke Spalte:
Überlieferte Gesangstexte in unveränderter Reihenfolge (Autograph)
Rechte Spalte:
Veränderte Gesangstexte in geändeter Reihenfolge (NAXOS CD 1993)
| Urfassung, komponiert um 1801-1802 | Ersteinspielung der Neufassung 1963 NAXOS |
| ♫ 1 Peter Schmoll, Minette, Hans Bast „Das sind die schönen Früchte der Revolution“ |
Nr. 1 Introduktion – Terzett (Minette, Schmoll, Bast) |
| SCHMOLL: Das sind die schönen Früchte Der Revolution, Das ist die Mordgeschichte Der Frankennation.MINETTE: Mein Vater, guten Morgen!SCHMOLL: Da sitz‘ ich nun verborgen.MINETTE: Sag‘, wie befind‘st Du dich?SCHMOLL: Kein Frank‘ verfolget mich; Doch bin ich nicht zufrieden, Weil mir die Freiheit fehlt; Sie ist es, die hienieden. Des Menschen Muth beseelt.MINETTE: Des guten Vaters Sinne Hat Kummer ganz verkehrt. O Tochter! jetzt beginne, Was Liebe nur begehrt.HANS BAST: Hier bin ich zu Befehle, Mein werter Herr Patron.SCHMOLL: Nimm, dumme Stockfischseele, Der Domestiken Lohn.HANS BAST: O Herr! Die Domestiken Sind lange von uns fort.SCHMOLL: Sieh, Hornochs, die Rubriken Steh‘n noch am alten Ort. Ein Hauptbuch kann nicht lügen, Das merk Dir, dummer Wicht!MINETTE, HANS BAST: Sein Kopf liegt ja in Zügen, Ich glaub‘ es anders nicht. |
Schmoll
Man sollt‘ es gar nicht glauben, Bast Minette Schmoll Bast Minette Schmoll Bast Minette Schmoll Bast Schmoll Bast Schmoll Bast Schmoll Minelle Schmoll Bast |
♫ 1 Peter Schmoll, Minette, Hans Bast
„Das sind die schönen Früchte der Revolution“
| Urfassung, komponiert um 1801-1802 | Neufassung 1963, Willy Werner Göttig |
| ♫ 1 Peter Schmoll, Minette, Hans Bast „Das sind die schönen Früchte der Revolution“ |
Nr. 1 Introduktion – Terzett (Minette, Schmoll, Bast) |
| SCHMOLL: Das sind die schönen Früchte Der Revolution, Das ist die Mordgeschichte Der Frankennation.MINETTE: Mein Vater, guten Morgen!SCHMOLL: Da sitz‘ ich nun verborgen.MINETTE: Sag‘, wie befind‘st Du dich?SCHMOLL: Kein Frank‘ verfolget mich; Doch bin ich nicht zufrieden, Weil mir die Freiheit fehlt; Sie ist es, die hienieden. Des Menschen Muth beseelt.MINETTE: Des guten Vaters Sinne Hat Kummer ganz verkehrt. O Tochter! jetzt beginne, Was Liebe nur begehrt.HANS BAST: Hier bin ich zu Befehle, Mein werter Herr Patron.SCHMOLL: Nimm, dumme Stockfischseele, Der Domestiken Lohn.HANS BAST: O Herr! Die Domestiken Sind lange von uns fort.SCHMOLL: Sieh, Hornochs, die Rubriken Steh‘n noch am alten Ort. Ein Hauptbuch kann nicht lügen, Das merk Dir, dummer Wicht!MINETTE, HANS BAST: Sein Kopf liegt ja in Zügen, Ich glaub‘ es anders nicht. |
Schmoll Man sollt‘ es gar nicht glauben, die Menschen sind so schlecht! Sie stehlen und sie rauben dem Pack ist alles recht!Bast Sie stehlen und sie rauben – sie haben ja so recht!Minette Wa rum denn immer klagen an diesem schönen Ort …Schmoll Ich muss die Wahrheit sagen!Bast Ja, ich versteh kein Wort!Minette Es eilen die Gedanken zu jener Zeit zurück. Nur Liebe schenkt das süße, das wahre wahre Glück! Nur Liebe schenkt das süße, das wahre wahre Glück!Schmoll Der Dieb ist ausgerissen, das bare Geld ist fort!Bast Beruhigt Euch, Herr Schmoll! Jetzt möchte ich nur wissen, wie ich ihn trösten soll!Minette Es ist so schön zu hoffen, die Sonne lacht so hell! Es wird noch alles gut die Zeit vergeht so schnell!Schmoll Geglückt wär‘ es mir fast, dass ich den Dieb gefasst! Hätt‘ ich ihn hier zurStell‘ – wie gerbt ich ihm das Fell!Bast Ihr jammert doch vergebens, beruhigt euch, Herr Schmoll!Schmoll Du Hölle meines Lebens, du machst mich noch ganz toll! dDu machst mich noch ganz toll!Bast Ihr habt genug gerettet, ich weiß es ganz genau! Ich weiß es ganz genau!Schmoll Ich hab‘ genug gerettet?Bast Ich weiß es ganz genau!Schmoll Woher willst Du das wissen? Du bist doch sonst nicht schlau! Hörauf mit deinem Schwatzen, weil ich nichts hören will! Der Herr bin ich in meinem Hause! Drum schweige endlich still! Der Herr bin ich im Hause! Drum schweige du jetzt still, ja schweige du jetzt still, so schweig doch endlich still, schweige still, schweige still!Minette Solange sie sich streiten, gibt keiner acht auf mich. Ich denke, was ich will, ich denke was ich will, was ich wii, was ich will!Bast Der Herr seid Ihr im Hause, drum schweige ich ietzt still! Ich denke, was ich will, ich denke, was ich will, ich denke, was ichwill, was ich will, was ich will! |
| de | |
|---|---|
♫ 1 Peter Schmoll, Minette, Hans Bast
„Das sind die schönen Früchte der Revolution“
| Urfassung, komponiert um 1801-1802 | Ersteinspielung der Neufassung 1963 NAXOS |
| ♫ 2 Terzett – Schmoll, Hans Bast, Minette „Spiele, alter Esel, Du“ |
Nr. 11 Terzett – Schmoll, Hans Bast, Minette |
| SCHMOLL:
Spiele, alter Esel, Du, HANS BAST: MINETTE: HANS BAST: Schmoll und Minette springen dreimal um Bast im Kreise herum. Bast stampft mit dem Fuß und fängt an im Zimmer zu suchen. Schmoll und Minette weichen ihm auf allen Seiten sorgfältig aus. Bast verfolgt insbesondere Schmoll, dieser entwischt ihm aber durch verschiedene komische Seitensprünge. Bast tappt immer im Zimmer herum und kommt HANS BAST: SCHMOLL, MINETTE: HANS BAST: SCHMOLL, MINETTE: HANS BAST: SCHMOLL, MINETTE: HANS BAST: SCHMOLL, MINETTE: |
