Weber & Eutin 2013
18. Eutiner Weber-Tage
Presseausschnitte
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Quelle der Presseausschnitte:
Stadtarchiv Eutin
Tanz im Rittersaal
Webers „Aufforderung zum Tanz“ folgt das Motto der 18. Eutiner Weber-Tage – der
Rittersaal wird zum Ballsaal
Eutin. Ein Traum wird wahr: Am 28. September verwandelt sich der Rittersaal des Eutiner
Schlosses in einen festlichen Ballsaal. Unter dem Motto „Aufforderung zum Tanz“ laden die
Veranstalter der 18. Eutiner Weber-Tage zu einem stilvollen Abend mit Musik, Tanz und
einem Empfang ein. Für schwungvolle Melodien sorgt Wagners Salonquartett, Platz ist für
rund 100 Gäste.
Der Ball ist Teil des Programms der 18. Eutiner Weber-Tage, die vom 6. Juni bis 16.
November mit insgesamt zwölf Veranstaltungen Musik und Vorträge rund um Weber,
Wagner und die Romantik bieten.
Die Schwerpunkte in diesem Jahr: „Aufforderung zum Tanz“, „Weber und Wagner“ sowie
„Liebeslieder“.
Zu den Mitwirkenden gehören neben Wagners Salonquartett das Eutiner Schloss, das
musicbuero, die Eutiner Festspiele, die Musikhochschule Lübeck, die Eutiner
Landesbibliothek (mit Freundeskreis), die Vitapark AG, die Kreismusikschule
Ostholstein und das Ostholstein-Museum.
Den Auftakt bildet am 9. Juni das Konzert „Walzer in Villa Wahnfried“ mit Musik von
Richard Wagner – darunter auch seine Trauermusik für Carl Maria von Weber.
Weitere Konzerte und Veranstaltungen folgen:
• 23. Juni, Orangerie: „Bach, Echo und Kuss“ – Liederabend mit Andrea Chudak
(Sopran) und Lidiya Naumova (Gitarre).
• 21. Juli, Rittersaal: „Du, meine Seele, du mein Herz“ – Lieder der deutschen
Romantik, gesungen von Studenten der Musikhochschule Lübeck.
• 28. Juli, Jagdschlösschen am Ukleisee: „Aufforderung zum Tanz – Damenwahl“ mit
Tanzmusik aus der Zeit der großen Bälle.
• 11. August, Rittersaal: „Die schöne Minka“ – Werke von Weber, Schumann und
anderen mit Martin Karl-Wagner (Flöte) und Inesse Tscherepanow (Klavier).
• 25. August, Ukleisee: „Festtag für Carl Maria von Weber“ – musikalische
Wanderung mit dem Trio Brioso, Andrea Chudak (Sopran) und weiteren Künstlern.
• 6. Oktober, Jagdschlösschen: „Musikanten seid ihr, weiter nichts…“ –
Kammermusik aus Opern der Klassik und Romantik.
• 30. Oktober, Landesbibliothek: Vortrag „Kein Wagner ohne Weber“ mit Prof. Dr.
Hans John (Dresden).
• 14. November, Ostholstein-Museum: „Regenschauer, Schneegestöber, Donner und
Orkan – Theatereffekte hautnah“, ein Konzert für junges Publikum.
• 16. November, Dr.-Koppe-Saal: Abschlusskonzert mit dem Kammerorchester der
Kreismusikschule Ostholstein unter Bernhard Busch, mit Werken von Weber, Rust
und Wagner.
Karten sind in der Tourist-Info Eutin (Tel. 04521/709720) und in der Residenz
Wilhelmshöhe (04521/7030) erhältlich.
Weitere Informationen unter www.eutiner-weber-tage.de.
Foto: Veranstalter und Mitwirkende der 18. Eutiner Weber-Tage präsentieren das Programm.
Aufforderung zum Tanz: Weber-Tage mit Ball im Schloss
Der Komponist wird mit Konzerten, Kulturspaziergang und Theatereffekten gewürdigt
Eutin. Zum 18. Mal feiert Eutin seinen berühmten Sohn Carl Maria von Weber (1786–
1826) – und statt Führerschein gibt’s Musik: Die Eutiner Weber-Tage 2013 bieten vom 9.
Juni bis 16. November ein vielfältiges Programm aus Konzerten, Spaziergängen und
Vorträgen.
