OBERON

Des Elfenkönigs Schwur

OBERON 2026

40 Jahre nach der Oberon-Aufführung und Oberon-Ausstellung 1986 in Eutin

„Oberon 2026“ erinnert an die phantastische und viel zu selten gespielte Elfenoper „Oberon – Des Elfenkönigs Schwur„.

Im Sommer 1986 rückte Eutin Carl Maria von Webers letzte Oper „Oberon – König der Elfen“ in den Mittelpunkt: Anlässlich des 200. Geburtstags des Komponisten wurde im Kreismuseum Eutin eine Sonderausstellung eröffnet, welche die Aufführungen der Oper bei den Eutiner Festspielen begleitete. Die Ausstellung widmete sich einem Werk, das bis heute im Schatten des „Freischütz“ steht. Im Fokus stand die europäische Dimension des Werks. Damit machte die Ausstellung deutlich, dass „Oberon“ mehr ist als ein Randwerk – nämlich ein Schlüsselwerk der Spätromantik mit internationaler Ausstrahlung.

  • null

    WERKSTATT-EDITION

    Denk- und Arbeitsraum (Werkstatt)

    Ergänzt wird das Textbuch in neuer Form durch ein Ideen- und Arbeitspapier mit Hinweisen zu Personencharakteren, Schauplätzen, Webers Klangkonzept, Bühnen- und Kostümgestaltung sowie zu Chor- und Balletteinlagen.  Ist das Werk geeignet für szenische Lesungen, für konzertante Versionen, kammermusikalische Singspiele oder für szenische Umsetzungen auf kleinen und großen Bühnen? Vier Themen-Module mit Leitfragen-Checklisten, SWOT Stärken- Schwächen-Analysen, Fragen zu eigenen Beobachtungen und Skalen zur Einschätzung helfen, die Antworten zu finden. Marginalien, im Libretto durchgängig am Rand jeder Seite, bieten Platz für Notizen, Kommentare oder Anmerkungen.

     

     

Libretto Neubearbeitung

Ausgangspunkt ist die Rückbesinnung auf die Stärken des englischen Originaltextes von James Robinson Planché im engen Zusammenspiel mit Webers kongenialer Vertonung. Die frei übersetzte Neubearbeitung stellt  die Vielschichtigkeit dieser Oper dar und bietet Chancen für zeitgenössische Bühnenadaptionen.

Libretto-Premiere: lesen & hören

Noch ist der Vorhang nicht ganz geöffnet – doch die Libretto-Premiere rückt näher.
Das Libretto zum Lesen und Hören erscheint im Laufe des Weber-Jubiläumsjahres 2026 als freier Download.

Der Erscheinungstermin wird in Kürze hier sowie im Kalender bekannt gegeben.
Vorab steht bereits eine erste Leseprobe bereit.

(Musik)Theaterschaffende erhalten das Libretto auf Anfrage vorab als kostenfreie Werkstatt-Edition im PDF-Format per E-Mail.

OBERON 2026

Die frei übersetzte Neufassung bewegt sich auf drei Zeitebenen: dem zeitlosen Hier und Jetzt im Elfenreich, dem Jahr der Londoner Uraufführung 1826 – angedeutet durch Bühnenelemente eines lebensgroßen Papiertheaters – sowie dem frühen Mittelalter um 806 mit Handlungsorten im Orient und Okzident. Dadurch entsteht ein offener dramaturgischer Raum, der historische Distanz, poetische Fantasie und heutige Theatermittel miteinander verbindet.

„Außer einer insgesamt hochkarätigen Soli­stenbesetzung stellt sich das Problem, dass man neben dem großen Chor auch noch kleinere und mittlere Sprechrollen zu beset­zen hat; wiederum Anforderungen, die der gängige Dreispartenbetrieb kaum erfüllen kann … Es hat nicht an zahllosen Ver­suchen gefehlt, die dramaturgischen Probleme zu lösen. Was bleibt und den dauernden Wert des Oberon aus­macht, ist das verbindende Element Weber­scher Musik. Schon die überragenden musikalischen Qualitäten dieser Oper sollten Anlass genug sein, auch den Oberon nicht nur als Jubi­läumsstück wieder aus der (Fast)-Verges­senheit herauszuholen.“

Die vergessenen Werke – Webers unbekannte Opern
in Programmheft Eutiner Sommerspiele 1968, S. 18f.