Bast Spiele, alter Esel, Du, spiele lustig Blindekuh! Ganz vergeblich wartest Du auf den Kuss der Blindekuh!Schmoll Los, wir spielen Blindekuh! Bindet mir die Augen zu! Ich bin jetzt die Blindekuh! Bindet mir die Augen zu!Bast Diese blöde Kinderei! Wer hat da schon Spaß dabei!Minette Lasst die Augen Euch verbinden! Ei, versucht es, mich zu finden! Ehe ich Euch werde küssen, werdet Ihr mich haschen müssen!Bast Ja, Minett‘ hat flinke Beine, doch Herr Schmoll hat leer keine!Minette Ei, so hascht mich! Ei, so hascht mich!Schmoll Ja, wie mach ich es mit List, dass Minette den Onkel küsst, dass sie ihn endlich küsst!Bast Mein Herr Schmoll, was gilt die Wette?! Ich bin leider nicht Minette, ich bin leider nicht Minette!Minette Es ist nichts mit einem Kuss, weil er mich erst fangen muss!Schmoll Es ist nichts mit einem Kuaa, weil ich sie erst fangen muss!Bast Es ist nichts mit einem Kuss!Minette Aber nun heißt’s aufgepasst! Blindekuh ist ietzt Hans Bast!Schmoll Es ist nichts mit einem Kuss! Jetzt heißt’s: aufgepasst!Bast Was gilt die Wette?! Es war leider nur Hans Bast, den Du Dir gefangen hast!Minette So, nun fangt mich, aufgepasst! Schmoll Bast Minette Schmoll Bast Minette Schmoll Bast Schmoll/Bast Bast Alle Schmoll Bast Minette Schmoll Bast Schmoll Bast Schmoll Bast Schmoll Bast Minette Bast Minette Schmoll Bast Minette Schmoll Bast Minette Schmoll Bast |
| Urfassung, komponiert um 1801-1802 | Ersteinspielung der Neufassung 1963 NAXOS |
| ♫ 3 Ballade – Minette „Im Rheinland eine Dirne war“ |
Nr. 3 Romanze (Minette) |
| MINETTE: Im Rheinland eine Dirne war, Recht lieblich, schön und rein, Hellblau ihr Aug, kohlschwarz ihr Haar, Das Antlitz zart und fein.Ein Herzchen, wie gediegen, Gold, Und warmes, junges Blut, Agnese war der Menschheit hold, Die Menschheit war ihr gut.Ihr Vater stracks ein Rittersmann Nach alter deutscher tugendhafter Art – Mit Mann‘skraft stattlich angetan, Rau, wie sein ein Ross und Bart –Versteckte einst in Tod‘sgefahr Sein schmuckes, Töchterlein Zum Dienste Gottes am Altar Ins stille Klösterlein.Schön Liebchen folgte wie ein Lamm Mit tiefverschloss‘nem Mund Voll herzertötend bitterm Gram, Die Äuglein rot und wund;Doch seht, es fühlte selbst der Tod Mitleid in ihrem Harm, Und in der höchsten Herzensnot Schloss er sie sanft in Arm.Carl wiederholt die letzte Strophe der Ballade auf der Flöte.„Bei Minettes Romanze wiederholt die Soloflöte ohne jegliche Begleitung die ganze Melodie nach dem Gesang noch einmal, ein noch nicht dagewesenes Verfahren.“ Quelle: Berühmte Musiker, Heinrich Reimann. |
Minette Ein Mädchenherz, das wahrhaft liebt, hält einem Mann die Treu. Die lieb entzückt es jeden Tag mit ihrem Glück aufs neu.Und immer ich wohl denken muss an Deinen ersten Kuss, da ich mein Herz in Lieb Dir gab – ich bin Dir treu bis ins Grab!Die Seligkeit vergess ich nie, das traute erste Glück! Die Zeit der süßen Zärtlichkeit, wie sehn‘ ich sie zurück!Und immer ich wohl denken muss an Deinen ersten Kuss, da ich mein Herz in Lieb Dir gab … |
| Urfassung, komponiert um 1801-1802 | Ersteinspielung der Neufassung 1963 NAXOS |
| ♫ 4 Arie – Carl „Der Wüstling verschwendet der Liebe Gefühl“ |
Nr. 7 Arie (Karl) |
| Der Wüstling verschwendet Der Liebe Gefühl, und jammervoll endet Das wonnige Spiel. Zwar redlichen Herzen Macht Liebe nur Schmerzen; Doch führt sie die Trauten zum glücklichen Ziel. Sie leitet die Großen Zur rühmlichen Tat. Es keimen auch Rosen Auf dornichtem Pfad. Heil allen Getreuen, Die rein sich ihr weihen: Sie ernten die Früchte der köstlichsten Saat. D‘rum Mädchen der Liebe! D‘rum kümmert Euch nicht, Wenn selten durchs Trübe Ein Sonnenstrahl bricht. Die Schmerzen verfliegen, Die Tränen versiegen, Und hinter den Wolken strahlt heller das Licht. |
Oh liebe, beschütz mich in dieser Gefahr! Minette, ich lieb Dich so treu und so wahr! Ja, glaub es fürwahr! In allen landen sucht ich Dich, ich muss Dich wiederfinden, Das Band für’s Leben binden. Erreich ich nun endlich das heißersehnte Ziel? Die Liebe, sie führt mich zum glücklichen Ziel. Wo mag Minette weilen? Oh, könnt ich zu ihr eilen, das Leben mit ihr, für immer zu teilen! Wir schworen im Kuss uns ewige Treu. Geloben will ich sie Dir heute auf’s neu! Gott Amor! Ich beschwör Dich! Gott Eros! Erhör mich! Führt mich zur Geliebten auf heimlichen Pfad, oh gebt, dass die Liebste mir heute noch naht! Wie wollet mein Blut! Die liebe gibt Mut! Ich sehe sie wieder. Ich sink vor ihr nieder, ich schließe die liebste beglückt in den Arm! In seliger Wonne werd glücklich ich sein! In seliger Wonne wird glücklich sie sein! Sie wird glücklich sein, sie wird glücklich sein! |
| Urfassung, komponiert um 1801-1802 | Ersteinspielung der Neufassung 1963 NAXOS |
| ♫ 5 Arie – Hans Bast „Die Menschen sind schon so –“ |
Nr. 5 Ariette (Niklas) |
| Die Menschen sind schon so! Stets furchtsam wie die Kinder, Der mehr, der Eine minder, Des Lebens selten froh. Die Menschen sind schon so. Die Menschen sind schon so! Sie fürchten, was sie wollen: Und was sie fürchten sollen, Erfreut sie oft sehr hoh. Die Menschen sind schon so. Die Menschen sind schon so. Sie gehen hin und wandern. Und jeder zeigt dem Andern Sich nur inkognito. Die Menschen sind schon so. Die Menschen sind schon so. |
Ich bin ein armer Hund! Das Leben wird mir sauer! Ich bin ein kleiner Bauer! Und bin trotzdem gesund! Die Eier legt mein Huhn, da hab‘ ich nichts zu tun! Die Erbsen und die Bohnen der Mühe gar nicht lohnen. Es macht mich desparat der Preis von dem Salat! Die Arbeit macht der Knecht, das kommt mir grade recht. Noch alter Bauernweise, nehm ich die höchsten Preise. So bleib ich hübsch gesund und bin kein armer Hund! |
| Urfassung, komponiert um 1801-1802 | Ersteinspielung der Neufassung 1963 NAXOS |
| ♫ 6 Terzett – Minette, Hans Bast und Niklas „Wenn er nur Ruh und Ordnung hält“ |
Nr. 6 Terzett (Minette, Niklas, Bast) |
