Weber & Eutin 2009
Weber-Sammlung und 14. Eutiner Weber-Tage
Presseausschnitte
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Quelle der Presseausschnitte:
Stadtarchiv Eutin
Ein Zuhause für Weber schaffen
Eutin.
Ältere Eutiner werden sich noch an die Buchhandlung Hoffmann in der Lübecker Straße 6
erinnern – dort, wo heute das Café de Büx ist.
Der Inhaber, Hans Hoffmann, betrieb in den Jahren 1976 bis 1979 in den angrenzenden
Räumen ein kleines Weber-Museum.
Hoffmann war eng befreundet mit Erika von Witzleben, einer Nachfahrin von Carl Maria
von Weber. Sie überließ ihm mehrere Erinnerungsstücke, Briefe, Noten und Erstdrucke, die
Hoffmann mit viel Idealismus sammelte.
„Aus eigener Kraft“, erzählt sein Sohn Lutz Hoffmann, „erwarb mein Vater Erstausgaben
und Bücher. Mit viel Verhandlungsgeschick gelang es ihm, immer wieder kostbare Stücke
nach Eutin zu holen.“
Diese Sammlung – rund 500 Dokumente, darunter Originalbriefe, historische und neue
Editionen, Fotos, Zeitungsausschnitte, Partituren und Programmzettel – wird heute von
Dr. Wolfgang Griep verwaltet, dem ehemaligen wissenschaftlichen Mitarbeiter der Eutiner
Landesbibliothek.
Ein Teil der Exponate befindet sich im Ostholstein-Museum.
„Es wäre schön, alles wieder zusammenzuführen und dauerhaft auszustellen“, sagt Lutz
Hoffmann.
Dr. Griep ergänzt:
„Wir möchten Weber in Eutin wieder ein Zuhause schaffen.“
Weber-Tage stehen vor unsicherer Zukunft
Eutin.
Was wird aus den Weber-Tagen? — Diese Frage stand im Mittelpunkt der Sitzung des
Kulturausschusses am Mittwochabend.
Obwohl Mitorganisator Martin Karl-Wagner sich nachdrücklich für eine weitere
Finanzierung der traditionsreichen Veranstaltungsreihe einsetzte, lehnte die Mehrheit der
Ausschussmitglieder die Einrichtung einer koordinierten Stelle ab.
In der Vorlage der Verwaltung war von jährlichen Kosten in Höhe von 10.000 Euro die Rede,
um einen Koordinator (wie bisher Karl-Wagner) über die Eutin GmbH einzustellen.
„Im Haushalt 2009 sehen wir diese 10.000 Euro nicht“, erklärte Karlheinz Jepp (SPD) und
verwies auf die angespannte Haushaltslage. Auch die CDU-Fraktion, vertreten durch Jörg
Bendorf, unterstützte diese Position.
Gabriela Carstens-Trepka (FDP) zeigte sich immerhin offen: Sie könne sich vorstellen, das
Geld zu bewilligen, „wenn eine geeignete Person benannt würde“.
Doch Namen fielen keine.
Martin Karl-Wagner erinnerte in der Diskussion daran, dass seit 13 Jahren Ehrenamtliche
die Organisation der Weber-Tage leisten:
„Die erforderliche Kommunikationsarbeit kann ich allein nicht mehr leisten. Wir haben hohe
Mieten für den Rittersaal im Schloss und das Jagdschlösschen zu zahlen.“
Bürgermeister Klaus-Dieter Schulz rief den Ausschussmitgliedern ins Gedächtnis, dass die
Stadtvertretung bereits zuvor den Bedarf einer Koordinationsstelle anerkannt hatte.
Dennoch blieb die Mehrheit skeptisch.
Erst nach einer kurzen Sitzungsunterbrechung zog Wolfgang Baier (CDU) seinen Antrag
zurück, die Verwaltung sofort mit der Erarbeitung eines neuen Konzeptes für die Weber-Tage
zu beauftragen.
Per Köster, Geschäftsführer der Eutin GmbH, warnte zum Schluss eindringlich:
„Ich fürchte, dass uns die Weber-Tage eines Tages wegsterben, wenn wir uns nicht stärker
engagieren.“
14. Weber-Tage beleuchten Umfeld des Komponisten
Eutin.