Gerald Mertens
(Chefredaktion das Orchester)

 

Die Neufassung Oberon 2026 ist eine bewusst offene Werkstatt-Fassung. Sie versteht sich als dramaturgischer Entwurf – als Aufschlag, der zur Weiterarbeit einlädt. Ausgangspunkt ist das englische Original von James Robinson Planché im engen Zusammenspiel mit Webers Musik. Die Vielschichtigkeit des Librettos führte mich dazu, szenische Verständlichkeit zu schaffen.
Vor dem Hintergrund des 200. Jahrestags der Londoner Uraufführung und der Jubiläen Carl Maria von Webers enthält das Textbuch zudem eine optionale Hommage an den Komponisten – als bewusst gesetzten Reflexionsmoment im musikalischen Ablauf.
Die frei übersetzte Fassung bewegt sich auf drei Zeitebenen: dem Hier und Jetzt im Elfenreich, dem Jahr der Uraufführung 1826 – angedeutet durch Elemente eines lebensgroßen Papiertheaters – sowie dem mittelalterlichen Handlungsraum zwischen Orient und Okzident. Diese Ebenen sind als Spielräume angelegt. Sie bieten Regie und Dramaturgie Ansatzpunkte, frei von Festlegungen. Auch in der visuellen Gestaltung kann ein behutsamer Gegenwartsbezug entstehen: Phantasieästhetiken heutiger Bühnen- und Rollenspielkultur – von Musicalästhetik bis hin zu Cosplay – lassen sich aufnehmen, ohne den romantischen Zauber des Werkes zu brechen.
Das Libretto will nicht abschließen, sondern eröffnen. Es will nicht ersetzen, sondern anregen. Jede Szene bleibt interpretierbar, veränderbar, weiterführbar. Die Bearbeitung versteht sich als Einladung, Oberon neu zu lesen, neu zu befragen und auf die Bühne zu bringen.
Auch die anschließenden Kapitel zur Inszenierung und die Werkstattmodule sind im Geist des Experiments als Denk- und Arbeitsräume konzipiert. Neben dramaturgischer Strukturierung kamen KI-gestützte Verfahren und Inhalte zur Perspektivenerweiterung zum Einsatz. Sie dienen der strukturierten Analyse ebenso wie der kreativen Planung – im Seminar, im Workshop, in der Dramaturgie oder im Gespräch mit künstlerischen Teams.
Mit dem Denk- und Arbeitsraum möchte ich nicht nur Dramaturg:innen und Regisseur:innen ansprechen. Auch Operninteressierte ohne professionelle Theaterpraxis lade ich ein, Text, Musik und Szene bewusst miteinander in Beziehung zu setzen. Die Module sollen helfen, eigene Eindrücke zu schärfen, Fragen zu formulieren und Positionen zu entwickeln. Das Buch versteht sich damit als Einladung zu einem vertieften, reflektierten Hören und Sehen.

Die Frage, ob es ein wirklich treues Paar auf der Welt gibt, führte zum heftigen Streit und hat das königliche Paar entzweit. Im Zwist schwört Oberon, sich erst mit Titania zu versöhnen, wenn auf der Erde ein Liebespaar gefunden wird, das sich treu bleibt – trotz Trennung, Machtversprechen, Verführungen und selbst im Angesicht des Todes.

Im schmerzhaften Nachdenken über seinen überhasteten „Schreckensschwur“ hat Elfenkönig Oberon im königlichen Palast auf seinem Lilienlager endlich Ruhe gefunden. Ein sanfter Chorgesang der Feen umgibt ihn.

