Weber & Eutin 1990

100 Jahre Weber-Denkmal

Presseausschnitt

Quelle: Stadtarchiv Eutin
Foto: Hans-Peter Förster
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Presseausschnitte

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Quelle der Presseausschnitte:
Stadtarchiv Eutin

100 Jahre Weber-Denkmal in Eutin

Weltweite Bürgerinitiative für den großen Musiker – Schwartauer Bildhauer Paul Peterich schuf das Standbild
Von Georg Harden

EUTIN.
Vor hundert Jahren, im Juli 1890, wurde in Eutin feierlich das Denkmal für Carl Maria
von Weber enthüllt.
Es steht bis heute auf dem Platz vor dem Schlossgarten und erinnert an den großen
Komponisten, der 1786 in dieser Stadt geboren wurde.
Ein Werk von Paul Peterich
Das Standbild stammt von Paul Peterich (1864–1937), einem aus Schwartau gebürtigen
Bildhauer, der als junger Künstler den Wettbewerb des Deutschen Künstlerbundes von
1887 gewann.
Sein Entwurf überzeugte durch Klarheit und eine idealisierte, fast klassisch-heroische
Darstellung Webers als Komponist und Dirigent.
Das Eutiner Denkmal wurde aus Bronze gegossen und auf einem steinernen Sockel errichtet.
Es war eines der ersten großen Werke Peterichs – noch bevor er als Professor in Weimar und
Berlin zu internationalem Ruf gelangte.
Von der Idee zur Einweihung
Schon bald nach Webers frühem Tod 1826 regte sich in seiner Geburtsstadt der Wunsch nach
einem bleibenden Zeichen der Erinnerung.
Doch erst nach der Reichsgründung von 1871 erhielt die Idee neuen Schwung.
Ein Komitee aus Eutiner Bürgern, Künstlern und Musikfreunden sammelte Spenden;
auch zahlreiche Musiker aus Hamburg, Kiel, Hannover und Berlin beteiligten sich an der
Finanzierung.
Am 6. Juli 1890 war es so weit:
Mit einem großen Festkonzert – selbstverständlich mit der „Freischütz“-Ouvertüre – wurde
das Denkmal feierlich eingeweiht.
Ein Chor von rund 150 Sängerinnen und Sängern aus Lübeck und Eutin sang Webers Lieder,
Reden ehrten den „ersten großen deutschen Romantiker“, und die ganze Stadt schmückte sich
in Festfarben.
Krieg, Verlust und Wiederaufbau
Im Zweiten Weltkrieg wurde das Weber-Denkmal eingeschmolzen – wie so viele
Kunstwerke aus Bronze.
Nur der Steinsockel blieb erhalten.
Erst in den 1950er-Jahren konnte ein neuer Guss nach dem Originalmodell geschaffen
werden, der das Denkmal an alter Stelle wieder komplettierte.
Der Bildhauer Friedrich Rusch aus Kiel führte die Rekonstruktion nach Peterichs Entwurf
aus.
Seitdem steht Weber wieder dort, wo alles begann: im Herzen seiner Geburtsstadt, den Blick
in den Schlossgarten gerichtet.
Ein lebendiges Erbe
Zur 100-Jahr-Feier 1990 erinnerte Bürgermeister Klaus-Dieter Schulz an die Bedeutung des
Denkmals als Symbol Eutiner Identität:
„Dieses Denkmal ist mehr als ein Stück Geschichte – es ist Teil unseres kulturellen
Gedächtnisses.“
Musikschulen, Chöre und das Festspielorchester gestalteten ein Festkonzert unter freiem
Himmel.
Das Jubiläum war Anlass, über eine erneute Renovierung und dauerhafte Pflege der Anlage
nachzudenken – ein Projekt, das an Webers Ideal anschließt, Kunst und Bürgersinn zu
verbinden.

📸 Foto (Archiv Stadt Eutin):
Das Weber-Denkmal auf dem Schlossplatz, geschaffen 1890 von Paul Peterich,
wiedererrichtet nach 1945.