Zum 14. Mal finden in diesem Jahr die Eutiner Weber-Tage statt. Das Festival, das an den in
Eutin geborenen Komponisten Carl Maria von Weber (1786–1826) erinnert, soll die Stadt
weiterhin als „Weber-Stadt“ profilieren und dabei nicht nur die Werke, sondern auch das
musikalische Umfeld und die Zeit Webers beleuchten.
„Dass Weber in Eutin geboren wurde, verpflichtet uns“, betonte Bürgermeister Klaus-
Dieter Schulz bei der Vorstellung des Programms. Gemeinsam mit Dr. Joachim Reitbuch,
Annette Rudolph, Sabine Richter (Vitapark), Marcus Föhrweißer (Kreismusikschule), Dr.
Julia Hümme (Ostholstein-Museum) und Martin Karl-Wagner, der erneut die künstlerische
Leitung übernommen hat, wurde das vielseitige Programm vorgestellt.
Martin Karl-Wagner erklärte:
„Wir wollen den Blick auf Webers Zeitgenossen erweitern. Die Vielfalt macht den Reiz der
Weber-Tage aus.“
Das Programm, das unter der Schirmherrschaft der Stadt Eutin steht, wird von der Eutin
GmbH getragen und von zahlreichen Institutionen unterstützt – darunter die
Kreismusikschule Ostholstein, das Ostholstein-Museum, die Landesbibliothek, die Eutiner
Festspiele und der Heimatverband.
Das Programm der 14. Weber-Tage (Auswahl)
Sonntag, 14. Juni, 18 Uhr
Schloss Eutin – Eröffnungskonzert:
„Weber in seiner Zeit“ – Kammermusik von Haydn, Mozart und Weber.
Eintritt: 12 Euro.
Sonntag, 28. Juni, 20 Uhr
Jagdschlösschen am Ukleisee – „Einsamkeit und Leidenschaft“:
Musik von Haydn, Mozart und Weber.
Eintritt: 14 Euro.
Sonntag, 12. Juli, 18 Uhr
Rittersaal Schloss Eutin – „Weber – Ein Leben in Arien“.
Eintritt: 15 Euro.
Freitag, 21. August, 15 Uhr
Freilichtbühne Eutin – „Freischütz für Kinder“, veranstaltet von der Kreismusikschule
Ostholstein.
Eintritt: 5 Euro.
Mittwoch, 2. September, 19.30 Uhr
Eutiner Landesbibliothek – Vortrag von Dr. Heidie Firkien:
„Carl Maria von Weber und die Frauen seiner Zeit“.
Eintritt frei.
Samstag, 7. November, 18 Uhr
Residenz Wilhelmshöhe – „Aufforderung zum Tanz – ein Abend für Weber“.
Es spielt das Kammerorchester der Kreismusikschule Ostholstein.
Eintritt: 10 Euro.
Weber und seine Stadt
In der Pressekonferenz wurde auch über den Zustand des Geburtshauses in der Lübecker
Straße 48 gesprochen. Es zieht nach wie vor Touristen an, doch die Gedenktafel und die
Hausinschrift müssten dringend überarbeitet werden.
„Eutin sollte Webers Erbe sichtbarer machen“, sagte Sabine Richter. Auch Bürgermeister
Schulz versprach, sich um das Thema „Weber-Geburtshaus“ zu kümmern.
Lebenslauf des Komponisten (Kurzfassung)
Carl Maria von Weber wurde am 18. oder 19. November 1786 in Eutin geboren und am 20.
November in der Schlosskapelle getauft.
Er war Komponist, Pianist, Dirigent und Schriftsteller.
Sein Werk umfasst Opern wie „Der Freischütz“, „Euryanthe“, „Oberon“ und „Abu
Hassan“, zahlreiche Konzerte, Kammermusik und Lieder.
Er starb am 5. Juni 1826 in London.
Weber-Tage mit sieben Terminen
Eutin.
Eine von der Stadt erhoffte stärkere Förderung ist ausgeblieben – trotzdem wird es auch in
diesem Jahr „14. Eutiner Weber-Tage“ geben, mit sechs Konzerten und erstmals einer
Vortragsveranstaltung in der Eutiner Landesbibliothek.