Puck, Oberons dienender Geist durchstreift emsig das digitale Geflecht der menschlichen Beziehungen, doch findet er kein Liebespaar von solch außergewöhnlicher Treue. Doch er weiß Rat. So dreht er am Zeitrad solange, bis er im Jahr 806 auf Ritter Hüon von Bordeaux, Herzog von Guienne, stößt …

Hüon hat in Notwehr des Kaisers Sohn, Prinz Scharlot, erschlagen, als er sich gegen dessen heimtückischen Angriff verteidigen musste. Als Gnadenerweis will Karl der Große dem Ritter das Leben gewähren. Aber nur unter der klaren Bedingung, dass er sich unverzüglich nach Bagdad in den Palast von Kalif Harun al Raschid begibt. Dort soll Raschids Tochter Rezia gegen ihren Willen mit dem sarazenischen Prinz Babekan vermählt werden. Ein Auftrag von gefahrvoller und undurchsichtiger Natur: Er soll denjenigen töten, der dem Kalifen an der Festtafel zur Rechten sitzt, anschließend Rezia küssen und sie zu seiner Braut erklären. Hüon begibt sich mit seinem treuen Begleiter Scherasmin auf eine Mission, die von Gefahren durchwoben ist, in einem Gewebe von Liebe, Intrigen, Gier und Macht.

Oberon sieht in dieser Situation die Gelegenheit, die Geschicke von Hüon und Rezia zu lenken und ihre Treue zu prüfen. Er befiehlt seinem Geist Puck, den Ritter und seinen Knappen Scherasmin in einen tiefen Schlummer zu versetzen, um beide dann aus dem Mittelalter in das Hier und Jetzt seines Elfenlandes herbeizuzaubern.

Oberon lässt Hüon im Traum die strahlende liebevolle Rezia erscheinen, während Rezia in Bagdad im Schlaf das bildhübsche Antlitz Hüons erblickt.

Nach dem Erwachen Hüons versichert ihm Oberon, dass er, trotz Kaiser Karls Blutdurst, unbesorgt sein kann. Der Ritter soll nach der Erfüllung seines Auftrags triumphal mit seiner Braut ins Frankenland zurückkehren – vorausgesetzt die beiden bleiben sich in allen Prüfungen treu.

Oberon überreicht Hüon ein Zauberhorn, das in Gefahren Beistand gewährt, sobald er sanft hineinbläst. Sollte aber Oberons Anwesenheit notwendig sein, genügt ein kräftiger Ton, um ihn herbeizurufen –  gleich, wo in aller Welt sich Hüon befindet. Scherasmin erhält einen goldenen Kelch, aus dem für tugendhafte Menschen stets Cascogner Wein zur Stärkung  fließt, der jedoch den Lippen eines Schurken Verbrennungen zufügt.

Geist Puck dreht das Zeitrad ins frühe Mittelalter und sein Zauber führt Hüon und Scherasmin auf die Reise… Die Feengeister lenken die beiden zu einer Hütte, in der Namouna lebt. Es ist die Großmutter von Fatime, Rezias Sklavin und Vertraute. Die Alte berichtet über die bevorstehende Zwangshochzeit zwischen Rezia und Babekan. Hüon besingt seinen Zwiespalt zwischen der Liebe und dem Kampf um Ehre.

Unterdessen sehnt Rezia im Palast ihr Traumbild vom Ritter herbei und verabscheut die geplante Hochzeit mit Babekan. Sie vertraut sich Fatime als ihrer Freundin an. In ihrer Verzweiflung wäre sie bereit, den Tod zu wählen.

Die Freude ist groß, als Fatime von ihrer Großmutter erfährt, dass Rezias Traumbild leibhaftig zu Gast bei Namouna ist. Im Jubel-Duett „Oh, welches Glück“ endet der erste Akt.

Die Elfen- und Feengeister haben Hüon und Scherasmin in den Palast des Kalifen von Bagdad, Harun, gelenkt. Die beiden stürmen während des Festmahls in den Festsaal. Auf Scherasmins klugen Rat hin, verzichtet Hüon auf den kaiserlichen Auftragsmord, küsst stattdessen Rezia und erklärt sie zu seiner Braut.

Babekan, der zur Rechten des Kalifen sitzt, attackiert Hüon mit einem Hieb seines Krummsäbels. Der Ritter wehrt mit einem tödlichen Stich seines Schwertes den Angriff ab. Dank Oberons Schutz und Scherasmins Rat erfüllt Hüon somit sein Versprechen an den Kaiser, ohne vor seiner Braut als Mörder dastehen zu müssen.

