0%

FESTSPIELE

Zum Gedenken an C. M. v. Weber

Mit freundlicher Nutzungsgenehmigung des Bundesarchivs.
Quelle: Neue Deutsche Wochenschau (Originaltitel) Nr. 74 / 1951, Film: 32180

„Der Freischütz“ in der Festspielstadt Eutin seit 1951

Die „Weber-Festspiele“ wurden von der Eutiner Festspiel-Gesellschaft e.V. 1951 ins Leben gerufen – zum Gedenken an den 125. Todestag des in Eutin geborenen Komponisten Carl Maria von Weber. 1952 folgten die „Eutiner Sommerspiele“ bis zum Jahr 1999. Ab der Spielzeit 2000 sind es die „Eutiner Festspiele“, die sich seit 2024 unter einem neuen Label präsentieren. Was als erinnerndes Zeichen begann, entwickelte sich rasch zu einer festen Institution des Open Air Musiktheaters. Seitdem sind über siebzig Jahre Bühnengeschichte mit mehr als 50 eigenen Produktionen untrennbar mit der Eutiner Freilichtbühne verbunden.

Als „Der Freischütz“ zum 150. Mal erklungen ist:

„Carl Maria von Weber ist – darüber sollte es keinen Zweifel geben –
ein wichtiger Werbefaktor für seine Geburtsstadt Eutin.“
Die Festspiele sind das geworden,
„was für Bad Segeberg die Karl-May-Festspiele sind, was für Kiel die Kieler Woche ist
oder was für Bayreuth die Bayreuther Festspiele sind.“

Quelle: Ostholstein Anzeiger vom 8.8.1980, Stadtarchiv Eutin

Bildmontage: Abbildung 1950er Jahre aus dem Stadtarchiv Eutin, Bühnenfoto 2024 „Der Freischütz“: Hans-Peter Förster

An der Spitze des Repertoires steht Webers Der Freischütz.

In 43 Spielzeiten war die international berühmte Oper in Eutin zu erleben – zuletzt 2024 in einer Inszenierung des Star-Regisseurs Anthony Pilavachi. Hinzu kommt 2017 die Uraufführung „Die Wolfsschlucht“ – als Cross-Over Experiment – und in zwei Spielzeiten „Der Freischütz für Kinder“. Auch Webers große romantische Feenoper Oberon, seine letzte Oper, hat ihren festen Platz in der Festspielgeschichte: 1986 und 1987 kam sie auf die Bühne. Ihre Uraufführung fand 1826 in London statt – im Jahr 2026 jährt sich dieses Ereignis zum 200. Mal.

Werke wie Abu Hassan und Euryanthe standen seltener auf dem Spielplan, prägten jedoch ebenfalls das künstlerische Profil der Festspiele.

So ist die Festspielstadt Eutin bis heute eng mit dem Werk Carl Maria von Webers verbunden – als lebendiges Denkmal, das Erinnerung, Aufführungstradition und zeitgenössische Interpretation miteinander verbindet.

Das Opernrepertoire Carl Maria von Webers – mit selten gespielten, heute kaum bekannten Werken ebenso wie mit in Eutin bislang nie aufgeführten Raritäten wie Peter Schmoll und seine Nachbarn oder Silvana (Das stummme Waldmädchen) – lädt dazu ein, weiterzudenken: Könnte daraus nicht Jahr für Jahr ein eigener Spielplan erwachsen, der ausschließlich hier, an Webers Geburtsort, Gestalt annimmt?

Quelle: Stadtarchiv Eutin

Der Herausgeber dieser Website hat seit dem Jahr 2024 für die Eutiner Festspiele rund 5.000 Seiten Programm- und Spielzeithefte digitalisiert und im Anschluss rund 40.000 Bilddateien systematisch erschlossen. Sämtliche Spielzeithefte aus dem Festspiel-Archiv wurden als Blätterbuch (PDF Flipbook) aufbereitet. Weitere Spielzeithefte wurden 2025 zwecks Digitalisierung und Vervollständigung von der Landesbibliothek, dem Stadtarchiv Eutin und vom  Eutiner Historiker Klaus Petzold bereitgestellt.