| HANS BAST: Wenn er nur Ruh und Ordnung hält, So ist er schon ein Mann, Der mir und meinem Herrn gefällt, Und uns beschützen kann.NIKLAS: Ich schwöre Euch bei meiner Ehr: Er ist gefällig, gut, Ein wackrer Mann, wie keiner mehr, Er hat Gefühl und Mut.MINETTE: Ha! dieses Lob entzückt mich sehr, Erheitert meinen Muth, O, wenn ich nur bei ihm bald wär! Er ist so herzlich gut.NIKLAS: Er hat ein engelgutes Herz, Und viel, recht viel Verstand, Drückt Jemand Kummer oder Schmerz, Gleich ist er bei der Hand.HANS BAST: So sind mit diesem braven Mann, Der Alles hier vermag, Ich und mein Herr recht gut daran, Und frei von aller Plag.MINETTE: [zu sich] Es ist mit diesem braven Mann, Der Alles hier vermag, Niemand so gut, als ich, daran, Die an der Brust ihm lag.NIKLAS: Ihr seid mit diesem lieben Mann, Der Alles hier vermag, Gewiss am allerbesten dran, Und frei von jeder Plag‘. |
Bast Zeigt her, was Ihr im Korbe habt, ob es den Gaumen labt? Wir schmausen gern sehr delikat, nicht Kohl nur und Spinat, Nicht Kohl nur und Spinat, nein – delikat!Niklas Ich bring Euch nur die feinsten Sachen, ganz frisch von meinem Feld. Wenn Ihr bei Vater Niklas kauft, habt Ihr gut lachen! Was er Euch bringt, ist gute War‘ für Euer gutes Geld! Die Köchin soll sich freun, den Kauf auch nicht bereun!Minette Ist dieser Spargel auch schön zart? Dann wär er sehr apart. Mit einer Soße Hollandaise wird das ein fein Gericht! Das wir ein lyrisches Gedicht! Das gibt ein fein Gericht, ein lyrisches Gedicht!Niklas Er ist so zart! Er schmeckt apart! Er ist wie Butter zart! Das gibt ein fein Gericht, das wird ein lyrisches Gedicht!Bast Er muss uns auf der Zunge wie Butter zart vergehn! Sonst lassen wir den Spargel auf dem Teller einfach stehn! Wenn er uns auf der Zung vergeht, dann ist der Spargel ein Gedicht, ein gut Gedicht, ein köstliches, ein fein Gericht! Ein fein Gericht, oho, ein lyrisches Gedicht!Niklas Den zweiten Vers zu dem Gedicht hab ich im Korb zum Glück: ein prächtig Schinkenstück! Ein Schinkenstück! Wie das wohl munden wird? Wie das wohl munden wird! Auch frische Eier sind schon da, sie sind ganz frisch gelegt, oh ja!Alle Man kauft bei Vater Niklas gut und billig ein! Er hat nur feine War‘ und legt die Kundschaft nicht hinein! Nein, nein, er legt sie nicht hinein! Kauft bei ihm ein, kauft bei ihm ein!Minette/Niklas So soll ein Kaufmann sein, wir kauften billig ein.Bast Ja, ja, so soll er sein. Ja, ja, wir kauften billig ein! |
| Urfassung, komponiert um 1801-1802 | Ersteinspielung der Neufassung 1963 NAXOS |
| ♫ 7 Arie – Hans Bast „Hans Bast, gib Acht, Hans Bast!“ |
Nr. 8 Ariette (Bast) |
| HANS BAST: Hans Bast, gib Acht, Hans Bast! Mit Nettchens neuem Gast Ist‘s nun so eine Sache. Trag‘ lieber deine Last, Du ehrlicher Hans Bast! Wie Du sie sonst getragen hast. Schlaf nicht auf deiner Wache. Bei Mädchen und beim Spiel Gewinnt man selten viel, Und muss oft Haare lassen, Sei‘s wenig oder viel. Läuft alles nach dem Ziel. Nur Eins gewinnt das Spiel, Klug ist‘s, stets aufzupassen. Hans Bast, gib Acht, Hans Bast! Wirfst Du ab deine Last, Bekömmst Du eine frische. Ja, ja! glaub‘ Du es fast, Du ehrlicher Hans Bast Mit Nettchens neuem Gast Sind‘s wahrlich faule Fische. |
Bast Hans Bast, sei klug, Hans Bast! Jetzt heißt’s: Brauch den Verstand! Mit diplomatischen Kniffen und raffinierten Pfiffen erreicht man, was man will – doch braucht man auch Verstand! Du musst jetzt sehr verschwiegen sein. Ich könnt’s Herrn Schmoll verraten – was fällt Dir ein! Ja, schweige nur still! Hans Bast, sei klug, Hans Bast! Was Du im Köpfchen hast, das nutze ganz bescheiden, zum Nutzen dieser Beiden! Hans Bast, Hans Bast, sei Diplomat! Ich habe zugesagt, zu schweigen wie das Grab! Und werd ich nicht gefragt, so schweig ich wie das Grab! Das ist doch völlig klar! Im Wort und in der Tat bleib ich, was ich stets war: ein Diplomat! Bedenk, was Du versprochen hast! Drum sei klug, sei klug, Hans Bast! Jetzt heißt’s: Brauch den Verstand! Mit diplomat’schen Kniffen und raffinierten Pfiffen erreicht man, was man will! Doch baucht man auch Verstand! Du musst jetzt sehr verschwiegen sein! Ich könnt’s Herrn Schmoll verraten – was fällt Dir dann ein! Ja, schweige nur still! Hans Bast, sei klug, Hans Bast, was Du im Köpfchen hast, das nutze ganz bescheiden zum Nutzen dieser Beiden! Hans Bast, sei klug, Hans Bast! |
| Urfassung, komponiert um 1801-1802 | Ersteinspielung der Neufassung 1963 NAXOS |
| ♫ 8 Rezitativ mit Begleitung und Arie – Carl „O Hoffnung, gütigste der Feen“ |
Nr. 17 Rezitativ und Arie (Karl) |
| O Hoffnung, gütigste der Feen! Gieß Balsam in mein liebekrankes Herz, Das ohne deinen Trost verschmachtet, Und wie die Frühlingsrose welkt.Schön bist du, Nettchen, wie die Sonne, Aus deinem Auge strahlt die Wonne Der ganzen Himmels-Seligkeit. Ich liebe Dich mit dem reinstem Triebe, O. Engel! fühle Gegenliebe, Und weih mir deine Zärtlichkeit. Die Liebe ist der Reiz des Lebens, O Heißgeliebte! Nicht vergebens Entflammet sie der Menschen Herz. Sie schafft uns Freude und Vergnügen, Und drängt mit zauberischen Zügen Aus unserm Busen Gram und Schmerz. |
Ich bin am meiner Wünsche Ziel! Des Herzens heiße Sehnsucht ist gestillt! Nun wird die Ruhe wiederkehren – ein holdes Mädchen wird mein Weib!Schön ist mein Bräutchen, schön wie die Sonne! Aus ihren Augen strahlt die Wonne der Liebesseligkeit! Ganz gehör ich Dir, Minette, du schenkst Gegenliebe; Dein Herz voll inniger Zärtlichkeit gehört nur mir, gehört nur mir, mit innig süßer Zärtlichkeit.Ich liebe Dich, Mädchen, ich liebe Dich! Die Liebe ist das Glück des Lebens. Du Heißgeliebte, nicht vergebens entflammet sie der Menschen Herz.Für Dich nur schlägt dies liebevolle Herz! Die Liebe ist das höchste Gut, wer nie geliebt, hat nie gelebt! Die Liebe gibt zum kühnsten Hoffen Mut, zu Sternen uns die lieb erhebt! Welch ein Gefühl bewegt die Brust, die liebe einer treuen Frau ist höchste Lust!Welche wunderbare Zaubermacht ist die Liebe, sie lässt uns vergessen das wirre Weltgetriebe, sie hüllt uns in einen Traum, in einen schönen Traum! Aus jedem Tag macht die Liebe Sonntag, und freudevoll jagt der Puls im Herzensschlag. Die liebe schenkt mir heut den schönsten, den wundervollsten Tag!Die Liebe ist das Glück des Lebens, Du Heißgeliebte, nicht vergebens entflammet sie der Menschen Herz in wonnig süßem Liebesschmerz! Ein Glück, dass es die Liebe gibt! Ich bin verliebt! Ich bin geliebt! |