Sanft erklingt der Ton, den Hüon in das Zauberhorn bläst. Ein leises Melodieren, das alle außer ihm und Scherasmin zum Erstarren bringt. Mit behutsamer Hand trägt Hüon die in den Schlaf versunkene Rezia aus dem Palast, während Scherasmin sich um Fatime kümmert, für die er eine Zuneigung entwickelt hat. Gemeinsam fliehen die Vier. Auf ihrer Flucht werden sie von vier Sarazenen überfallen. Einer der Angreifer entreißt Hüon das Horn und bläst wütend hinein. Finsternis bricht herein, begleitet von Donner und Blitzen. Das gewaltige Spektakel vertreibt die Angreifer.

Rezia und Fatime erwachen aus ihrer Verzauberung. Oberon erscheint und verspricht, die beiden Paare sicher ins Frankenland zu führen. Der Zauber öffnet den Blick auf die Seeküste mit dem Hafen von Askalon. Dort liegt ein Schiff vor Anker, das sie nach Griechenland bringen soll.

Bevor dies geschieht, stellt der Feenkönig sicher, dass Rezia wirklich bereit ist, auf Reichtum und Thron zu verzichten, allein um Hüons Braut zu sein. Rezia bejaht und auch Hüon versichert Rezia seine Treue.

Nachdem der Elfenkönig verschwunden ist, kommen sich Scherasmin und Fatime im Gespräch über unterschiedliche Kulturen und Glaubensrichtungen näher und besiegeln ihre Liebe mit einem Kuss. Auch sie schwören, für immer treu zusammenzubleiben.

Hüon eilt mit Rezia und den beiden Verliebten zum Hafen, um mit einem Ruderboot zu jenem Schiff überzusetzen, das sie nach Griechenland bringen soll. Doch eine weitere Prüfung erwartet die beiden Liebespaare …

Auf Oberons Anweisung ruft Puck die Elementargeister herbei. Diese beschwören einen Sturm und wilde Ozeanwellen herauf. Der hartherzige Kapitän und seine Matrosen fliehen und überlassen die Vier im Ruderboot dem Schicksal. Die Planken zertrümmern und so stürzen sie sich in die Fluten. Ob Scherasmin und Fatime den tobenden Wellen entkommen sind, ist für die beiden Überlebenden ungewiss.

Das Wetter beruhigt sich. Hüon und Rezia finden sich an einem einsamen Strand in der Nähe einer Höhle wieder. Rezia liegt erschöpft am Boden. Die Wellen spülen den Zauberbecher ans Ufer. Rezia trinkt vom erquickenden Wein und schöpft neue Hoffnung.  Hüon begibt sich auf die Klippen zur Suche nach menschlicher Hilfe.

In diesem Moment nutzen Seeräuber unter der Führung von Abdallah die Situation und landen mit ihrem Boot. Die Piraten ergreifen Rezia und entführen sie als Sklavenbeute. Hüon wird bewusstlos geschlagen und allein zurückgelassen.
Die Piraten nehmen Fahrt nach Tunis auf.

Oberon beauftragt Puck, einen Wetterschutz für Hüon zu errichten und ihn nach sieben Tagen in Tunis vor den Palast des Emirs Almansor zu zaubern – genau an dem Tag, an dem die Piraten mit Rezia im Hafen von Tunis ankern werden.

Puck lässt auf Oberons Geheiß Meermädchen, Wassernymphen, Elfen und Feen herbeizaubern, die mit lieblichem Tanz und Gesang Hüon zeigen sollen, dass gute, frohe Geister ihn schützen…

 

Fatime und Scherasmin müssen als Sklaven dem Gärtner Ibrahim im Palast des Emirs von Tunis dienen.  Trotz ihres ärmlichen Umstandes bleibt das Paar fröhlich und will sich untrennbar auf ewig lieben.

Wie von Oberon erdacht, zaubert Puck Hüon nach sieben Tagen vor die Haustüre des Gärtners, lässt ihm sein Bewusstsein zurückkehren. Scherasmin entdeckt seinen Ritter. Beide sind über diesen Zauber verwundert und zugleich erfreut.