 

Spielzeithefte im Online-Archiv. Screenshot: Webseite „Programmhefte“,  Eutiner Festspiele , 9/2025. Bildmontage: Hans-Peter Förster

Der reporter vom 20.9.2025:

Ein ganz besonderes Archiv-Geschenk gibt es für alle Festspiel-Freunde oder solche, die es werden wollen: Sämtliche Programmhefte von 1951 bis 2025 sind digital auf der Homepage zu finden.

 

Aus diesem digitalen Datenbestand wurde eine Online-Rückschau erstellt. So ist erstmals eine öffentliche, digitale Dokumentationsgrundlage von 75 Jahren Festspielgeschichte entstanden – als kulturhistorisches Gedächtnis der Stadt Eutin. Die digitale Chronik versteht sich nicht als bloßer Rückblick, sondern kann als Grundlage für strategische Entscheidungen genutzt werden.

Quelle Screenshot:
eutiner-festspiele.de/rueckschau (Stand: 6. März 2026)

Website:
https://www.eutiner-festspiele.de

Erinnerung, Verpflichtung und Zukunftsaufgabe

Als im Sommer 1951 im Schlossgarten von Eutin erstmals eine Oper unter freiem Himmel erklang, war dies weit mehr als der Beginn einer neuen Veranstaltungsreihe. Die Eutiner Festspiele entstanden aus einem bewussten Akt des Erinnerns: Zum 125. Todestag Carl Maria von Webers wollte seine Geburtsstadt dem bedeutendsten Sohn Eutins ein musikalisches Denkmal setzen. Mit einer Aufführung von Der Freischütz kehrte Webers Musik dorthin zurück, wo seine Lebensgeschichte begonnen hatte.

Was zunächst als Gedenkveranstaltung gedacht war, entwickelte rasch eine eigene Kraft. Die Verbindung von Webers Werk, der besonderen Naturkulisse und dem bürgerschaftlichen Engagement vor Ort machte die Festspiele zu einem festen Bestandteil des kulturellen Lebens – in Eutin, in Schleswig-Holstein und weit darüber hinaus. Über Jahrzehnte hinweg wurde der Gedanke lebendig gehalten, dass die Festspiele nicht nur Opern zeigen, sondern zugleich Erinnerung, Verpflichtung und Zukunftsaufgabe sind: die Pflege des musikalischen Erbes Carl Maria von Webers und seine fortwährende Aktualisierung auf der Bühne.

Die folgenden Stimmen aus Politik, Kultur und Festspielgeschichte spiegeln, wie dieser Gründungsgedanke seit 1951 immer wieder aufgegriffen, erneuert und weitergetragen wurde – als Ausdruck einer besonderen Verantwortung gegenüber dem kulturellen Erbe der Stadt Eutin und ihres großen Sohnes.

*

Zitate aus Grußworten in Programm- und Spielzeitheften

1952: Carl Maria von Weber: Eutins größter Sohn! Die Eutiner Festspielgesellschaft hat es in der jüngsten Gegenwart übernommen, die Bedeutung der Stadt auf kultureller Basis weiter auszubauen, … ermutigt durch die letztjährigen Erfolge bei den Carl Maria von Weber-Festspielen, anlässlich des 125. Todestages, übernimmt Erwin Jamrosy in diesem Jahre die Eutiner Festspiel-Gesellschaft und versucht, einem großen Publikum den hochkünstlerischen Genuss dreier großer Opernwerke zu vermitteln.“ [„Der Freischütz“, „Fidelio“ und „Zigeunerbaron“]
Festschrift „Eutiner Sommerspiele 1952“

198o: „Die stetige und tatkräftige Förderung durch die Stadt Eutin und andere öffentliche Zu­schussgeber waren darüber hinaus Garanten für die Kontinuität und Verwirklichung der Freilichtoper. Allen Freunden der Künste unmittelbaren Zugang zum Musikleben zu gewährleisten, wird der Stadt Eutin weiterhin Verpflichung sein. Die unnachahmliche Naturkulisse der Freilichtoper ist dabei ein wesentlicher Eckpfeiler. Mögen alle Beteiligten dazu beitragen, ei­nem großen Publikum den Zauber abendli­cher Opernaufführungen noch lange zu er­halten.
Anneli Voigt, Bürgervorsteherin
Friedrich Knutzen Bürgermeister