Die Weber-Tage beginnen am Sonnabend, 6. Juni, die letzte Veranstaltung findet im
November statt.
Die Idee, eine Koordinationsstelle zur dauerhaften Sicherung der Weber-Tage zu schaffen,
sei in der Stadtvertretung leider „nicht angekommen“, bedauerte Martin Karl-Wagner, der
auch in diesem Jahr wieder als Musiker und Organisator mehrerer Konzerte beteiligt ist.
„Zu einem erweiterten Konzept hätten Jugendarbeit, Workshops oder auch eine Ausstellung
gehört – das können wir ohne Unterstützung nicht leisten“, sagte Karl-Wagner.
Bedauerlich sei zudem, dass der Kulturbund als zweitgrößter Kulturträger der Stadt „nichts
zu den Weber-Tagen beitrage“.
Trotzdem: das Programm steht – und es zeigt Webers Vielseitigkeit, seine Zeitgenossen und
seine Verbindung zur Region.
Neu ist 2009 die Beteiligung der Eutiner Landesbibliothek, die mit Hilfe der Freunde und
Förderer sowie der Internationalen Weber-Gesellschaft erstmals eine eigene Veranstaltung
beiträgt.
Die Eutiner Festspiele beteiligen sich ebenfalls: Vier Vorstellungen des „Freischütz für
Kinder“ auf der Freilichtbühne im August zählen zum offiziellen Programm der Weber-Tage.
Das Programm der 14. Eutiner Weber-Tage 2009
Sonnabend, 6. Juni, 17 Uhr – Seeschloss am Kellersee
„Weber in Dresden“
Eröffnungskonzert mit dem Ensemble musica floreat anlässlich des 101. Geburtstags des
Hotels Seeschloss.
Veranstalterin: Betriebsgesellschaft Wilhelmshöhe.
Sonntag, 14. Juni, 11 Uhr – Schloss Eutin
„Fürstliche Freude“
Kammerorchester der Kreismusikschule Ostholstein und das Aranjuez-Gitarrenorchester unter
Leitung von Andreas van Zoest mit neuen Bearbeitungen von Weber-Werken.
Veranstalterin: Kreismusikschule.
Sonntag, 28. Juni, 20 Uhr – Jagdschlösschen am Ukleisee
„Wege zu Weber“
Das Ensemble 1756 spielt Musik von Haydn, Mozart und Weber.
Veranstalter: Martin Karl-Wagner.
Sonnabend, 1. August, 17 Uhr – Rittersaal im Schloss Eutin
„Genovefa von Weber – Ein Leben in Arien“
Andrea Chudak (Sopran) und das Trio Brioso zeichnen den Lebensweg von Webers Mutter
musikalisch nach.
Veranstalter: Martin Karl-Wagner.
Montag, 17. bis Freitag, 21. August, jeweils 15 Uhr – Freilichtbühne Eutin
„Der Freischütz für Kinder“
Eine Produktion der Eutiner Festspiele.
Mittwoch, 30. September, 19.30 Uhr – Seminarraum der Landesbibliothek
Vortrag von Heike Pricke (Berlin):
„Carl Maria von Weber und die Klarinette – seine Freundschaft mit Heinrich Baermann“
Eintritt frei.
Veranstalter: Eutiner Landesbibliothek und Freunde der Landesbibliothek.
Sonnabend, 7. November, 18 Uhr – Dr.-Koppe-Saal, Residenz Wilhelmshöhe
„Aufforderung zum Tanz“
Das Kammerorchester der Kreismusikschule spielt zwei- und vierhändige Werke Webers und
seiner Zeitgenossen.
Veranstalterin: Kreismusikschule Ostholstein.
Stimmen und Ausblick
Trotz knapper Mittel bleibt die Begeisterung groß.
„Es wäre schön, wenn die Stadt uns stärker unterstützen würde“, sagte Karl-Wagner, „aber
die Leidenschaft der Beteiligten trägt das Festival auch so.“
Im Programm spiegelt sich die Vielfalt der Kooperationen:
– die Festspiele,
– die Kreismusikschule,
– die Landesbibliothek,
– die Weber-Gesellschaft,
– sowie private Kulturinitiativen rund um das Schloss.