| Urfassung, komponiert um 1801-1802 | Ersteinspielung der Neufassung 1963 NAXOS |
| ♫ 9 Duett – Carl und Minette „Dich an dies Herz zu drücken“ |
Nr. 18 Duett (Karl, Minette) |
| CARL: Dich an dies Herz zu drücken Ist wahre Götterlust.MINETTE: Mein Herz schlägt voll Entzücken An Deiner trauten Brust.BEIDE: Der Liebe sanfte Wonne Begeistert und entzückt, So wie die goldne Sonne Saat, Flur und Hain erquickt.CARL: Lass‘, Mädchen, dieses Leben Uns nur der Liebe weihn!MINETTE: Mein einziges Bestreben Soll Dich zu lieben sein.CARL: Und wenn auch herbes Leiden Die Freude manchmal trübt, –MINETTE: So kann doch den nichts scheiden, Der treu und zärtlich liebt.BEIDE: Du mächt‘ger Gott der Liebe! O führ‘ uns Hand, in Hand, Entflammt vom reinsten Triebe, Am Rosen-Gängelband. |
Karl Welch himmlisches Entzücken ist Deiner Lippen Kuss!Minette Wie wird mich stets entzücken der lieben Stimme Gruß!Beide Der liebe süße Wonne erhebt uns tief beglückt. So wie die helle Sonne der Menschen klares Aug allmorgendlich entzückt.Karl Geliebte, lass das leben uns nur der Liebe weihn!Minette Dann werden unsere Tage voll reinsten Glückes sein.Beide Voll reinsten Glückes sein!Karl Wenn draußen Stürme toben, halt treu ich Deine Hand, holt treu ich Deine Hand.Minette Wir sind ja wohl geborgen in unserer liebe Land. Uns meiden dann die Sorgen, weil Liebe uns verband!Beide So soll mich stets beglücken der lieben Stimme Gruß welch himmlisches Entzücken ist Deiner Lippen Kuss, ist Deiner Stimme Gruß, ist Deiner Lippen Kuss! |
| Urfassung, komponiert um 1801-1802 | Ersteinspielung der Neufassung 1963 NAXOS |
| ♫ 10 Duett – Minette und Hans Bast „Der edle junge schöne Mann“ |
Nr. 4 Duett (Minette, Bast) |
| MINETTE: Der edle, schöne, junge Mann Hat ganz mein Herz entzückt, Ich bin ihm innigst zugetan, Er ist‘s, der mich beglückt. Der reinsten Liebe Sympathie Hat nun mein Herz besieget Und meine trunkne Fantasie In Schlummer eingewieget. Hans Bast hört Minette und lauscht an der Tür, ohne von Minette bemerkt zu werden.HANS BAST: Ei, ei, der junge Reitersmann, Den sie heut‘ hat erblicket. Steckt schon ihr Herz mit Feuer an, Hat ihr den Kopf verrücket.MINETTE: So sanft sein Herz, sein Blick so mild Voll Zärtlichkeit und Leben, Des teuren Lieblings Ebenbild Wird ewig mich umschweben.HANS BAST: Des teuren Lieblings holdes Bild? Hans Bast, was wird das geben? Jetzt sage mir es, wer da kann, Dass ich es nicht erraten. Ihr Herz ist durch den jungen Mann In volle Flamm‘ geraten. Und geht das Ding noch lang so fort, So wird mir wirklich bange; Denn die erstickt bei meinem Wort, Vor lauter Liebesdrange. Ihr Herz ist mit dem jungen Mann Auf und davon geloffen.MINETTE: Sein wonnevoller Kuss durchglüht Den Busen mit Entzücken, Das Feuer reiner Liebe glüht Aus seinen Zauberblicken. Mein Herz, o Trauter! schlägt so warm, Und überströmt vom Drange, Geliebter, komm in meinen Arm, Und weile nicht so lange! |
Minette Ihr seid fürwahr mein bester Freund, der’s ehrlich mit mir meint. Die Freundschaft ist ein hohes Gut, im leid gibt sie uns Mut. Ein Freund wird nicht nur roten, er hilft auch stets mit Taten! Ihr müsst daher, mein lieber Freund, für mich nun etwas wagen. Ihr müsst, so tollkühn es auch scheint, die volle Wahrheit sagen! Wenn lhr’s nicht tut, so muss ich selbst die volle Wahrheit sagen! Ihr seid ja doch mein bester Freund, der’s ehrlich mit mir meint!Bast Wo denkst Du hin, mein liebes Kind, das wäre doch das Ende! Oh, überlege nur geschwind, ob sich nicht’s Besseres fände. Wir finden eine kluge List, die noch Dein Schicksal wende.Minette Sein Kuss glüht noch auf meinem Munde, gemahnt mich jener Stunde, da ich mich ganz an ihn verlor, hab ew’ge Treu geschworen!Beide Da ich mich ganz an ihn verlor, hab ew’ge Treu geschworen!Bast Ich will Dir helfen!Minette Sein innig zärtlicher Kuss erfüllt die Seele mit Entzücken! In seiner Augen klarem Licht konnt ich mein Bild erblicken. Ich will ihn nicht vergessen! Ich kann ihn nicht vergessen! Mein Herz, Geliebter, schlägt für Dich, in guten und bösen Tagen! Drum will für unser Liebesglück ich alles mutig wagen. Wenn’s gar nicht anders möglich ist, so wird ein bisschen gelogen! Ich will mich gerne fügen und selbst ein bisschen lügen! Das Beste ist wohl eine List, eine kleine List!Bast Was tu ich nur, ich armer Mann, ich bin doch viel zu dumm! Wie fang ich’s diplomatisch an und bring den Alten rum?! Ich soll die Wahrheit sagen? Ich muss die Wahrheit sagen? Mit einer klugen, feinen List, helf ich den Liebesleuten. Wenn sie mit ihm verbunden ist, hat’s wenig zu bedeuten. Wie oft wird um geringre Ding viel ärger noch gelogen! Hier wird doch nur ein Lebensglück von mir zurecht gebogen. Das Beste ist wohl eine List! |
| Urfassung, komponiert um 1801-1802 | Ersteinspielung der Neufassung 1963 NAXOS |
| ♫ 11 Chor – Minette, Carl, Hans Bast „Es ist das seligste Vergnügen“ |
Nr. 9 Terzett – Finaletto 1 (Minette, Niklas, Bast) |