1983: Die Stadt Eutin als öffentlicher Zuschussgeber hat in der Vergangenheit die Arbeit der Sommerspiele stets anerkannt und im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten gefördert. Sie wird sich aufgrund ihres kulturellen Erbes dieser Verpflichtung auch weiterhin bewusst sein und wünscht den Eutiner Sommerspielen eine glückliche und erfolgreiche Saison 1983. (Anneli Voigt, Bürgervorsteherin und Friedrich Knutzen, Bürgermeister)

1987: „Die romantische Kulisse entspricht ganz dem Geist Carl Maria von Webers, zu dessen Gedächtnis seine Geburtsstadt Eutin diese Sommerfestspiele veranstaltet. Wichtigste Grundlage für die Sommerspiele ist aber zweifelsohne die Musikbegeisterung der Bürger, die durch die Verehrung von Carl Maria von Weber, dem großen Sohn der Stadt, inspiriert wurde und die das hohe künstlerische Niveau der Eutiner Chöre ermöglicht hat.
Dr. Uwe Barschel, Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein

1994: Die Auswahl der Opern – Ge­nuss für Auge und Ohr ver­sprechend – wird auch in die­sem Jahr zahlreiche Gäste aus dem In- und Ausland nach Eutin und in die Holsteini­sche Schweiz locken. Die wiederaufnahme des ‚Frei­schütz‘, des Klassikers der Eutiner Sommerspiele, ruft uns Carl Maria von Weber als Sohn der Stadt Eutin ins Ge­dächtnis.“
Heide Simonis Ministerpräsidentin des Landes Schleswig-Holstein
Marianne Tidick, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Schleswig-Holstein

2000: Am 16. Juni 1951 fand die erste Freilichtaufführung der romantischen Oper Der Freischütz von Carl Maria von Weber im Euriner Schlossgarten statt. Damit ehrte man in Eutin, wo es schon seit Jahrhunderten eine mehr als durchschnittliche Pflege der Musik gegeben hat, einen großen Sohn der Stadt.
Jubiläumsschrift 50 Jahre Eutiner Festspiele

2005: „Im Jahr 1951 erklang im sommerlichen Eutin unter freiem Himmel erstmals die romantische Oper „Der Freischütz“. 125 Jahre nach dem Tode des Komponisten Carl Maria von Weber feierten Musikbegeisterte den berühmten Sohn der Stadt mit einer Aufführung seines populären Werkes, dort, wo es seine vollendete Kulisse zu finden schien, mitten in der Natur … wer hätte damals gedacht, dass die Eutiner Festspiele rasch zu einer der wichtigen Kulturinstitutionen des Nordens werden würden?
Jörg Fallheier, Intendant Eutiner Festspiele

2008: „In einer Welt des Wandels ist die Bühne eine Oase der Seele, der gedanklichen Entspannung, der Ruhe und der Begeisterung für Dinge, die uns sonst im Leben viel zu oft nicht mehr vergönnt sind. Die Eutiner Festspiele haben über Jahrzehnte durch ihre Art der Inszenierungen und die vielen treuen „Stamm-Besucher“ ein ganz eigenes Flair entwickelt. In Zeiten ständiger Veränderungen ist das zugleich Ver­pflichtung und Aufforderung. Verpflichtung, Traditionen zu wahren und Aufforderung, neue Horizonte zu suchen und zu wagen. … Die Einmaligkeit der Eutiner Festspiele als Freilichtbühne in Atmosphäre und Themenauswahl soll in der Zukunft nicht nur erhalten, sondern mit Ihnen als Botschafter noch mehr in den Köpfen zukünftiger Besucher verankert wer­den …“
Bernd Brandes, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Eutiner Festspiele

2016: Als musikalischen Auftakt bringen die Festspiele mit Carl Maria von Webers ‚Der Freischütz‘ den Klassiker schlechthin auf die romantische Natur­bühne am Großen Eutiner See. Der Komponist wurde in Eutin geboren, ihm zu Ehren werden die Festspiele bei uns jedes Jahr gefeiert und darauf sind wir stolz.
Dieter Holst, Bürgervorsteher der Stadt Eutin und Klaus-Dieter Schulz, Bürgermeister der Stadt Eutin