Fotozeile
Die Macher der 14. Eutiner Weber-Tage:
(von links) Per Köster (Eutin GmbH), Sabine Richter (Betriebsgesellschaft Wilhelmshöhe),
Martin Karl-Wagner (Musiker und Veranstalter), Dr. Ute Schwab (Weber-Gesellschaft)
und Dr. Frank Baudach (Landesbibliothek).
Foto: Achim Krauskopf
„Musica floreat“ eröffnet die Weber-Tage
Eutin.
Mit einem Konzert des Ensembles „musica floreat“ beginnen am Sonnabend, 6. Juni, die
14. Eutiner Weber-Tage.
Das Konzert findet um 17 Uhr im Seeschloss am Kellersee statt.
Das Programm steht unter dem Motto „Weber in Dresden“ und erinnert an die Jahre, in
denen Carl Maria von Weber als Königlicher Kapellmeister in Dresden wirkte.
Zur Aufführung gelangen Werke von Carl Maria von Weber, Johann Nepomuk Hummel
und Ludwig van Beethoven – Musik, die den Geist jener Zeit zwischen Klassik und
Romantik atmet.
Es spielen:
• Juliana Soproni (Violine)
• Martin Karl-Wagner (Flöte)
• Uwe Petersen (Kontrabass)
• Bernhard Vier (Klavier)
Das Ensemble „musica floreat“ ist seit Jahren ein fester Bestandteil der Eutiner Weber-Tage
und eröffnet die Reihe traditionell mit feiner Kammermusik und einem Hauch historischer
Klangästhetik.
Veranstalterin: Betriebsgesellschaft Wilhelmshöhe.
Weber – auch ein liebevoller Briefeschreiber
Eutin.
Mit Zitaten aus Briefen, historischen Anekdoten und viel Musik eröffnete das Ensemble
„musica floreat“ im Seeschloss am Kellersee am Sonnabend die 14. Eutiner Weber-Tage.
Das Konzert stand unter dem Motto „Weber in Dresden“ und wurde von der
Betriebsgesellschaft Wilhelmshöhe veranstaltet.
Zu Beginn erklang die Ouvertüre zu Étienne-Nicolas Méhuls Oper „Josef in Ägypten“ in
einer kammermusikalischen Bearbeitung – ein symbolischer Auftakt, denn genau dieses Werk
dirigierte Carl Maria von Weber im Januar 1817 bei seinem Einstand als Königlicher
Kapellmeister in Dresden. Schon damals hatte er damit den Grundstein für den erbitterten
Streit zwischen der „deutschen“ und der „italienischen“ Fraktion am Dresdner Hof gelegt.
Das Quartett bestand aus:
• Juliana Soproni (Violine)
• Martin Karl-Wagner (Flöte)
• Uwe Petersen (Kontrabass)
• Hans-Peter Nauk (Klavier)
Zwischen den musikalischen Beiträgen führte Martin Karl-Wagner mit kenntnisreichen und
humorvollen Moderationen durch das Programm. Aus Webers Briefen an seine Verlobte und
spätere Frau Caroline Brandt zeichnete er das Bild eines einfallsreichen, charmanten und
leidenschaftlichen Briefeschreibers: „Ein liebevoller Vielschreiber, der nie um eine poetische
Formulierung verlegen war.“
Eine kleine Rarität bot das Ensemble im zweiten Teil: eine Arie, die Weber für die Oper
„Das Sternenmädchen im Maidlinger Walde“ des Wiener Komponisten Ferdinand Kauer
hinzufügte – vermutlich für Caroline selbst, die als Sängerin in Wien wirkte. Der Text der
Arie ist allerdings verloren.
Zum Abschluss trat auf Einladung der Eutiner Festspiele Bassbariton Matthias Klein auf,
der mit dem Trinklied und der Arie des Kaspar aus „Der Freischütz“ einen
temperamentvollen Schlusspunkt setzte.
Das Publikum im ausverkauften Saal spendete begeisterten Applaus.
Schirmherrin der Weber-Tage ist die Internationale Weber-Gesellschaft, vertreten durch
Dr. Ute Schwab.