| MINETTE: Es ist das seligste Vergnügen, Wohltätig, gut und sanft zu sein, Die Leidenschaften zu besiegen, Der Menschenliebe sich zu weihn.ALLE: Wer edel denkt, noch edler handelt, Die Menschen liebt, die Tugend ehrt, Nicht schleicht, nicht kriecht, gerade wandelt, Der Mann ist wahrlich Goldes wert |
Minette Ihr schwört mir jetzt Verschwiegenheit für heut und alle Ewigkeit! Ihr wisst von nichts – seid völlig dumm, und fragt man Euch, so bleibt Ihr stumm! Doch wenn Ihr sprecht, dann macht es »schwapp« – dann schneid ich Euch die Ohren ab! Seid dumm – seid stumm – das fällt Euch doch nicht schwer, das fällt Euch ja nicht schwer!Bast/Niklas Wir schwören Euch Verschwiegenheit für heut und alle Ewigkeit, wir wissen nichts, sind völlig dumm, und fragt man uns, so sind wir stumm!Minette Gelobet mir Verschwiegenheit für heut und alle Ewigkeit!Bast Oh süße Sehnsucht, zartes Hoffen, das Auge sieht den Himmel offen.Minette Mit List und Tück macht ich mein Glück! Ihr lust’gen Zwei helft mir dabei! Ihr seid nicht dumm – Ihr bleibt nur stumm!Bast/Niklas Mit List und Tück macht sie ihr Glück, wir lust‘ gen Zwei sind mit dabei! Wir sind nicht dumm, wir sind nur stumm!Alle Hans Bast und Niklas und Minett‘ sind jetzt, sind jetzt, sind jetzt, sind ein Verschwörerterzett! |
| Urfassung, komponiert um 1801-1802 | Ersteinspielung der Neufassung 1963 NAXOS |
| ♫ 12 Arie – Minette „Du fröhlicher Jüngling, mit Flaumen um‘s Kinn“ |
Nr. 10 Arie (Minette) |
| MINETTE: [geht zu Carl, der noch immer auf dem Stuhl sitzt und streichelt ihm über das Kinn]Du fröhlicher Jüngling mit Flaumen um‘s Kinn, und Glut in den wonnigen Blicken! Wo ist Deine muntere Laune nun hin, Was sticht Dich im Busen, was liegt Dir im Sinn? Was mag Dir das Herzchen so drücken? Hast Du vielleicht Jemand ein Unrecht getan, Und kannst Dir die Schuld nicht vergeben? Wie? Oder es nagte mit giftigem Zahn Ein tückischer Wurm Dir das Herzchen schon an, Fraß ab Dir Dein jugendlich Leben? Lass fahren die Grille, bekämpfe den Schmerz, Die Freude kehrt herrlicher wieder. Ein ruhig Gewissen macht fröhlich das Herz, Auf giftigem Grunde gedeihet kein Scherz, Denn Tugend und Frohsinn sind Brüder. |
Minette Wie glücklich schlägt heut‘ mein liebendes Herz, es jubelt und singt voller Freude. Wie schnell doch vergaß es der Trennung Schmerz! Ich warte auf Dich, Du geliebter Freund, ich bin ja mit Dir bald vereint! Wann schließt Du, Geliebter, mich fest in den Arm? Wie lang werd ich harren müssen? Ach! liebe und Treue, sie geben uns Mut, noch leidvollem Harren wird alles noch gut – ich sehne mich nach Deinen Küssen! Die Sonne locht wieder am blauen Himmelszelt, und fröhlich erklingen die Lieder im blumengeschmückten Feld! Mein Herz es ist so froh und es klopft so erregt, es ist ja die Liebe, die es so bewegt, und glücklich allein ist ein Herz, das liebt! Was schenkt uns die liebe doch glückliche Zeit, vergessen sind Kummer und Sorge und leid! Denn glücklich allein ist ein Herz, das liebt, das liebend dem Freund sich zu eigen gibt! Oh, komm doch, Geliebter! |
| Urfassung, komponiert um 1801-1802 | Ersteinspielung der Neufassung 1963 NAXOS |
| ♫ 13 Arie – Schmoll „Ja! Gottes Erde ist doch schön!“ |
Nr. 13 Arie (Schmoll) |
| SCHMOLL: Ja! Gottes Erde ist doch schön, Die Saaten, Fluren, Felder, Gebirge, Täler, Wälder, Sind wunderlieblich anzusehn, Ja Gottes Erde ist doch schön. Sie bleibt stets ein Elysium; Die Menschen mögen grollen Darüber, wie sie wollen, Und geht‘s darauf auch noch so krumm, Sie bleibt stets ein Elysium. Genuss der Schöpfung ist uns Pflicht, Und wenn auch unsre Herzen Des Schicksals Stürme schmerzen So ist‘s nur Schatten in das Licht, Genuss der Schöpfung ist uns Pflicht! |
Schmoll Es ist ein herrliches Gefühl so heiß geliebt zu werden! Nichts gleichet ihm auf Erden! Es gibt dem Alter neuen Schwung – es macht uns neugeboren jung! Die liebe ist ein Elixier, das kann uns nur verjüngen! Bei mir wird’s schon gelingen! Und macht die Liebe uns auch dumm, sie bleibt stets ein Elysium! Ich weiß nicht, was ich machen soll, ich bin nicht mehr der alte Peter Schmoll! Ich möchte springen wie ein Ross! Die Liebe glüht im Herzen, des Schicksals süße Schmerzen! Ich glaub‘, ich zog dos große Los! Ich bin zum letzten Mal verliebt! Ich werd‘ zum ersten Mal geliebt! |
| Urfassung, komponiert um 1801-1802 | Ersteinspielung der Neufassung 1963 NAXOS |
| ♫ 14 Terzett – Greis, Minette, Carl „Empfanget hier des Vaters Segen“ |
Nr. 16 Terzett (Minette, Karl, Martin Schmoll) |
| GREIS: Empfanget hier des Vaters Segen Aus einer welken Greises-Hand, Er leite Euch auf Rosenwegen Hinüber in der Wonne Land.MINETTE: O edler Greis, Dein Vater-Segen Entströmt der hehren Allmacht Hand.CARL: Er schlingt auf diesen Dornen-Wegen Um uns der Liebe himmlisch Band.GREIS: Kein Schlag, kein Sturm des Missgeschickes Trüb‘ eures Lebens Sonnenschein; Geschaukelt in dem Schoß des Glückes, Sollt ihr unendlich glücklich sein.MINETTE: O Greis! die Urquell‘ unsers Glückes Wird stets Dein Vatersegen sein.CARL: Entfernt vom Sturm des Missgeschickes Wird unser Leben glücklich sein.GREIS: Der Menschen-Freundschaft edle Triebe, Lohn‘ Euch der reichlichste Gewinn, Nehmt zum Beweis der Gegenliebe, Mein dankend Herz als Opfer hin.CANON: Selbst auf rauem Dornenpfade Geht die Tugend rein in‘s Grab; Denn unendlich ist die Gnade, Die Gott ihren Freunden gab. |