Als Höhepunkt lädt die Stiftung Schloss Eutin am 28. September zu einem Ball im
Rittersaal ein. Unter dem Motto „Aufforderung zum Tanz“ verwandelt sich der historische
Saal in einen festlichen Ballsaal. „Wenn schon Wagners Salonquartett Webers berühmte
‚Aufforderung zum Tanz‘ spielt, dann will ich auch tanzen!“, erklärte Dr. Juliane Moser
lachend. Ihr langgehegter Traum eines Schlossballs geht damit in Erfüllung. Etwa 100 Gäste
können in hochherrschaftlichem Ambiente tanzen – Karten werden nach dem
„Windhundprinzip“ vergeben.
Neben dem Ball bieten die Weber-Tage zahlreiche weitere Veranstaltungen:
• 9. Juni, 18 Uhr, Rittersaal: „Walzer in Villa Wahnfried“ – Eröffnungskonzert mit
Wagners Salonquartett.
• 23. Juni, 18 Uhr, Orangerie: „Bach, Echo und Kuss“ – Lieder von Carl Maria von
Weber mit Andrea Chudak (Sopran) und Lidiya Naumova (Gitarre).
• 21. Juli, 18 Uhr, Rittersaal: „Du meine Seele, du mein Herz“ – Lieder der deutschen
Romantik mit Henrike Henken, Julia Hallmann, Florian Sievers und Sönke Tams
Freier.
• 28. Juli, 20 Uhr, Jagdschlösschen am Ukleisee: „Aufforderung zum Tanz –
Damenwahl!“ – Tanzmusik aus Webers Zeit.
• 11. August, 18 Uhr, Rittersaal: „Die schöne Minka“ – Werke von Weber und
Schumann mit Martin Karl-Wagner (Flöte) und Inessa Tscherepanow (Klavier).
• 25. August, 16–19 Uhr, Ukleisee: „Festtag für Carl Maria von Weber“ –
Kulturspaziergang mit Musik und kulinarischen Stationen.
• 28. September, 19–23 Uhr, Rittersaal: „Aufforderung zum Tanz – der Ball“ –
Ballabend mit Wagners Salonquartett.
• 6. Oktober, 17 Uhr, Jagdschlösschen: „Musikanten seid ihr, weiter nichts“ – Musik
für Bläserquartett.
• 30. Oktober, 19:30 Uhr, Landesbibliothek: Vortrag „Kein Wagner ohne Weber“
mit Prof. Dr. Hans John (Dresden).
• 14. November, 18 Uhr, Ostholstein-Museum: „Regenschauer, Schneegestöber,
Donner und Orkan“ – Theatereffekte hautnah für junges Publikum.
• 16. November, 18 Uhr, Dr.-Koppe-Saal Wilhelmshöhe: Abschlusskonzert der
Kreismusikschule Ostholstein unter Leitung von Bernhard Busch.
Neu im Programm ist ein Kulturspaziergang mit Musik und kulinarischen Zwischenstopps
rund um den Ukleisee.
Karten gibt es in der Tourist-Info Eutin (Tel. 04521 / 709720) und in der Residenz
Wilhelmshöhe (04521 / 7030).
Weitere Infos: www.eutiner-weber-tage.de
Foto: Kulturschaffende am Schlossbrunnen präsentieren das Programm der Weber-Tage
2013: Dr. Frank Baudach, Dr. Juliane Moser, Sabine Richter, Juliana Soproni, Eva Staege, Dr.
Julia Hümme, Dr. Ute Schwab und Dominique Caron. (Foto: S. Latzel)
Aus Pucks und Oberons Feder
Zwischen dem roten Glanz des Hornklangs und den halsbrecherischen Kunststücken von Webers Concertino folgen Oberon und Puck der Spur eines Instruments, das mehr Farbe trägt, als Menschen ahnen. In der nahezu verborgenen Horn-Ausstellung im Schlosses Eutin entdecken sie jene Naturhörner, deren Seele Webers Musik einst entzündete – und die bis heute leise von dieser Magie erzählen.
Zwischen Mär und Musik: Weber, Voß und Eutin
Oberon:
Man erzählt sich in Eutin seit Generationen eine Begegnung: der junge Carl Maria von Weber und der Dichter Johann Heinrich Voß, ein Hauskonzert, eine Maultrommel, verletzter Künstlerstolz. Die Geschichte ist schön – und sie hat sich tief eingeprägt.