Fatime kommt hinzu und berichtet über das verbreitete Gerücht, das dem Emir eine wunderschöne Sklavin vorgestellt wurde und sie in einem Pavillon in den Gärten des Harems untergebracht hat. Hüons Herz sagt ihm, dass dies nur seine geliebte Rezia sein kann. Scherasmin beschafft Hüon eine unauffällige Gärtnerkleidung.

Doch der Emir von Tunis, Almansor, hat sich in Rezia verliebt und verspricht ihr Reichtum an seiner Seite. Rezia hält aber dieser Verlockung stand und erwidert dessen Liebe nicht. Almansors Frau, Roschana, hat dies beobachtet und rennt mit wilden Blicken zu ihrem Mann. Der jagt sie davon. Roschana schwört Rache.

Ein Blumenstrauß fällt Hüon zu Füßen. Er glaubt, es sei eine Botschaft von Rezia. Auf einem Lorbeerblatt ist die Botschaft eingeritzt: Nach Sonnenuntergang soll Hüon die Tür der Myrthenlaube öffnen. Er glaubt fest daran, dass dort Rezia auf ihn warten wird und ist überglücklich. So begibt sich Hüon im Finsteren zur Laube. Roschanas Sklavin, Nadine, nimmt ihn dort an die Hand und führt Hüon im Dunkeln in ein Zimmer. Hier wartet nicht Rezia sondern Roschana auf ihn, mit einem Schleier bedeckt. Sie gibt sich in reizvoller Pose zu erkennen und verspricht Hüon, schon morgen mit ihr den Thron zu teilen.

In ihr toben Rache und Gelüste. Roschana will, dass Hüon sie fortan liebt und er dafür mit allen erdenklichen Wünschen belohnt wird. Noch in der Liebesnacht soll Hüon Almansor töten. Reichtum, Rang,  Macht, Freiheit und Liebe soll der Lohn seines Dolchstoßes sein. Doch Mord lehnt Hüon kategorisch ab, allenfalls stelle er sich für einen Kampf bereit – Schwert gegen Schwert, um die gekränkte Ehefrau zu rächen.

Roschana gibt nicht auf und ruft alle schönen Sklavinnen herbei. Eine Schar hübscher Mädchen tanzt im Kreis verführerisch um Hüon, so dass er nicht fliehen kann und singen im Chor: „ … wenn Frauenaugen liebend glühn …“. Hüon will den Reizen nicht unterliegen, sondern versucht, sich einen Weg zu bahnen.

Da kommt Almansor, und dessen Sklaven ergreifen Hüon. Roschana lügt Almansor vor, Hüon habe sich unerlaubt Zugang verschafft und wäre dabei von ihren Sklavinnen erwischt worden. Almansor glaubt ihren Worten nicht. Er gibt zwei Sklaven ein Zeichen. Roschana stürzt auf Almansor zu und will ihm ihren Dolch ins Herz stoßen, aber die Waffe wird ihr entrissen. Almansor ordnet an, dass sie in den Fluten des Medjerdas qualvoll ertrinken soll. Roschana wird abgeführt…

Es ist inzwischen Nacht.  Scherasmin wartet im Garten auf ein Zeichen von Hüon. Das Mondlicht erhellt einen Rosenstrauch. Plötzlich taucht etwas daraus auf und berührt Scherasmin am Bein. Panisch vor Angst und Schrecken glaubt Scherasmin von einer Schlange gebissen worden zu sein und denkt er sei verloren. Doch dann erblickt er entzückt das Zauberhorn. Er ist gerettet und tanzt vor Freude.

Im selben Augenblick eilt Fatime verzweifelt herbei und klagt, dass alles verloren sei, da Almansor den Ritter Hüon jetzt lebendig verbrennen will. Scherasmin lacht sorglos und bläst einen sanften Ton ins Zauberhorn. Fatime kann sich plötzlich vor Lachen nicht mehr halten. Scherasmin nimmt sie an die Hand und beide eilen zur Hilfe in den Hof des Harems. Dort im Hof wird ein Scheiterhaufen aufgerichtet.

Mit lautem Schrei stürzt Rezia dem Emir zu Füßen. Sie beschwört Almansor um Gnade, da Hüon ihr Gemahl sei und von Roschana betrogen worden sei. Almansor sagt abweisend, damit habe sich Rezia selbst zum Tode verurteilt und lässt sie festbinden. „So sterben wir vereint, ein Augenblick der Wonne!“, ruft Rezia zu Hüon.