Martin So nehmet meinen Vatersegen, ich segne Eurer Liebe Band. Es führe Euch auf schönen Wegen hinüber in der Liebe Land.Minette Geliebter Vater, ja Dein Segen, er weihet unser Liebe Band, Er knüpft um uns das Band der Liebe – uns eint der Liebe zartes Band.Karl Geliebter Vater, ja Dein Segen geleit‘ uns in der Liebe Land. Er knüpft um uns das Band der Liebe – uns eint der Liebe zartes Band.Martin Ich segne Euch, ich segne Euren Bund der treuen Gattenliebe! Die liebe ist das höchste Glück auf Erden, sie knüpft der Ehe Band!Alle Und Treue sei ihr Unterpfand!Martin Ihr Unterpfand der liebe Band! Und eines Tages werd ich Großpapa! Das wird die größte Freude sein! Papa ist er und du bist Mama, das Enkelbübchen ist so klein! Dann strahlt des Glückes Sonnenschein noch hundertmal so hell wie heute: Das ist nun mal der Lauf der Welt – aus Kindern werden große Leute!Karl Aus Kindern werden große Leute, das ist nun mal der Lauf der Welt! An Deinem Finger glänzt mein Ring als Zeichen meiner Treu!Minette An Deinen Finger steckte ich den goldnen Ring als Zeichen meiner Treu !Martin Ein Ring als Zeichen Eurer Treu!Minette/Karl Wenn wir die Treu in Liebe holten wird unser Leben glücklich sein.Martin In Liebe müsst Ihr stets die Treue holten, dann werdet Ihr sehr glücklich sein! In des Lebens schweren Stunden steht in Lieb und Treu vereint sind die Kämpfe überwunden, bald die Sonne wieder scheint!Martin/Karl In des Lebens schweren Stunden steht in Lieb und Treu vereint sind die Kämpfe überwunden bald die Sonne wieder scheint. Alle Minette/Karl Martin Minette Karl Martin |
| Urfassung, komponiert um 1801-1802 | Ersteinspielung der Neufassung 1963 NAXOS |
| ♫ 15 Arie – Greis „Wie der bange Pilger zittert“ |
Nr. 15 Arie (Martin Schmoll) |
| GREIS: Wie der bange Pilger zittert, Wenn im dichtverwachs‘nen Wald Sturm aus hohlen Klüften wittert, Und des Donners Brüllen hallt; So voll Ahndung, so verlegen Schlägt mit innerm Gram und Schmerz Dem verlornen Sohn entgegen Mein verwaistes Vaterherz. Wie so bang die Brust mir bebet Vom Gedanken, ihn zu seh‘n; Ha! dann wär ich neu belebet, Und erhört mein heißes Fleh‘n. |
Hier soll ich sie wiederfinden, meinen Bruder und mein Kind! Was wird mir der Tag noch künden, denn das Schicksal waltet blind! Wird nach vielen langen Jahren, die ich einsam zugebracht, Freude noch mein Herz erfahren, die den Vater glücklich macht. Niemand kann das Glück erzwingen, daran kindlich er geglaubt! Doch ich will mich willig fügen, will dem Schmerz nicht erliegen! Trost soll mir die Hoffnung geben, die im Herzen ich empfand. Sie gab Mut zum bittren leben, doch zum Guten wird’s Ja, der Mensch soll niemals murren, denn er steht in Gottes Hand. Seltsam sind des Schicksals Wege und der Mensch erkennt sie nicht. Wandelt er des Herren Pfade, leuchtet ihm der Gnade Licht! Oh, mein Bruder! Oh, treue Tochter! Euch zu finden, welch ein Glück! Schließ ich Euch in meinen Arm, kehrt der Friede mir zurück. Wir sind uns einig. Auf! Verscheuche schwere Sorgen! Gott vertrau ich, es gelingt! Unbekümmert um das Morgen, nimm nur, was der Tag Dir bringt, nimm nur, was der Tag Dir bringt! Niemand ahnt, was ich gelitten! Keinem Menschen sei’s geklagt! Mit verfolgend harten Schritten hat das Unheil mich gejagt – Keinem Menschen sei’s geklagt. Hier soll ich sie wiederfinden, meinen Bruder und mein Kind! Was wird mir der Tag noch künden, denn das Schicksal wachet blind“ Wird nach vielen langen Jahren, die ich einsam zugebracht, Freude noch mein Herz erfahren, die den Vater glücklich macht. |
| Urfassung, komponiert um 1801-1802 | Ersteinspielung der Neufassung 1963 NAXOS |
| ♫ 16 Arie – Hans Bast „Ein Lügner ist ein großer Mann“ |
Nr. 12 Ariette (Bast) |
| HANS BAST: Ein Lügner ist ein großer Mann, Wie die Erfahrung lehrt; Weil er die Sachen lenken kann, Wie es sein Wunsch begehrt. Doch ist die Lüge gar so groß, Dass man‘s mit Händen greift; So ist die Peitsche oft sein Loos, Die um den Rücken pfeift. Die Lüge muss manierlich sein, Und passen auf die Tat; Nicht gar zu derb, nicht allzufein, Wie oft im Zeitungsblatt. Ihr guten Freunde, lügt ihr gern Und macht oft blauen Dunst So lügt doch wie gewisse Herrn! Denn so ist‘s eine Kunst. |
Bast Die Menschen lügen gor zu gern und oft fällt man drauf rein! Ob schöne Frauen, feine Herren: es muss gelogen sein! Doch wird die Lüge gar zu dick, so nennt man’s Politik! Wer lügt, hat mehr vom Leben, ja! Doch kommt die Wahrheit raus, ist die Geschichte aus! Die Lüge muss manierlich sein, doch auch nicht allzu matt, nicht gar zu derb, nicht allzu fein – wie oft im Zeitungsblatt! Was hier im Stück gelogen wird, geschieht doch nur aus List, damit der liebe Sieg am End‘ gewonnen ist! Ihr guten Freunde lügt ihr gern und macht auch blauen Dunst, so lügt doch wie gewisse Herrn. Dann ist es eine Kunst, dann ist es eine Kunst! Was ich soeben sagte, ist leider nur zu wahr. Wenn jedermann die Wahrheit spräch, wär immer alles klar! Doch selten ist es so! Die Schlüssel klimpern nur im Sack bei manchen Lumpenpack! Wer lügt, hat mehr vom leben, ja! Doch kommt die Wahrheit raus, ist die Geschichte aus! Ich frag mich oft: was ist denn das? Macht denn das Lügen Spaß? Wird man erwischt, ist man blamiert und tüchtig angeschmiert. Man hat mir neulich mal erzählt, dass ein Minister lügt! Doch das ist gar nicht wahr, das ist doch sonnenklar! Ihr guten Freunde, lügt Ihr gern, und macht auch blauen Dunst, so lügt doch wie gewisse Herrn: dann ist es eine Kunst, dann ist es eine Kunst! |
| Urfassung, komponiert um 1801-1802 | Ersteinspielung der Neufassung 1963 NAXOS |
| ♫ 17 Quartett – Schmoll, Hans Bast, Carl, Minette Fort! Fort! Von hier, er ist es nicht! |
Nr. 19 Quartett (Minette, Schmoll, Karl, Bast) |
| SCHMOLL: Fort! fort! von hier, er ist es nicht, Bei meinem Ehrenwort!CARL: Mein Herr!SCHMOLL: Er ist ein schlechter Wicht! Gleich pack‘ er sich fort; Wird er nicht gleich vom Schlosse gehn, Lass ich die Hunde los.HANS BAST: Ei, Herr Patron! Sie missversteh‘n, Es ist ein Irrtum bloß.SCHMOLL: Nein! Nein! Nein! Nein! Er ist es nicht, Der junge schlanke Mann Hat ganz ein freundlicheres Gesicht, Und rote Kleider an.CARL: Ich weiß nicht, was ich denken soll!SCHMOLL: So jagt den Hund doch fort!HANS BAST: Ei, Herr Patron! Das ist zu toll!MINETTE: Geh‘, meide diesen Ort! |