2017: „Vier Aufführungen, die Bezug nehmen auf Carl Maria von Weber, den großen Sohn der Stadt Eutin, ergänzen den Spielplan ganz hervorragend. Zu sehen und zu hören ist ein Crossover-Projekt zur „Wolfsschlucht“, bei dem Klassik und Rock aufei­nander treffen und das die Geschichte von Max und Agathe aus dem „Freischütz“ neu erzählt. Mit seiner Verbindung zwischen der Musik Webers und heutigen, zeitgenössi­schen Klängen verspricht dieses musikalische Experiment, neue und jüngere Besuche­rinnen und Besucher für die Festspiele zu gewinnen.Vor allem hierzu wünsche ich viel Erfolg!
Daniel Günther Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein

 

 

Der Förderverein der Eutiner Festspiele e. V. setzt sich seit über 20 Jahren für den Erhalt und die Weiterentwicklung der Eutiner Festspiele ein. Der Verein zählt rund 300 Mitglieder. Ziel ist es, durch Engagement die persönliche Bindung zu den Festspielen zu stärken und ihre kulturelle Bedeutung für Eutin und die Region zu bewahren. Die Eutiner Festspiele gehören zu Eutin. Die Vereinsmitglieder setzen sich für ihren langfristigen Erhalt ein.

Der Verein unterstützte im Jahr 2025 die Eutiner Festspiele mit 20.000 Euro für den Kauf von Musikinstrumenten. Seit 2007 hat der Verein die Festspiele mit einer Summe von rund 258.000 Euro gefördert.

Ein Mitglied des Fördervereins der Eutiner Festspiele zu sein, bedeutet über ein finanzielles Engagement hinaus ein stetiger Austausch, Lernen und Diskussion um die Gestaltung und Deutung des Erbes von Carl Maria von Weber sowie die Unterstützung und Förderung der Eutiner Festspiele. Zudem ist es ein Austausch über die jeweilige Spielzeit und die dargebotenen musikalischen und schauspielerischen Inszenierungen.

Website der Festspielförderer
https://www.festspielfoerderer.de

Der Förderverein in der virtuellen Ausstellung:

Vom kleinen „Grünen Hügel“ zur 500 qm großen Open Air Musiktheater-Bühne

 

1950er Jahre „Der Freischütz“
Quelle: Stadtarchiv Eutin

2024 „Der Freischütz“

2024 Eröffnung der neuen Seetribüne und
Musiktheaterbühne mit rund 500 qm Fläche
Fotos: Hans-Peter Förster

Quelle: SAT.1 REGIONAL „Eutiner Festspiele 2024 mit neuer moderner Bühne
https://www.youtube.com/watch?v=Uden_fWkiQY

 

*

Zitate aus Programheften und Webseiten der Eutiner Festspiele:

1952: „Die Parkkulissen am See waren für eine Landschaftsbühne wie geschaffen … Scheinwerfer sind rings in den Kronen versteckt, und dem Boden angepasst ist das Orchester in einer Versenkung untergebracht.“

1955: „Auch in diesem – dem fünften – Jahre hat die Leitung nichts unterlassen, um den guten Ruf der Spiele zu erhalten und zu fördern. Die Auswahl der Solisten, Verbesserungen des Bühnengeländes und der Kulissen …“

1975: „Eine romantisch schöne Waldgegend wird als Schauplatz für das letzte Bild von Carl Maria von Webers Freischütz angegeben. …– draußen, unter freiem Himmel … Webers Freischütz in echter Naturkulisse … ein Glücksfall, ja geradezu ein Musterbeispiel für das Freilicht­theater. …

1983: „… An dieser Stelle darf erwähnt werden. dass bis zum Beginn dieser Spielzeit im Rah­men einer gemeinsamen Sonderfinanzie­rung aller beteiligten Zuwendungsgeber ein neues Elektrostellwerk, ein neuer Bühnen­felsen sowie die Beleuchtung beschafft und installiert werden konnten.“

1989: „Seit 1951 haben fast zwei Millionen Menschen aus dem In- und Ausland die geglückte Verbindung von Kunst und Natur erlebt. Künstlerische Vielfalt auf hohem Niveau und die einzigartige Kulisse haben den bundesweiten Ruf dieser faszinierenden Freilichtbühne begründet.“