(ben)
Foto: Das Ensemble „musica floreat“: Juliana Soproni (Violine), Hans-Peter Nauk (Klavier),
Martin Karl-Wagner (Flöte) und Uwe Petersen (Kontrabass).
Weber und die Klarinette
Eutin.
Die Eutiner Landesbibliothek und die Freunde der Eutiner Landesbibliothek laden heute
um 19.30 Uhr zu einem Vortrag in den Seminarraum der Bibliothek ein.
Die Musikwissenschaftlerin Heike Fricke (Berlin) spricht über das Thema:
„Carl Maria von Weber und die Klarinette.“
Weber widmete sämtliche seiner Klarinettenwerke dem berühmten Virtuosen Heinrich
Baermann (1784–1847), der zu den führenden Klarinettisten seiner Zeit gehörte.
Der Vortrag beleuchtet die enge Zusammenarbeit zwischen Komponist und Musiker, die
Weber zu seinen wegweisenden Klarinettenwerken inspirierte – darunter die
Klarinettenkonzerte f-Moll und Es-Dur, das Concertino Es-Dur op. 26 und das Grand
Duo Concertant.
Heike Fricke erläutert, wie Baermanns Persönlichkeit und Klangvorstellung auf Webers
Kompositionsweise einwirkten und wie Weber mit den technischen und expressiven
Möglichkeiten des Instruments experimentierte, um seinen „singenden Ton“ voll zur Geltung
zu bringen.
Der Eintritt ist frei.
Veranstalter: Eutiner Landesbibliothek in Kooperation mit der Internationalen Carl-Mariavon-
Weber-Gesellschaft.
„Aufforderung zum Tanz“ durch junge Pianisten
Eutin.
Zum Abschluss der 14. Eutiner Weber-Tage lädt die Kreismusikschule Ostholstein am
Sonnabend, 7. November, um 18 Uhr zu einem Serenadenkonzert in die Residenz
Wilhelmshöhe ein.
Unter dem Motto „Aufforderung zum Tanz“ präsentieren junge Pianistinnen und Pianisten
der Musikschule ihr Können – mit Werken von Carl Maria von Weber, Joseph Haydn,
Ludwig van Beethoven und Frédéric Chopin.
Carl Maria von Weber gilt als erster echter Romantiker des Klaviers.
Seine Musik steht zeitlich zwischen Beethoven und Schubert: Sie wurzelt noch in der
klassischen Formensprache, trägt aber bereits den empfindsamen und farbigen Ton der
Romantik.
Seine melodische Erfindungskraft, oft an Mozart erinnernd, verband sich mit einem
leidenschaftlichen Ausdruck, der später Liszt beeinflusste.
Wie diese beiden war auch Weber ein brillanter Virtuose, der mit seinen Werken stets die
Nähe zum Publikum suchte. Viele seiner Klavierstücke entstanden für den eigenen Vortrag.
So wie die „Aufforderung zum Tanz“ vor rund 190 Jahren Ausdruck von Webers
jugendlicher Lebensfreude war, so steht dieses Konzert ganz im Zeichen einer neuen
Generation:
Die musikalische Jugend Eutins lädt zum Tanz – und zum Hören.
Eintritt: 10 Euro.
Karten: Tourist-Info Eutin (Markt 19, Tel. 04521/70970) und Abendkasse.
Aus Pucks und Oberons Feder
Zwischen dem roten Glanz des Hornklangs und den halsbrecherischen Kunststücken von Webers Concertino folgen Oberon und Puck der Spur eines Instruments, das mehr Farbe trägt, als Menschen ahnen. In der nahezu verborgenen Horn-Ausstellung im Schlosses Eutin entdecken sie jene Naturhörner, deren Seele Webers Musik einst entzündete – und die bis heute leise von dieser Magie erzählen.
Zwischen Mär und Musik: Weber, Voß und Eutin
Oberon:
Man erzählt sich in Eutin seit Generationen eine Begegnung: der junge Carl Maria von Weber und der Dichter Johann Heinrich Voß, ein Hauskonzert, eine Maultrommel, verletzter Künstlerstolz. Die Geschichte ist schön – und sie hat sich tief eingeprägt.