Schmoll Schert Euch zum Solon! Fort! Halunke, Räuber, Mörder, Dieb!Karl Mein Herr!Schmoll Schweigt still und redet nicht ein Wort, wenn Euch das Leben lieb!Karl Mein Herr!Schmoll Er ist ein Lumpenkerl! Mit seinem Mottenbart! Ja, solch ein Galgenstrick hat keine Lebensort! Wenn er nicht gleich das Weite sucht, lass ich die Hunde los!Bast Ihr habt gar keinen Hund!Minette Er hat gar keinen Hund!Schmoll Da hat er recht, ich hab gar keinen Hund!Karl Ihr habt gar keinen Hund!Schmoll Dann hole ich die Polizei, die kommt sehr schnell herbei!Bast Er holt die Polizei!Schmoll Sie sperrt ihn ins Gefängnis ein, da hilft ihm auch kein Schrein!Bast Bei Wasser und bei Brot!Schmoll Die Braut wollt er mir stehlen gar, das hätt‘ ihm so gepasst! Ich kam im rechten Augenblick, Minett‘ ist wieder frei! Der Mädchenhändler wird gefasst. Ich hol die Polizei.Minette Das ist ein tolles Spiel, wir wagen wirklich viel!Karl Ich weiß nicht, wss ich sogen soll. Sie irren sich, Herr Peter Schmoll!Schmoll Bei Wasser und bei Brot sitzt er im Loch. Nur so kuriert man diesen Gauner noch!Bast Was tut Ihr denn, Herr Peter Schmoll?!Karl/Bast Die Eifersucht macht ihn ganz toll! So hört mich an, Herr Peter Schmoll!Schmoll Die Eifersucht macht mich ganz toll, ich wüsst nicht, was ich hören soll! Minette Bast Schmoll Bast Schmoll Karl Minette Bast Minette Karl Schmoll Bast Alle Karl Schmoll Bast Karl Minette Schmoll Bast Karl Bast Minette Schmoll Minette Karl Schmoll Bast |
| Urfassung, komponiert um 1801-1802 | Ersteinspielung der Neufassung 1963 NAXOS |
| ♫ 18 Arie – Hans Bast „Fürwahr ich bin ein kleines Tier“ |
Nr. 2 Arie (Peter Schmoll) |
| HANS BAST: Fürwahr, ich bin kein kleines Tier, Der General im Haus; Fällt ein fataler Casus für, Ich fecht allein ihn aus. Ich hab‘ Courage in dem Leib Mehr als mein Herr Patron, Und käm‘ der Satan und sein Weib, So lief ich — – schnell davon. Ich bin der Schlossvogt und der Herr, Der Kellner und der Koch, Minister, Rath und Sekretär, Gott weiß, was alles noch. Vor mir trägt alles hoch Respekt, Ich handle, wie ich will, Und ist mir wirklich was suspekt. So bin ich – – mäusestill. Ich stehe immer auf der Wacht Und schütze unser Schloss, Zu jeder Stunde Tag und Nacht, Vor räuberischem Tross. Und drohte uns der Feinde Schwarm Mit aller Kriegesnot, So macht‘es mir doch niemals warm Denn ich wär – plötzlich tot. |
Schmoll Das wäre doch gelocht! Ich bin der Herr, ich bin der Herr, ich bin der Herr im Haus! Wenn ihr auch kühne Pläne macht, es wird doch nichts daraus! Was ich befehle, das geschieht! Wie jedermann hier sieht! Ich dulde keinen Widerspruch doch von Minett‘ nehm ich ihn hin, weil ich in sie – in sie – verliebt bin! Jetzt ist’s gestanden! Niemand darf es wissen! Sie wird mich niemals innig küssen!Ich alter Esel! Oh ich Schaf! Die Liebe, sie raubt mir den Schlaf! In meine eigne Nichte muss ich mich verlieben! So etwas hat schon manchen zur Raserei getrieben!Auch mich lässt Lieb‘ nicht kalt, ja, ja! Ein Mann wird niemals alt! Doch Peter Schmoll bewahrt die Ruh: die Ehe kommt als Schicksal auf mich zu! Jedoch was soll ich tun? lhr’s sagen? Sie fragen? Das wäre vielleicht nicht opportun! lhr’s sagen? Sie fragen? Sie sagt am Ende glattweg nein! Dann wär ich fürchterlich blamiert und schrecklich angeschmiert! Drum wart es ab, Herr Peter Schmoll, es kommt, wie’s kommen soll! Und keine Kohle brennt so heiß, als die verschwieg’ne Lieb, von der kein Mensch nichts weiß, von der kein Mensch nichts weiß! Ja in Minett‘ bin ich verliebt, so verliebt! |
| Urfassung, komponiert um 1801-1802 | Ersteinspielung der Neufassung 1963 NAXOS |
| ♫ 19 Duett – Minette und Carl „O großer Gott! Ich danke Dir für meines Vaters leben“ |
Nr. 14 Duett (Minette, Karl) |
| MINETTE: O großer Gott! Ich danke dir Für meines Vaters Leben.CARL: Der Himmel wird der Freuden dir Unzählige noch geben.MINETTE: Wie hätte mich sein Tod gekränkt! Mein Herz liebt ihn so warm.CARL: Das Schicksal guter Kinder lenkt Ein unsichtbarer Arm.MINETTE: Hoch werden solche edle Triebe Des alten Vaters Herz erfreun;CARL: Auch ich, Du Teuerste! Ich liebe Den guten Vater heiß und rein.MINETTE: Es sinkt uns freilich im Gedränge Der schwersten Leiden oft der Mut,CARL: Des Schicksals unbelauschte Gänge Sind zwar verworren, aber gut!BEIDE: Vertraut der Vorsicht! Erdenwonne Ist nur ein flüchtig Spiel der Zeit; Denn wirklich unter dieser Sonne Reift keine wahre Seligkeit. |
Minette Geliebter Mann, ich ruhe in Deinen liebevollen Armen.Beide Wie ist mein Glück unendlich groß, das Schicksal hat mit unserem Los ein gütiges Erbarmen!Minette Nun soll uns keine Macht mehr trennen, wir sind in Treue vereint! Du kehrst zu mir, geliebter Freund, für alle Zeit zurück!Minette Ich liebe Dich! Nur Dich allein!Karl Mein Herz gehört nur Dir, mein Herz gehört nur Dir!Minette Nur Dir allein!Karl Ich lieb nur Dich allein! Mit Dir vereint ist höchstes Glück, zu Dir kehr ich zurück!Minette Was tief das Herz mir heut bewegt, in Worte ist’s zu fassen kaum!Karl Was Deinen Sinn so schön erregt, es ist ja Wahrheit, ist kein Traum! Es ist ja Wahrheit, ist kein Traum!Beide 0 Seligkeit und süßes Hoffen, es tönt der Liebe zaub’risch Lied.Karl Es klingt als Trost, ja als Trost in dos bekümmerte Gemüt.Beide Es klingt als Trost in das bekümmerte Gemüt! Es ist ja wahr, es ist kein Traum! Es ist ja Wahrheit, ist