Gerade als die Sklaven den Scheiterhaufen anzünden wollen, bläst Scherasmin fest in das Zauberhorn, das lautstark ertönt. Almansor erstarrt; die Sklaven beginnen zu tanzen. Scherasmin bläst noch stärker ins Horn. Hüons und Rezias Fesseln lösen sich, der Scheiterhaufen verschwindet in der Versenkung. Die Sklaven fliehen vor Schreck. Alles hüllt sich in Wolken.

Oberon und Titania erscheinen. Sie haben sich wieder versöhnt. Der Elfenkönig dankt dem Liebespaar für ihre unerschütterliche Treue auf ewig mit einem letzten Zauber: Die Wolken öffnen sich. Kaiser Karl der Große sitzt auf seinem Thron, umringt von Wachen und Edelleuten. Hüon, in Ritterrüstung, führt Rezia zu den Füßen des Throns und beide knien nieder. Der Kaiser gibt dem Paar das Zeichen, sich zu erheben, spricht großen Dank darüber aus, was Hüon mit Beistand der Feenwelt vollbracht hat und heißt Braut und Bräutigam wie auch Scherasmin und Fatime im fränkischen Kaiserreich willkommen.

Leseprobe

  • null

    Oberon – Des Elfenkönigs Eid

    Erschienen am: 12. Juli 2019
    Hofstetter, Michael/Chor des Stadttheaters Gießen/Philarmonisches Orchester Gießen
    Label: OehmsClassics, Art. Nr.: OC984, EAN: 4260034869844

    *

    Michael Hofstetter geht in dieser Gießener Aufführung bewusst „back to the roots“ und zeigt, wie überraschend großartig diese Oper ist, wenn man sie einfach „pur“ genießt in dem orchestralen Klangbild, das Weber einstmals vorgeschwebt haben mag.

    *

Lesen. Hören. Verstehen.

Tonaufnahmen ergänzen das Libretto mittels QR-Code. Diese Aufzeichnungen wurden freundlicherweise von NAXOS für die Veröffentlichung im Weber-Jubiläumsjahr zur Verfügung gestellt.

  • Historisch informierte Einspielung auf Originalinstrumenten
  • Unmittelbares Zusammenspiel von Text, Musik und Klangfarbe

  • Ideales Arbeitsmittel für Studium, Dramaturgie und Inszenierungsvorbereitung

  • Oberon nicht nur lesen, sondern als klingendes Theater erfahren

Zwei Blickrichtungen

Die Printversion (in Vorbereitung) vereint zwei sehr unterschiedliche Bühnenwerke Carl Maria von Webers in einer gemeinsamen Form: als Wendebuch.
Von der einen Seite beginnt „Oberon“, die phantastische Feenoper, mit der Weber 1826 in London seine internationale Wirkung entfaltete. Dreht man das Buch, eröffnet sich „Peter Schmoll“, Webers frühes Singspiel zwischen Roman, Spieloper und Experiment.

Das Konzept folgt der inneren Dramaturgie von Webers Werk: Anfang und Vollendung, Provinz und Weltbühne, deutsche Spieloper und englische Grand Opéra stehen sich nicht gegenüber – sie gehören zusammen. Die Printausgabe macht diesen Zusammenhang sichtbar und erfahrbar.

🟩 Oberon

Die Wahl von Oberon steht in engem Zusammenhang mit Eutin:
Vor 40 Jahren war der Feenoper hier eine Ausstellung und eine Aufführung der Eutiner Festspiele gewidmet; zugleich fällt das Jubiläumsjahr 2026 mit dem 200. Jahrestag der Londoner Uraufführung zusammen.

🟩 Peter Schmoll

Die Wahl von Peter Schmoll steht in biografischem Zusammenhang mit Eutin:
Nach späterer Überlieferung soll Weber bei seinem ersten Aufenthalt in Eutin im Jahr 1802 die Ouvertüre zu diesem Werk gespielt haben – eine Anekdote zwischen historischer Spur und lokaler Erinnerung.