1991: „Das Programm der Eutiner Sommerspiele ist von anerkannter Qualität. Künstlerische Vielfalt auf hohem Niveau und die einzigartige Kulisse haben den Ruf dieser faszinierenden Freilichtbühne begründet.“

1999: „Auf Freilichtbühnen über­wiegt insgesamt das Sprech­theater, denn nur wenige Orte weisen günstige Bedingungen für musikalische Darbietun­gen auf. Die Bühne im Eutiner Schloßgarten, wo seit 1951 die Eutiner Sommerspiele stattfinden, bietet eine opti­male natürliche Akustik.“

2003: „Das ‚Spiel‘ am Theater setzt vielfältige Vorberei­tungsarbeiten voraus … Da geht es frühzeitigst um die Auswahl der aufzuführenden Werke, den Spielplan, um Tex­te, Bearbeitungen, Übersetzun­gen; da wird ein Ensemble aus den besten bezahlbaren Sängern zusammengestellt, dazu Chor, Ballett und Orchester; Bühnen­bilder werden entworfen, gebaut und gemalt; da reiht sich eines an das andere: Kostüme, Requi­siten, Perücken, Fragen bei Beleuchtung und Technik -und und und … “

2005: „…  spannende und aufregende Theaterabende auf der schönsten Naturbühne Deutschlands.

2010: „Weltstars haben auf der schönsten Natur-Freiluftbühne Deutschlands gesungen.“ Im Zeichen dieser Tradition brechen die Eutiner Festspiele dieses Jahr zu neuen Ufern auf: Wunderbare Musik in überwältigender Natur ist das Markenzeichen …“

2017: „Die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass die Grundelemente, die aller Kunst gegeben sind, nämlich die Hingabe an die gestellte Aufgabe, die bedingungslose Liebe zum künstlerischen Schaffen, gerade bei einer Bühne, die den Einflüssen der Witterung wie der Natur überhaupt mehr oder minder ausgesetzt ist, besondere Bedeutung und besonderen Wert haben. Diese Erkenntnis gibt uns immer wieder den Mut und den festen Willen weiterzuarbeiten an einem kulturellen Werk …“

2022: Eine besondere Raffinesse habe sich Bühnenbauer Jörg Brombacher in diesem Jahr einfallen lassen: eine drehbare Bühne … Das erlaubt eine unglaubliche Wandlungsfähigkeit innerhalb eines Stückes  … Genial gelöst, denn das ist ein Quantensprung von sonst statischen Bühnenbildern hin zu bewegenden Umbausituationen im Stück selbst.“

2024: „Ich [Regisseur Anton Pilavachi] freue mich schon darauf, die neue Bühne in ihrer gesamten Breite, Tiefe und Höhe ausnutzen zu können.“

Das Opernrepertoire Carl Maria von Webers – mit selten gespielten, heute kaum bekannten Werken ebenso wie mit in Eutin bislang nie aufgeführten Raritäten wie Peter Schmoll und seine Nachbarn oder Silvana (Das stummme Waldmädchen) – bietet Potenzial, Jahr für Jahr Weber-Opern in Eutin auf den Spielplan zu setzen.

Rückblick: Weber-Opern in der Festspielstadt Eutin

Nachfolgende Weber-Opern wurden als  Eigenproduktionen der Eutiner Festspiele auf der Freilichtbühne realisiert.
Zuletzt spielte 2024 „Der Freischütz“ unter der Regie des internationalen Opernregisseurs Anthony Pilavachi auf der frisch eingeweihten, neuen 500 qm großen Bühne.

Die Jahreszahlen führen mit einem Klick direkt ins Online-Archiv der Eutiner Festspiele zu den Programm- und Spielzeitheften
(Wird verlinkt sobald wieder von den Eutiner Festspielen auf deren Website online verfügbar).