kein Traum! Es ist wahr! Ist kein Traum! Vertrau der Treue und der liebe, sie währen ewig alle Zeit. Sie sind die edelsten der Triebe, sie bringen Freud und Seligkeit! Lass uns ertragen leid und Not, und trennen kann uns nur der Tod! Ja, trennen kann uns nur der Tod! Vereint sind wir in Glück und leid, vereint für Zeit und Ewigkeit! Wir sind vereint für unser Leben, mit Dir nur kann ich glücklich sein! Nur Deinem Glück gilt all mein Streben, ich bin für alle Zeiten Dein!Minette Wir sind vereint für unser leben.Karl Mit Dir nur kann ich glücklich sein! Ich bin für alle Zeiten Dein. Ich schwör Dir Treue! Ich geb dem Zauber ganz mich hin! Ich schwör Dir Treue! Ich geb Dir alles, was ich bin! Vertrau der Liebe LeidenschaftMinette Ich bin Dein!Karl Sie ist des Lebens Wunderkraft!Minette Ich bin Dein!Beide Des Liebeszaubers Herrlichkeit birgt wahre Erdenseligkeit! |
| Urfassung, komponiert um 1801-1802 | Ersteinspielung der Neufassung 1963 NAXOS |
| ♫ 20 Finale – Minette, Carl, Schmoll, Greis, Hans Bast „So hab ich nach schmerzlich vertrauerten Stunden“ |
Nr. 20 Finale II (Minette, Schmoll, Niklas, Martin, Bast, Karl) |
| CARL: So hab ich nach schmerzlich vertrauerten Stunden, O himmlische Wonne, entzückende Lust! Doch endlich den zärtlichen Vater gefunden, Hier liegt er an meiner hochschlagenden Brust.SCHMOLL UND DER EREMIT: [im höchsten Ausdruck der Überraschung und Freude, zu dem Greis, der sich allmählich erholt] Oberster Freund Helmers! So find‘ ich Dich wieder, Du Edler, der immer mein Herz hat entzückt; So sehen sich wieder die besten der Brüder, O gütige Vorsicht, wie bin ich beglückt!MINETTE: O Freund meines Vaters! So find‘ ich Dich wieder, Du Edler! der immer mein Herz hat entzückt, So seh‘n sie sich wieder, die traulichen Brüder, O gütige Vorsicht! Wie bin ich beglückt!GREIS: Ihr edelsten Freunde! Wir sehen uns wieder, Verzeiht mir, das Maß meiner Freude ist voll; Kommt an meinen Busen, singt dankbare Lieder, Mein Liebling! Mein Saurin! Mein Nettchen! Mein Schmoll!HANS BAST: [kommt furchtsam dahergeschlichen] Potz Donner und Hagel! die soll ich ja kennen! Freund Saurin und Helmers! Du himmlische Macht! Ich möchte den Kopf an die Felsenwand rennen, Wie hat Euch der Zufall zu uns hergebracht?GREIS: Du guter und treuer Hans Bast, lasse Dich küssen! Willkommen mein Alter in friedlicher Ruh! Küssen sich wechselweise.SCHMOLL: Ich trete, so wahr der Herr lebt, Dich mit Füßen, Wenn du nicht bald schweigst, du Plappermaul, du! Hier hat nach des Schicksals tiefblutenden Wunden, Nach schrecklichen Stürmen im trauten Verein, Das Kleeblatt der Freundschaft sich wieder gefunden, Hier soll auch der Wohnplatz der Nachbarschaft sein. Du liebst meine Tochter?CARL: Mit zärtlichster Liebe.SCHMOLL: Und Du fühlst für diesen?MINETTE: Die feurigsten Triebe.SCHMOLL: Nun wohl denn, so schlinge mit seligstem Triebe Freund Hymen ein nimmer auflösliches Band, Gewirket aus Einigkeit, Anmuth und Liebe Durch Reihen von Jahren um eure Hand. Es ströme der Allmacht beglückender Segen.GREIS: Auf Euch aus dem Füllhorn des Glückes herab O wandelt in Wonne auf blumigen Wegen Als Muster der kindlichen Liebe zum Grab.MINETTE UND CARL: Hier hat sich das Kleeblatt der Freundschaft gefunden, Hier nenn‘ ich Dich Mein! Und Du nennst mich Dein! Hier haben uns liebende Eltern verbunden, Hier soll auch das frohe Verlobungsfest sein.HANS BAST: Jetzt muss ich zur Hochzeit recht schön gratulieren, Und mache vom Herzen auch mein Kompliment. Jetzt dürfens durch‘s vordre Tor herein spazieren, Und unser Inkognito hat auch ein End‘.SCHLUSS-CHOR – ALLE O traut auf die Vorsicht mit redlichem Herzen, Verliert nie im Drange der Leiden den Mut; Sie prüft oft der Sterblichen Zutrau‘n durch Schmerzen, Die Wege des Schicksals sind dunkel, doch gut. |
Karl Ich bin ja so glücklich! Es ist ja so schön, mit Dir nun vereint durch’s Leben zu gehn! Wie dank ich dem Schicksal, das mich zu Dir geführt, das lang schon Dein Herz für mich hat gerührt!Minette Er wird nun mein Ehemann! Gleich hier auf der Stelle! Ich schenk ihm so gerne mein Herz, meine Hand!Schmoll Ich werd nicht ihr Ehemann! Ich bleib Junggeselle! Zum Freien gehört doch noch mehr als Verstand!Minette Ich fühle im Herzen nur ehrliche Liebe! Es eine uns beide der lieb zärtlich Band. Ich schenke ihm gerne mein Herz, meine Hand!Schmoll Was soll ich nur machen? Mir ist nicht zum lachen! Sie gab mir den Korb, den ich Esel verdient hab, ja, den Korb statt der zärtlichen Hand – da hilft kein Verstand!Martin Geliebter Bruder, Ihr lieben Kinder, ich bin ja so glücklich, hier bei Euch zu sein! Die Tochter, den Bruder, ich fand Euch zu zwei’n. Zu Ende sind Sorge und Kummer und Pein!Bast Das nenne ich Zufall! Herr Martin, Herr Peter, auch Karl noch – da steht er!Niklas Ich eile ins Dorf! Zum Hochzeitsschmause, braucht viel man im Hause! Ich darf gratulieren, ich wünsche viel Glück!Schmoll/Martin Ja, eilt nur noch Hause, bringt vieles zu Schmause. Sie wünschen viel Glück!Bast /Niklas Ich wünsche viel Glück!Schmoll Geliebte Minett‘! Ich habe zwar anders mir alles gedacht. Ein Hagestolz sein keine Freude mir macht. Ich mach gute Miene zum bösen Spiel und freu mich mit Euch am erreichten Ziel. Ja! Ja! Ja, so nehmt meinen Vatersegen! Du liebst meine Tochter?Karl Mit ehrlichster Liebe!Schmoll Und du liebst den Jüngling?Minette Mit ehrlichster liebe!Schmoll Na, also!Martin Du hast wie ein Pfarrer gesprochen! Nur eines kam Dir wohl ganz aus dem Sinn!? Dass ich ja der Vater bin! Schmoll Martin Minette/Karl Minette/Karl/Peter/Martin Minette /Karl Martin Beide Bast /Niklas Bast Alle Niklas/Martin/Bast Alle |