Puck:
Schön, ja. Wahr? Nicht ganz. Die Chroniken widersprechen ihr. Doch auch Märchen haben ihre Wahrheit – nur liegt sie manchmal nicht im Zeitpunkt, sondern in der Wirkung.

Erinnerungen an Eutin, 1802
Aus meiner Feder
(Erfundene Gedanken Carl Marioa von Webers)
Ich war fünfzehn Jahre alt, als ich in Salzburg meine komische Oper
„Peter Schmoll und seine Nachbarn“ vollendete.
Mein Vater, rastlos wie immer, hatte sogleich die nächste Etappe
unserer „musikalischen Reise“ im Sinn: Norddeutschland.
So zogen wir im Jahre 1802 gen Eutin,
an einem hellen Frühherbsttag,
der mir bis heute im Gedächtnis geblieben ist.
Unerwartet traten wir in das Rektorhaus,
wo man sich des ehemaligen Stadtmusikus, meines Vaters,
noch lebhaft erinnerte.
Doch schien unser Besuch wenig willkommen,
denn Herr Voß und seine Frau Ernestine
waren ganz vom Umzug nach Jena eingenommen.
So fanden wir erst im Hause des musikliebenden Kanzleirats Stricker
eine herzliche Aufnahme.
Schon am zweiten Abend gab man ein Hauskonzert zu Ehren der Gäste.
Ich spielte meine Schmoll-Ouvertüre
und einige kleine Fughetten,
die ich als Knabe zu Papier gebracht hatte.
Man lobte mich sehr –
bis der achtjährige Sohn des Hauses
seine Maultrommel ergriff
und mit demselben Eifer spielte,
der mir doch allein vorbehalten schien.
Sein Spiel erregte lebhaften Beifall.
Ich weiß nicht, ob es Eifersucht oder Schmerz war –
doch empfand ich die Töne dieser Maultrommel
wie kleine Stiche ins Herz.
Frau Ernestine Voß, die mein Verstummen bemerkt hatte,
sprach mir freundlich zu
und lud uns für den nächsten Tag zum Mittagessen ein.
Noch vor Tagesanbruch fuhr uns der Hofprediger Uckert
nach dem Uklei.
Über Gremsmühlen hinweg sah ich die Sonne aufsteigen,
wie sie sich im stillen See brach –
und dieser Anblick,
das Schweigen der Wälder,
die atmende Landschaft,
machte mich still und andächtig zugleich.
Ich wusste nicht, ob ich Komponist oder Träumer war.
Nach dem Mahl im Rektorhaus
saßen wir im Garten am See,
auf dem „Agneswerder“.
Voß las einige seiner Gedichte vor –
darunter das heitere „Sagt mir an, was schmunzelt ihr?“
Ich bat ihn um Abschriften;
die Verse klangen in mir nach,
als ich am Abend allein durch den Schlossgarten ging.
Zu seinen Worten hörte ich eine Melodie,
so luftig und verspielt,
dass ich sie sogleich niederschrieb,
noch ganz erfüllt von jener stillen Freude,
die nur die Schöpfung kennt.
Später, beim Konzert im Hause Stricker,
spielte ich sie –
und sang dazu die Voß’schen Zeilen.
Das Lächeln der Gäste war mir Beifall genug.
Aber kaum verklangen die letzten Akkorde,
nahm der junge Stricker wieder seine Maultrommel zur Hand.
Er stellte sich neben mich,
als wolle er wetteifern.
Er spielte nun mit zwei Maultrommeln zugleich –
und das Publikum jubelte.
Sogar mein Vater nickte freundlich:
„Wie schön!“ sagte er.
Ich aber stand da, wie gelähmt,
als sei mir der Boden entzogen.
Was war dies für ein Tag!
Er begann im Zauber des Morgens,
und endete in einer bitteren Lektion.
Doch vielleicht war es eine heilsame.
Denn in jener Stunde lernte ich,
dass Beifall flüchtig ist –
und dass wahre Musik
nicht im Lärm der Hände,
sondern in der Bewegung der Seele lebt.

Carl Maria von Weber mit ca. 18 Jahren
(Quelle: Kupferstich von J. Neidl nach J. Lang, Archiv für Kunst und Geschichte, Berlin)