Der Freischütz

2024 | 2016 | 2010 | 2005 | 2001 | 2000
1994 | 1993 | 1990
1989 | 1988 | 1985 | 1984 | 1982 | 1981 | 1980
1979 | 1978 | 1977 | 1976 | 1975 | 1973 | 1972 | 1971 | 1970
1969 | 1968 | 1967 | 1966 | 1965 | 1964 | 1963 | 1962 | 1961 | 1960
1959 | 1958 | 1957 | 1956 | 1955 | 1954 | 1952 | 1951

Der Freischütz für Kinder

2012 | 2009

Der Freischütz neu erzählt

2017

Abu Hassan

1976 | 1974

Euryanthe

1976

Oberon – Des Elfenkönigs Schwur

1987 | 1986

„Außer einer insgesamt hochkarätigen Soli­stenbesetzung stellt sich das Problem, dass man neben dem großen Chor auch noch kleinere und mittlere Sprechrollen zu beset­zen hat; wiederum Anforderungen, die der gängige Dreispartenbetrieb kaum erfüllen kann … Es hat nicht an zahllosen Ver­suchen gefehlt, die dramaturgischen Probleme zu lösen. Was bleibt und den dauernden Wert des Oberon aus­macht, ist das verbindende Element Weber­scher Musik. Schon die überragenden musikalischen Qualitäten dieser Oper sollten Anlass genug sein, auch den Oberon nicht nur als Jubi­läumsstück wieder aus der (Fast)-Verges­senheit herauszuholen.“
Gerald Mertens, Chefredakteur „Das Orchester
Beitrag Die vergessenen Werke – Webers unbekannte Opern
in Eutiner Sommerspiele 1968, S. 18f

 


Presse-Zitate

Eutiner Freischütz-Produktion 2024

Den wetterbedingten Anlass gab es zur Premiere von „Der Freischütz“ indes mitnichten: Der Abend glich einem Sommernachtstraum am Eutiner See, der so ruhig und glatt hinter der imposanten neuen Zuschauertribüne lag, als wollte er sich demütig vor der Musik verbeugen, die hier seit 1951 unter freiem Himmel erklingt. … Die schönste Botschaft zum Schluss: Naturtheater, Volkstheater und Regietheater verbinden sich hier so verblüffend harmonisch, ja dreieinig miteinander, dass man ausrufen möchte: „Auf nach Eutin!“
Daran hat die Inszenierung von Anthony Pilavachi entscheidenden Anteil. Die Erwartungen an den Regisseur, der einst mit seinem Lübecker Wagner-Zyklus für Furore sorgte, waren durchaus riesig. Denn die romantische Oper des berühmtesten Sohns der Stadt bildet seit 1951 den Markenkern der Eutiner Festspiele. Schließlich wurde Carl Maria von Weber hier 1786 geboren. Sein 125. Todestag war einst Anlass für die Gründung der Festspiele als genuin bürgerschaftliches Engagement. „Der Freischütz“ stand in ganzen 43 Spielzeiten auf dem Programm.
Quelle: concerti, Peter Krause, 20.07.2024

Besonders beeindruckend ist die Wolfsschlucht-Szene, die in dieser Inszenierung zu einem emotionalen Höhepunkt wird. … Tenor Marius Pallesen, der den Max spielt, beschreibt die besondere Atmosphäre: „Wenn man auf diese Bühne tritt, macht das etwas mit einem. Es ist monumental, besonders wenn die Sonne untergeht. Das beeinflusst die Stimmung und hilft, die Emotionen gesanglich auszudrücken.“ …  Besonders der Jägerchor, der mit seinem Auftritt über pralle Lebens- und Jagdfreude interpretiert wird, offenbart bei genauerem Hinhören eine dunkle, fast provokative Ebene. … „Der Freischütz“ von Carl Maria von Weber, eine Oper, die seit [1951] über 200 Mal auf der Eutiner Freilichtbühne aufgeführt wurde ….“
NDR, Inessa Brauer, 19.07.2024 

Und dennoch: Was in Bregenz vor lauter Kino-Päng-Poff-Bumm zu kurz kommt, wird in Eutin ganz selbstverständlich serviert: ein wahrhaftiger Freischütz, eine »romantische Oper«, der man auf all ihren erzählerischen Ebenen folgen kann. Die neue Seebühne in Eutin ist eben das Bregenz des Nordens: schlanker, bodenständiger, vielleicht auch: ehrlicher.
BackstageClassical, Axel Brüggemann, 10.08.2024