Puck:
Schön, ja. Wahr? Nicht ganz. Die Chroniken widersprechen ihr. Doch auch Märchen haben ihre Wahrheit – nur liegt sie manchmal nicht im Zeitpunkt, sondern in der Wirkung.

Erinnerungen an Eutin, 1802
Aus meiner Feder
(Erfundene Gedanken Carl Marioa von Webers)
Ich war fünfzehn Jahre alt, als ich in Salzburg meine komische Oper
„Peter Schmoll und seine Nachbarn“ vollendete.
Mein Vater, rastlos wie immer, hatte sogleich die nächste Etappe
unserer „musikalischen Reise“ im Sinn: Norddeutschland.
So zogen wir im Jahre 1802 gen Eutin,
an einem hellen Frühherbsttag,
der mir bis heute im Gedächtnis geblieben ist.
Unerwartet traten wir in das Rektorhaus,
wo man sich des ehemaligen Stadtmusikus, meines Vaters,
noch lebhaft erinnerte.
Doch schien unser Besuch wenig willkommen,
denn Herr Voß und seine Frau Ernestine
waren ganz vom Umzug nach Jena eingenommen.
So fanden wir erst im Hause des musikliebenden Kanzleirats Stricker
eine herzliche Aufnahme.
Schon am zweiten Abend gab man ein Hauskonzert zu Ehren der Gäste.
Ich spielte meine Schmoll-Ouvertüre
und einige kleine Fughetten,
die ich als Knabe zu Papier gebracht hatte.
Man lobte mich sehr –
bis der achtjährige Sohn des Hauses
seine Maultrommel ergriff
und mit demselben Eifer spielte,
der mir doch allein vorbehalten schien.
Sein Spiel erregte lebhaften Beifall.
Ich weiß nicht, ob es Eifersucht oder Schmerz war –
doch empfand ich die Töne dieser Maultrommel
wie kleine Stiche ins Herz.
Frau Ernestine Voß, die mein Verstummen bemerkt hatte,
sprach mir freundlich zu
und lud uns für den nächsten Tag zum Mittagessen ein.
Noch vor Tagesanbruch fuhr uns der Hofprediger Uckert
nach dem Uklei.
Über Gremsmühlen hinweg sah ich die Sonne aufsteigen,
wie sie sich im stillen See brach –
und dieser Anblick,
das Schweigen der Wälder,
die atmende Landschaft,
machte mich still und andächtig zugleich.
Ich wusste nicht, ob ich Komponist oder Träumer war.
Nach dem Mahl im Rektorhaus
saßen wir im Garten am See,
auf dem „Agneswerder“.
Voß las einige seiner Gedichte vor –
darunter das heitere „Sagt mir an, was schmunzelt ihr?“
Ich bat ihn um Abschriften;
die Verse klangen in mir nach,
als ich am Abend allein durch den Schlossgarten ging.
Zu seinen Worten hörte ich eine Melodie,
so luftig und verspielt,
dass ich sie sogleich niederschrieb,
noch ganz erfüllt von jener stillen Freude,
die nur die Schöpfung kennt.
Später, beim Konzert im Hause Stricker,
spielte ich sie –
und sang dazu die Voß’schen Zeilen.
Das Lächeln der Gäste war mir Beifall genug.
Aber kaum verklangen die letzten Akkorde,
nahm der junge Stricker wieder seine Maultrommel zur Hand.
Er stellte sich neben mich,
als wolle er wetteifern.
Er spielte nun mit zwei Maultrommeln zugleich –
und das Publikum jubelte.
Sogar mein Vater nickte freundlich:
„Wie schön!“ sagte er.
Ich aber stand da, wie gelähmt,
als sei mir der Boden entzogen.
Was war dies für ein Tag!
Er begann im Zauber des Morgens,
und endete in einer bitteren Lektion.
Doch vielleicht war es eine heilsame.
Denn in jener Stunde lernte ich,
dass Beifall flüchtig ist –
und dass wahre Musik
nicht im Lärm der Hände,
sondern in der Bewegung der Seele lebt.

Carl Maria von Weber mit ca. 18 Jahren
(Quelle: Kupferstich von J. Neidl nach J. Lang, Archiv für Kunst und Geschichte, Berlin)