Interview mit Regisseur Pilavachi: Ich denke, dass Carl Maria von Weber der Gesellschaft einen Spiegel vorhalten wollte. Wer frei ist von Sünde, der werfe den ersten Stein. … Generell ist die Handlung wie eine Reise durch die Nacht ins Licht, genauso wie es Mozart mit der Zauberflöte oder Beethoven mit Fidelio gemacht haben. Alles strebt zum Morgen, aber die Menschen werden dann nicht mehr die gleichen sein wie am Vortag. Es sind die Prüfungen, die junge Menschen wie Max bestehen sollen und die sie verändern. … In Eutin werde ich versuchen, die Atmosphäre der Natur auf dieser riesigen Bühne zu nutzen, damit wir zusammen mit der Musik eine starke Aussage schaffen.
Blog Eutiner Festspiele, Achim Krauskopf, Spielzeit 2024 

„Der Freischütz“ ist zum 43. Mal zu sehen, aber zum ersten Mal von Starregisseur Antony Pilavachi. … Lang anhaltender Applaus und zahlreiche Bravi belohnten schließlich die in sich schlüssige Gesamtaufführung, die wirklich von sehr guten Ideen getragen wird.“
SHZ,  Werner Bodendorff, 20.07.1954

Quelle u.a.: Operabase

(C: Musikalische Leitung, D: Inszenierung)

 

Freischütz-Aufführungen im Jubiläumsjahr 2026

Staatstheater Braunschweig
Burgplatz
Open Air
22.8. bis 3.9.2026
(18 Vorstellungen)
Intendant Tobias Wolff:
Nach über 15 Jahren ist es höchste Zeit, dass ›Der Freischütz‹ wieder auf dem Spielplan steht!

Staatstheater Cottbus
C:Johannes Zurl
D:Tomo Sugao
16 NOV. ’25 – 14 FEB. ’26

Aalto-Musiktheater Essen
C:Andrea Sanguineti
D:Tatjana Gürbaca
06 MÄRZ ’26 – 09 MAI ’26

Staatstheater Meiningen
C:Kens Lui
D:Philipp M. Krenn
24 OKT. ’25 – 28 JUNI ’26

Aalto-Musiktheater Essen
04 APR. ’26 – 23 APR. ’26

Freikugeln – Der Freischütz In Fünf Dimensionen
Oper Köln
C:Rainer Mühlbach
D:Brigitta Gillessen
11 APR. ’26 – 28 JUNI ’26

Staatstheater Nürnberg
C:Roland Böer
D:Jossi Wieler
12 APR. ’26 – 22 JUNI ’26

Staatsoper Hamburg
C:Yoel Gamzou
D:Andreas Kriegenburg
23 APR. ’26 – 03 MAI ’26

Theater Bonn
C:Lothar Koenigs
D:Volker Lösch
03 MAI ’26 – 04 JULI ’26

Staatsoper Unter den Linden, Berlin
C:Elias Corrinth
D:Kai Anne Schuhmacher
22 JAN. ’26 – 07 JULI ’26

Bayerische Staatsoper. München
C:Daniele Rustioni
D:Dmitri Tcherniakov
26 JULI ’26 – 29 JULI ’26

 

Weitere Weber-Opern in Deutschland 2026

Silvana

Landesbühnen Sachsen
C:Hans-Peter Preu
D:Hinrich Horstkotte
+4 StädteDeutschland
15 NOV. ’25 – 07 JUNI ’26

Radebeul
15 NOV. ’25 – 07 JUNI ’26

Meißen,Deutschland
01 MÄRZ ’26

Bautzen,Deutschland
02 APR. ’26 – 15 MAI ’26

Bad Elster,Deutschland
05 JUNI ’26

 

Abu Hassan

Theater Nordhausen, Sonderhausen
C:Luca Marcossi
D:Matthias Kitter
03 JULI ’26 – 18 JULI ’26

Demnächst mehr …

 

Museum/Ausstellung -digital- (Bildmontage: Hans-Peter Förster)


Quelle: Stadtarchiv Eutin
Foto: Hans-Peter Förster
« von 10 »

 

 

  • null

    Vor 75 Jahren ...